1195.67 Fr. fürs iPhone X

09. Januar 2018 22:30; Akt: 09.01.2018 22:40 Print

Apples Preisgestaltung verwirrt Kunden

von R. Knecht - Wegen der tieferen Mehrwertsteuer hat Apple seine Preise angepasst. Die neuen Beträge müssen teilweise gerundet werden.

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Bei Apple sind die Preise nicht mehr rund. Grund dafür ist der gesenkte Mehrwertsteuer-Satz. Die Preise einiger Produkte werden nicht einmal auf den Fünfer gerundet. Die Preise der iPhones im Apple Store an der Bahnhofstrasse in Zürich sind jedoch auf den Fünfer genau angegeben. Ein Leser fand im Onlineshop diese seltsamen Preise vor. Apple würde die angegebenen Preise immer nach unten runden, versicherte ein Apple-Mitarbeiter einem Leser. Andrea Brack von Apple erklärt, dass nicht grundsätzlich gerundet werde. Wenn möglich bezahlen die Kunden also den exakten Betrag, auch wenn dieser in bar nicht genau begleichbar wäre. Das amerikanische Unternehmen werde die unrunden Preise bei künftigen Produkt-Updates aber anpassen, so Brack. «Ungerade Preise erscheinen dem Kunden als besonders spitz kalkuliert», sagt Andreas Herrmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Experte für Preispsychologie an der Universität St. Gallen. Wenn auf den Schildern unrunde Rappenbeträge stünden, dann wirke das durchdachter, als wenn auf den vollen Franken gerundet wird. Das iPhone X zählt zu den eher teuren Handys. Es gibt allerdings noch viel kostspieligere Geräte: Hersteller Mobiado aus Kanada behält die Preise seiner Luxus-Handys für gewöhnlich geheim. Nicht so beim Modell namens Grand Touch Executive Marble. Für das Gehäuse des Smartphones wurde hier echter Marmor verwendet. Das Gerät verfügt über einen 16-GB-Speicher und eine 5-Megapixel-Kamera. . Besonders leicht dürfte das Gerät jedoch nicht sein. Etwas Straussenleder gefällig? Beim Hersteller Bellperre können Kunden ihr Handy auf individuelle Wünsche hin fertigen lassen. Besonders in Sachen Leder gibt es eine breite Auswahl, darunter auch Schlange, Haifisch oder Krokodil. Je nach Modell kann das zwischen kosten. Das Meridian M6 des Herstellers Gresso besteht aus einer einzigen Titan-Platte. Es wiegt dabei nicht mehr als eine Handvoll Federn und hat Tasten aus 18-Karat-Gold. Schon klar, das Handy ist was fürs Auge. Die weiteren technischen Fertigkeiten lassen jedoch etwas zu wünschen übrig: Das Meridian M6 verfügt über eine 3-Megapixel-Kamera und 32 GB Speicherplatz. . Wer keine Tasten aus Gold will, aber dennoch nicht auf Bling-Bling verzichten möchte, kann bei Gresso ein Touchscreen-Handy für umgerechnet beziehen. Normalerweise setzt Lamborghini auf Fahrzeuge. Wer das nötige Kleingeld hat, kann beim italienischen Automobilhersteller jedoch auch ein Luxus-Handy beziehen: Das Modell Tauri 88 zum Beispiel mit einer 20-Megapixel-Kamera und einem Gehäuse aus Leder und Edelstahl. Das Handy gibt es in verschiedenen Farben, allerdings wurden nur 1947 Stück pro Variante hergestellt. Mit dieser Zahl wurde das Geburtsjahr des Firmengründers, Tonino Lamborghini, gewürdigt. Die russische Firma Caviar hat sich zum Ziel gesetzt, Smartphones mit teuren Materialien und Verzierungen zu veredeln. Das opulente Smartphone mit 32 GB kostet 1,79 Millionen Rubel, umgerechnet knapp . Hinter der Veredelung steckt übrigens ein Samsung Galaxy S7. Mit 7000 mAh ist der Akku beim Handy-Modell M2017 von Gionee aus China mehr als doppelt so gross wie bei den meisten Produkten der Konkurrenz. Der Hersteller gibt an, dass eine vollgeladene Batterie für bis zu 32 Stunden telefonieren oder 26 Stunden Videowiedergabe reiche. Das Modell mit 128 GB Speicher soll etwa kosten. Smartphone-Hersteller 8848 präsentierte dieses Jahr an der Uhrenmesse Baselworld diese zwei hübschen Dinger. Gestatten, die Modelle Poseidon (blau) und Athene (rot). Beide Smartphones verfügen über einen 8-Kern-Prozessor, einen 5-Zoll-HD-Bildschirm und 128 Gigabyte Speicher. Diese technischen Eigenschaften sind jedoch sekundär. Auf der Rückseite prangt ein vom Schweizer Uhrmacher Kari Voutilainen entworfenes Zifferblatt. Preis: . Im Juli 2017 wurde bekannt, dass der Luxus-Handy-Hersteller Vertu mehrere seiner Produktionsstätten nach wirtschaftlichen Problemen schliessen muss. Eines der teuersten Modelle, das Tastentelefon Clous De Paris Red Gold für 50'000 Franken, hatte keine Kamera und einen Speicher von nur 4 GB, dafür Verzierungen aus 18-Karat-Gold, Leder und Saphir. Heute betreibt Vertu Online-Shops, bei denen man die teuren Signature-Smartphones – mit Touchscreen – zwischen bestellen kann. Das wohl teuerste Smartphone der Welt kostet und stammt vom Luxuswaren-Hersteller Goldvish aus Genf. Anders als beim Preis sind die technischen Details des Modells mit dem etwas umständlichen Namen Eclipse Desiring Arcadia Onyx Alligator nicht atemberaubend: 64-Gigabyte-Speicher und eine 13-Megapixel-Rückkamera. Das Gerät ist allerdings mit 320 Diamanten besetzt und mit Edelstahl in Krokodilleder gekleidet. Von Goldvish stammen übrigens auch diese zwei Handys hier. Das Modell namens Goldvish Le Million hat eine wirklich besondere Form und besteht aus 18-karätigem Gold, 120-karätigen Diamanten sowie Platin. Auf dem Markt gibt es aktuell drei Geräte. Es kostet, wie der Name schon sagt, zwischen .

