USA

04. Dezember 2017 02:48; Akt: 04.12.2017 03:28 Print

CVS will Versicherer Aetna schlucken

Mega-Deal im US-Gesundheitssektor: Die Apothekenkette CVS will ihr Angebot ausbauen – und kauft den Versicherer Aetna für 69 Milliarden Dollar.

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Der Kauf von Aetna muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden: CVS. (Archivbild) (Bild: Keystone/CJ Gunther)

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Der US-Pharmahändler CVS hat den Kauf des Versicherungskonzerns Aetna verkündet. Die Apothekenkette wolle rund 69 Milliarden US-Dollar für die Übernahme bezahlen, bestätigte sie am Sonntag in einer Mitteilung. Mit dem Deal kann CVS weitere Leistungen im Gesundheitssektor anbieten und zugleich einen wichtigen Kunden behalten. Der Abschluss muss noch von den US-Kartellbehörden genehmigt werden.

Falls die Übernahme erfolgt, dürfte die Drogeriekette deutlich stärker als bisher in die Gesundheitsvorsorge einsteigen und mehr Kunden für sich gewinnen. Die einzelnen Filialen bieten bereits jetzt einige medizinische Dienstleistungen als Ergänzung zum Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten und anderen Medizinprodukten an.

Ziel sind One-Stop-Shops

Ziel von CVS sind sogenannte One-Stop-Shops, bei denen Kunden und Patienten Beratung und Medikamente auf einmal bekommen. Unter anderem sind dort derzeit schon Grippe-Impfungen oder die Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen möglich.

Bereits zuvor hatte die Nachrichtenagentur AP aus informierten Kreisen erfahren, der Pharmahändler wolle pro Aetna-Aktie rund 207 Dollar zahlen – teils in bar und teils in eigenen Aktien. CVS Health betreibt mehr als 9700 Drogerien und 1100 Ambulanzen in den USA, bei Aetna sind rund 22 Millionen Menschen versichert.

Druck auf Pharmakonzerne soll steigen

Ob die geplante Übernahme den Preis von verschreibungspflichtigen Medikamenten beeinflussen wird, ist derzeit unklar. Zunächst könnten Aetna-Versicherte Änderungen bei der Verwaltung ihrer jeweiligen Versicherungen sehen.

Unter Expertenkreisen wird vermutet, dass der Deal bei den Kartellbehörden auf Zuspruch stossen dürfte. Diese könnten unter anderem darauf setzen, dass die Übernahme Pharmakonzerne unter Druck setzt, Medikamentenpreise niedrig zu halten.

(chk/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Byrus am 04.12.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosser fisch isst kleiner fisch

    Kleiner Fisch wird vom grossen Fisch gefressen ... Bis es kaum noch andere Fische im Teich gibt. Um das zu erreichen müssen die Kleinen immer mehr arbeiten zu immer niedrigeren Löhnen... Sobald keine Konkurrenz mehr da ist heissts dann 'TooBigToFail' und wir werden weiter ausgepresst. Schöner Kapitalismus!

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  • Te Rasse am 04.12.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher

    Definierte man eine Kernkompetenz, konzentrierte sich darauf und versuchte sich ständig zu verbessern. Das ist heute wohl vielen zu viel Anstrengung.

  • Aspi Rin am 04.12.2017 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so geht das

    ..."dass die Übernahme Pharmakonzerne unter Druck setzt, Medikamentenpreise niedrig zu halten." Ja, das würde den Pharmakonzernen hierzulande auch gut tun...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Minnie Mouse am 04.12.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich teure Medikamente

    Niedrige Medikamentenpreise? Das Zeugs ist den USA immens teuer! Mein Sohn bekam vom Dermatologen eine Akne-Creme verschrieben - mehr als 300$ für 1 Tube! Wer keine Versicherung hat, kommt also nicht in den Genuss der Wundercreme, oder?

  • Aspi Rin am 04.12.2017 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so geht das

    ..."dass die Übernahme Pharmakonzerne unter Druck setzt, Medikamentenpreise niedrig zu halten." Ja, das würde den Pharmakonzernen hierzulande auch gut tun...

