Gewerkschaften fordern

09. August 2018 09:25; Akt: 09.08.2018 15:05 Print

Nächstes Jahr sollen die Löhne 2 Prozent steigen

Die Wirtschaft boomt und die Preise steigen. Der Dachverband Travailsuisse will daher generell höhere Löhne sehen.

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(Bild: Keystone/AP/Harald Schneider)

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Mindestens 2 Prozent mehr: Mit dieser Forderung steigen Travailsuisse, Syna, Transfair und Hotel&Gastro in die Lohnverhandlungen für 2019 ein. Sie fordern generelle Lohnerhöhungen.

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Der wirtschaftliche Aufschwung müsse allen zugute kommen, begründen der Dachverband Travailsuisse und die ihm angeschlossenen Verbände Syna, Transfair und Hotel&Gastro in einer Mitteilung vom Donnerstag diese Forderung. Sie argumentieren nicht nur mit der guten Konjunktur, sondern auch mit der wieder anziehenden Teuerung.

Wachstum prognostiziert

Für 2018 prognostiziere das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent und für 2019 ein Wachstum von 2,0 Prozent, sagte Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travailsuisse, gemäss Redetext. 2017 habe die Teuerung bei 0,5 Prozent gelegen, und 2018 dürften es 1,0 Prozent sein.

Bei den Löhnen sehen die Verbände Nachholbedarf. Die Angestellten hätten dazu beigetragen, dass die Finanz- und Weltwirtschaftskrise ab 2007 in der Schweiz kaum spürbare Folgen hinterlassen habe, stellte Fischer fest. Zu Zeiten der Frankenstärke seien Arbeitszeiten verlängert worden, und die Löhne hätten sich, wenn überhaupt, bescheiden entwickelt.

Generelle Lohnerhöhung

Mit Blick auf Kaufkraft und Privatkonsum verlangen die Verbände generelle Lohnerhöhungen. Der Anteil solcher Lohnerhöhungen ist nach Angaben von Travailsuisse gesunken, von 69 Prozent im Zeitraum 2006-2009 auf noch 35 Prozent im Zeitraum 2014-2017.

Dass in den vergangenen Jahren der Fokus vor allem auf der Erhöhung einzelner Löhne lag, ging laut Travailsuisse vor allem auf Kosten der untersten Einkommen. «Gerade sie werden bei einer individuellen Verteilung am ehesten übergangen», sagte Fischer. Travailsuisse will deshalb auch über Erhöhungen von Mindestlöhnen verhandeln.

Syna will bis 3 Prozent mehr

Die Gewerkschaft Syna steigt mit ihren Forderungen etwas höher ein: Zwei bis drei Prozent mehr Lohn müssen es in ihren Augen im nächsten Jahr sein, je nach Branche und Unternehmen.

Im Bauhauptgewerbe fordert Syna 150 Franken mehr Lohn. In den Branchen des Baunebengewerbes müssen neben dem generellen Teuerungsausgleich von 1 Prozent die Löhne generell um ein weiteres Prozent angehoben werden.

Unter 5000 Franken mindestens 100 Franken mehr

Im Dienstleistungssektor dürfen die Löhne von Angestellten mit EFZ-Lehrabschluss laut Syna nicht unter 4500 Franken liegen. Für das Gesundheitswesen will Syna 2 Prozent Lohnerhöhung und um 100 Franken höhere Mindestlöhne respektive Lohnbänder.

Für den Detailhandel - in Läden und im Onlinehandel - verlangt Syna Lohnerhöhungen von mindestens 2 Prozent. Löhne unter 5000 Franken müssen um mindestens 100 Franken erhöht werden. Bei den Mindestlöhnen gemäss GAV Tankstellenshops soll die Teuerung ausgeglichen und die Löhne um weitere 2 Prozent angehoben werden.

Nullrunden unerwünscht

Den Angestellten des Industriesektors soll ebenfalls die Teuerung ausgeglichen und Reallohnerhöhungen von bis 2 Prozent gewährt werden. In der MEM-Branche (Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie) wiederum sollen die Reallohnerhöhungen 1 bis 2 Prozent betragen.

Nullrunden, Einmal-Zahlungen oder nur individuelle Lohnanpassungen wolle die Syna «in diesem Jahr» nicht sehen, sagte Präsident Arno Kerst an der Medienkonferenz laut Redetext.

(sda/dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T. Metzger am 09.08.2018 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon komisch...

    Bei den Managern werden die Löhne teilweise im zweistelligen Prozentbereich erhöht. Und der kleine Angestellte soll sich mit 2 Prozent zufrieden geben.

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  • OldSchoolGamer am 09.08.2018 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    2%Sind doch recht Fair(nicht) wen man bedenkt das die KK um 3-4 %Mindestens wieder teurer wird. Ein Schelm wer Böses denkt.

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  • R.P. am 09.08.2018 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rente

    Ich bin in Rente, AHV Fr. 2124.-. Das ist alles was ich bekomme. Ich bin aber ein Schweizer!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • django am 11.08.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    komisch...

    Komisch.. Bei uns gibt es nächstes Jahr das erste mal in der Geschichte keinen Bonus ausbezahlt (trotz Wachstum) und auch keinen Teuerungsausgleich... Diesen Monat hat bei uns ein Business Analyst angefangen für Unruhe zu sorgen... Ich für meinen Teil hab bereits angefangen, meine Fühler nach einer alternative auszustrecken...

  • Methusalem am 11.08.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Renten auch?

    Und was ist mit den Rentnern??

  • M.N.Z. am 11.08.2018 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    2% mehr Lohn

    Die AHV Renten dürften ebenfalls wieder mal steigen! Die KK steigen pro Jahr ca. 4% nebst der anderen Teuerung. In vielen Kantonen werden die KK Verbilligung gestrichen!

  • Franzl am 11.08.2018 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns gibt's nie Lohnerhöhungen..

    2% wären ja wenigstens 2%. Bestimmt wird aber wieder eine Ausrede gefunden damit dies nicht ausbezahlt werden muss.

  • A.M am 10.08.2018 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Wow!! Bravo ganze 2%!! und jetzt soll ich mich auch noch bedanken..nein!! wenn ich sehe wieviel alles andere herum Teurer wird!!

    • Kosequenz: am 11.08.2018 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.M

      Nein, sie dürfen die 2% Lohnerhöhung selbstverständlich verweigern!

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