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Das iPhone X kostet in der Schweiz neuerdings 1195.67 Franken, das iPhone 8 gibt es ab 836.67 Franken. Zumindest wurden diese Preise zeitweise in Apples Online-Shop angezeigt. Mittlerweile wurden die Preise der iPhones online auf den Fünfräppler gerundet. Bisher waren Kunden allerdings runde Preise wie etwa 1199 Franken für das iPhone X gewöhnt. Woher kommen plötzlich die schrägen Rappenbeträge in Apples Preisgestaltung?

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Als Leser Martin S.* im Apple Store an der Bahnhofstrasse in Zürich einen Angestellten auf die komischen Preise im Online-Shop aufmerksam machte, erklärte dieser: «Das ist wegen dem niedrigeren Mehrwertsteuer-Satz. Der macht uns unsere schönen, runden Preise kaputt.» Auch Apple-Sprecherin Andrea Brack bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten, dass das Unternehmen die Preise angepasst hat, um den Vorteil der niedrigeren Mehrwertsteuer an die Kunden weiterzugeben.

Runden bei Barzahlung

Apple würde die angegebenen Preise immer nach unten runden, versicherte der Mitarbeiter dem Kunden. Tatsächlich waren die Preise auf den Displays der ausgestellten iPhones an der Bahnhofstrasse bereits auf den Fünfer gerundet.

Unter den mit Preisklebern angeschriebenen Produkten fand S. allerdings auch ein Kabel, dessen Preis von 44.88 Franken noch nicht gerundet war. Online lassen sich zudem weitere Beispiele für Produkte mit ungerundeten Preisen finden.

Wenn möglich gilt der exakte Preis

Andrea Brack von Apple erklärt, dass nicht grundsätzlich gerundet werde. Wenn möglich bezahlen die Kunden also den exakten Betrag, auch wenn dieser in bar nicht genau zu begleichen wäre. Zur Rundung bei Barzahlung sagt Brack: «Die Beträge werden gemäss letzten Preisänderungen vom 6. Januar auf 5 Rappen auf- oder abgerundet.» Das amerikanische Unternehmen werde die unrunden Preise bei künftigen Produkt-Updates aber anpassen, so Brack.