    • Sali Cyl am 04.12.2017 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aspi Rin

      Wers glaubt. Schon eher als nächstes mit einem Pharmaunternehmen zusammenschliessen um die ganze Kette kontrollieren zu können. Da lässt sich Volk und Staat so richtig effizient Melken.

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  • Te Rasse am 04.12.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher

    Definierte man eine Kernkompetenz, konzentrierte sich darauf und versuchte sich ständig zu verbessern. Das ist heute wohl vielen zu viel Anstrengung.

  • Byrus am 04.12.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosser fisch isst kleiner fisch

    Kleiner Fisch wird vom grossen Fisch gefressen ... Bis es kaum noch andere Fische im Teich gibt. Um das zu erreichen müssen die Kleinen immer mehr arbeiten zu immer niedrigeren Löhnen... Sobald keine Konkurrenz mehr da ist heissts dann 'TooBigToFail' und wir werden weiter ausgepresst. Schöner Kapitalismus!

    • TheCapitalist am 04.12.2017 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Byrus

      Wow, dann hast du aber keine Ahnung wie Kapitalismus funktioniert.

    • Byrus am 04.12.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      @TheCapitalist

      Schon klar, dass Kapitalisten v.a. die Vorteile sehen. Zugegeben, er hat in der Menschheitsgeschichte riesigen Wohlstand gebracht inkl. die Industrialisierung. Zusammen mit der Globalisierung aber gewinnt schlussendlich der, der die Waren am Billigsten auf den Markt wirft, und jeder ist darum gezwungen soviele (teure) Umwelt- und Sozialstandards aufzugeben. Aktionäre bereichern sich unterdessen und verschieben ihr Geld nach Profit - statt wie früher Patrons am Unternehmen interessiert zu sein. Der Kapitalismus ist ein Geschwür geworden, Verlierer sind alle ausser einer superreichen Minderheit.

    • Supermario am 04.12.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Byrus

      Hast nun zum hundertsten Mal klar die negativen Seiten des Kapitalismus aufgezeigt. Der allgemeine Wohlstand, die zumeist gesicherten Jobs, jederzeit und global verfügbare Warenkörbe etc. etc. werden mal einfach sowjetmässig ausgeblendet! Geschwürmässig sind aus meiner bescheidenen (und nicht kapitalistischen) Warte lediglich solche ewig gestrige, wenig zielführende Kommentare. DIE wirkliche Alternative zeigst nämlich auch DU nicht auf!

    • Byrus am 04.12.2017 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Nein, aber ich juble auch nicht den Kapitalismus rauf wie Du. Bist du ein Neoliberaler? Die Vorteile habe ich übrigens oben genannt. Lösungen wären meiner Meinung nach eine Eindämmung des Neoliberalismus - kein TTIP, keine Steuerbegünstigungen für Konzerne und Reiche, Entlastung für KMU, Entlastung für Mittel-und Unterschicht um den Konsum anzukurbeln. Der Finanzsektor darf nicht mehr an der Realwirtschaft parasitieren: Keine Geldherstellung durch Banken mehr, sondern durch die Nationalbank zum Wohl der Gesamtwirtschaft, auch keine Bankenrettungen mehr.

    • Byrus am 04.12.2017 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Und natürlich auch Transparenz in der Politik sowie der Wirtschaft: Konzern-verantwortungs-initiative und Transparenz-Initiative. Fürs Eindämmen der Macht-und Geldgier der Eliten...

    • Sparfuchs Aargau am 05.12.2017 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Byrus

      Wie kann men den Kapitalismus verteufeln um gleichzeitig Steuerentlastungen für den Mittelstand und die Armen firdern um den Konsum anzukurbeln? Den Konsum anzukurbrln ist per Definition ein Werkzeug ausdem Kapitalismus! Desweiteren hat der Mittelstand in der Schweiz heute schon sehr viel Geld für Konsum!

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