Jährliche Ausgaben

14. November 2017 16:56; Akt: 14.11.2017 18:06 Print

81-Jährige mit 32'000 Fr. Gesundheitskosten

von Isabel Strassheim - Die Schweizer Gesundheitskosten dürften im laufenden Jahr um 4,1 Prozent steigen. Die meisten Kosten fallen ab 61 Jahren an.

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Ab 61 Jahren steigen die Gesundheitskosten in der Schweiz auf über 1000 Franken im Monat. Der grösste Kostentreiber der Kassenprämie: ambulante Behandlungen im Spital. Zwischen 2006 und 2016 stiegen die Ausgaben von 2,65 Milliarden auf 5,5 Milliarden Franken. Der Anstieg macht ein Viertel des gesamten Kostenwachstums in der Grundversicherung aus. Auf Rang zwei sind die Behandlungen in der Arztpraxis mit einem Anteil von 24,3 Prozent am Kostenschub. Die Krankenkassen zahlten 2016 7,3 Milliarden Franken aus. Zehn Jahre vorher waren es noch 4,7 Milliarden Franken. Für stationäre Aufenthalte kassierten die Spitäler im letzten Jahr 6,8 Milliarden Franken. Das sind knapp zwei Milliarden Franken mehr als 2006. Der Anstieg macht 17,7 Prozent aus. Immer teurere Medikamente sind für 12,5 Prozent des gesamten Anstiegs seit 2006 verantwortlich. 2006 verkauften Ärzte und Apotheken Pillen oder Salben für 1,3 Milliarden Franken. 2016 waren es bereits 5,6 Milliarden Franken. Auch 2018 steigen die Prämien: Besonders hart trifft es die Prämienzahler in der Romandie. Die Westschweizer Kantone Waadt (6,4), Wallis (5,9), Neuenburg (5,4) und Genf (5,4) sind Spitzenreiter, was die Erhöhung der Krankenkassenprämien betrifft. Am stärksten ist der Anstieg bei den Prämien von Kindern und jungen Erwachsenen. Ein Überblick über die Prämienentwicklung der vergangenen Jahre. «Wir haben die Krankenkassen angewiesen, dem in den Prämien für 2018 Rechnung zu tragen»: Bundesrat Alain Berset spricht vor den Medien in Bern. (28. September 2017) Die Prämien seien in den letzten Jahren ausserdem weniger stark gestiegen als die Kosten – das müsse nun ausgeglichen werden: BAG-Direktor Pascal Strupler erklärt den Prämienanstieg. Berset und Strupler bei der Medienkonferenz in Bern.

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Pro Kopf dürften die Schweizer Gesundheitskosten im laufenden Jahr 9884 Franken betragen. Dies ist ein Anstieg um 4,1 Prozent, wie eine am Dienstag von der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF veröffentlichte Prognose zeigt. Im kommenden Jahr sollten sie dann erstmals auf über 10'000 Franken steigen. Die Pro-Kopf-Kosten haben jedoch einen Haken: Sie zeigen nicht die erheblichen Unterschiede zwischen Jungen und Alten.

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Im Jahr 2015 verursachten die Personen ab 60 Jahren zusammen etwa gleich hohe Kosten wie jene unter 60 Jahren, obschon sie weniger als ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachten, wie Daten des Bundesamtes für Statistik (BfS) zeigen. Ab 61 Jahren ziehen die Ausgaben in der Schweiz nämlich auf über 12'000 Franken an. Zwischen 81 und 85 Jahren liegen sie dann bei 31'620 Franken. Zum Vergleich: Kids im Alter zwischen 11 und 15 Jahren verursachen 3240 Franken an Gesundheitskosten. Zwischen 16 und 20 Jahren betragen sie 5052 Franken.

Privat gekaufte Pastillen zählen dazu

Zu den Gesundheitskosten zählt das BfS neben den erstatteten Leistungen auch die Selbstzahlungen. Diese sind in der Schweiz erheblich und machten im Jahr 2015 mit 22 Milliarden Franken fast so viel aus wie die von der obligatorischen Krankenversicherung erstatteten Kosten. Dazu zählen selbst in der Drogerie gekaufte Halspastillen genauso wie die Zuzahlungen zu den Versicherungsleistungen.

Die KOF-Prognose geht davon aus, dass die Ausgaben für die Gesundheit weiter zunehmen: Im nächsten Jahr steigen sie demnach um 3,9 Prozent auf 10'176 Franken. Und 2019 dann auf 10'484 Franken, was einem Anstieg um 4,0 Prozent entspricht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meno am 14.11.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Es liest sich so, als wären die Kosten unverschämt. Alle die bis zur Pension hart gearbeitet haben, haben Anspruch darauf. Dafür zahle ich gerne.