Als das iPhone X in der Schweiz in den Handel kam, war 20 Minuten im Apple Store und sprach mit dem Käufer des allerersten Exemplars (Video: T. Bolzern)

«Ungerade Preise erscheinen dem Kunden als besonders spitz kalkuliert», sagt Andreas Herrmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Experte für Preispsychologie an der Universität St. Gallen. Wenn auf den Schildern unrunde Rappenbeträge stünden, dann wirke das durchdachter, als wenn auf den vollen Franken gerundet wird.

Detailhändler werben mit Mikro-Rabatten

Die Preissenkung aufgrund der Mehrwertsteuer ist laut Herrmann für die Unternehmen eine Gelegenheit, anhand eines äusseren Effekts Aufmerksamkeit für sich zu erzeugen. So wirbt etwa Denner mit einer «Preisoffensive» – die betroffenen Produkte sind jeweils um 5 Rappen günstiger geworden. Auch Aldi markiert die dank Mehrwertsteuer-Satz reduzierten Produkte mit roten Preisstreifen.

Etwas anders gehen Coop und Migros vor. Sie reduzieren die Preise nicht grossflächig, sondern konzentrieren sich auf bestimmte Sortimente, die dafür um mehr als 0,3 Prozent günstiger werden. Dies, «damit die Anpassungen für die Kunden auch wirklich spürbar sind», wie Migros-Sprecher Patrick Stöpper erklärt.

* Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • juerie am 09.01.2018 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nig mööögli

    Warum soll das Kunden verwirren? Wer so viel zahlt für ein Smartphone, kann nicht noch mehr verwirrt werden :-)!

  • Mr. Right am 09.01.2018 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!!

    Vieeeelen vielen Dank an den Leser. Zum Glück hast du es soo schnell an die Zeitung gemeldet!

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  • 20min User am 09.01.2018 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommerloch?

    Ein Artikel über Preise die nicht gerundet sind, das Sommerloch hält schon ziemlich lang an.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Netik am 10.01.2018 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Oh wow!

    "Apple würde die angegebenen Preise immer nach unten runden". Oh toll! Ein iPhone für 1195.65 statt 1195.67, ein Schnäppchen! Bin dann mal im iStore!

  • Herdöpfel am 10.01.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon witzig

    Das tolle am Betrag ist, dass Apple einmal mehr gratis Werbung erhält und Samsung nicht :-)

  • Swiss1291 am 10.01.2018 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz übel

    Nicht mehr zu lesen. Eigenartig, dass die Samsung Fans hier die Apple Fans immer beleidigen müssen. Wenn es einem gefällt, was kratzt es dich, wie viel er dafür ausgibt? Dafür muss er nicht jetzt blöd und weiss ich was sein. Lasst eure Beleidigungen für euch und schaut selber mal, dass eure Niveu bisschen steigt wieder. Jemanden so schlecht zu machen will er ein Produkt verwendet, dem einem nicht gefällt, in welcher Zeit sind wir hier angekommen? Traurige Entwicklung kann ich dazu sagen..

    • Klugscheisser am 10.01.2018 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, aber ich finde es schon wichtig,...

      ...dass du weisst, auch ich bezahle gerne zu viel: Wenn ich ein Brief im Inland verschicke, klebe ich extra noch für CHF 5.00 eine Postmarke drauf. Wenn ich ein Bigmac kaufe, drück ich der Kassiererin noch eine Zehnernote in die Hand, einfach so. Und wenn ich von Wettswil nach Zürich fahren möchte, dann löse ich bis nach Genf. Einfach weil ich sehr sehr gerne für das gleiche mehr bezahle! Ich bin wie du! Ich verstehe dich!

    • Sämi am 10.01.2018 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swiss1291

      Es ist nicht einseitig, Apple Fans schreiben genau so gegen die anderen. Das ist beste Unterhaltung und muss nicht so tierisch ernst gesehen werden. Iss doch ein Snickers.

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  • F.G. am 10.01.2018 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Runder Preis

    1199.- ein runder Preis? Naja...

  • Der Beste Mann der Welt am 10.01.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    apple vs al capone

    wer ist schlimmer?