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  • Monika am 14.11.2017 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber für alte Landsleute zahlen

    Und was haben all diese Heute alten Menschen für die Schweiz gekrampft? Lieber denen etwas mehr Rente zahlen wie Milliarden in Fremde investieren die grösstenteils nie hier integrierbar sind,weil sie gar kein interesse daran.

  • Patient am 14.11.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tauschofferte

    Ich habe Krebs und verursache nun nach über 60 Jahren Beitragspflicht hohe Kosten. Seid froh, dass ihr nur zahlen müsst, oder möchte jemand tauschen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 15.11.2017 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Respekt bitte..

    Ich bin 62 Jährig und zahle jährlich ca 150 000 Fr an Steuern. Aus diesen Steuern werden auch Gesundheitskosten von anderen quer subventioniert. Und ich bin nicht der einzige der älter ist und Steuern zahlt. Dagegen ein 20 Jähriger der verunfallt iund ein Pflegefall wird ..wie viel hat er zu Gesundheitsfinsnzierung in seinem Leben beigetragen? Also bitte mehr Respekt für die älteren Mitbürgern. Sie haben duese Wohlstand-Schweiz aufgebaut. Und heutige 20 jährige profitieren nur davon.

    • sozi am 15.11.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      welche wohlstandsschweiz??? die 20jährigen sind wohl kaum an den vielen heutigen arbeitslosen oder den grossen umweltschäden schuld. oder für das schneeballsystem bei den renten oder eben kk. auch nicht an den hohen mieten etc. Das waren alles die ältere generationen. und wenn sie nun mit der bildung kommen, je höher die bildung umso mehr wird dieses "darlehen" inform von steuern zurück kommen. Dazu verwechseln sie die kk mit der suva und iv.

    • nachdenkliche am 15.11.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      das solidaritätsprinzip geht aber in beide richtungen. das scheinen sie und auch andere kommentierende zu vergessen. man kann nicht nach mehr solidarität mit den alten fordeen und gleichzeitig gegen die jungen hetzen. oder anders: beisse nie in die hand die dich füttert.

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  • Peter Pan am 15.11.2017 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Verfälschte Statistik

    Was haben die Selbstzahlungen mit den (effektiven) Krankenkassen-Kosten zu tun? Das sind ja genau die Kosten welche NICHT von den Krankenkassen bezahlt werden müssen und dürften somit keinen Einfluss auf die Krankenkassenprämien haben (zumindest nicht nach Oben...)

  • Denkender am 15.11.2017 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statistik für Dofis

    Laut Statistik besitzen wir Schweizer ja alle auch im Schnitt über eine halbe Million Vermögen.Statistiken gehören zu den am entbehrbarsten Informationen überhaupt und ganz bestimmt wenn Äpfel mit Birnen verglichen werden.Jeder Kindergärtner weiss dass die paar Prozent Superreichen das Durchschnittsvermögen der Normalverdienern massiv verfälschen.Genauso wie die hohen Gesundheitskosten im Alter nicht auf den Rest der Bevölkerung runtergebrochen werden können.Der BR liebt Statistiken,sie wiederspiegeln seine naive Weltanschauung.

    • M.K. am 15.11.2017 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      nicht wirklich...

      Natürlich müssen die hohen Gesundheitskosten im Alter auf den Rest der Bevölkerung heruntergerechnet werden. Im Gegensatz zum Durchschnittsvermögen werden die Kosten des Einzelnen nämlich von der Allgemeinheit getragen (im allgemeinen Bereich). Im Endeffekt zahlen die Krankenkassenprämien der i.d.R. "gesunderen" Jugend die Kosten der älteren Generation mit. Wer also hier die demographische Entwicklung der Schweiz ausser Acht lässt, dem ist nicht mehr zu helfen. Auch ein Grund, weshalb etwas an der Familienpolitik geändert werden muss. Sonst kollabiert dieses System...

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  • Martin Fürst am 15.11.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    1500 Euro sind genug

    Der Taxpunkt muss -90% billiger werden, ein Arzt kann lfr. nicht mehr verdienen als 1500.

  • Jan am 15.11.2017 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Behandlungen

    Am schlimmsten sind diese Lebenserhaltenden Behandlungen. Diese können einem manchmal noch ein paar Monate geben aber was nützen einem die Zeit wen die Qualität des Lebens so schlecht ist, dass man nicht einmal mehr selber essen kann. Von daher sollte jeder von sich aus entscheiden ob so eine Behandlung noch Sinn gibt. 100-200000 kostet das wie nichts. Die Ärzte und Medikamentenfirmen reiben sich die Hände. Bluten müssen am Ende die Krankenkassen Zahler