Boom-Kontrolle

13. Oktober 2017 10:37; Akt: 13.10.2017 10:37 Print

Norwegen will die Anti-Tesla-Steuer einführen

In Sachen Elektroautos ist Norwegen ein Vorzeigeland. Umso erstaunlicher, dass die Regierung dem Tesla-Boom einen Riegel vorschieben will.

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Es ist ein Schlag ins Gesicht von Tesla-Chef Elon Musk: Ausgerechnet Norwegen, der Musterschüler in Sachen Elektroautos, will eine Anti-Tesla-Steuer einführen.

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Zwar nennen die norwegischen Behörden den Namen des US-Herstellers nicht konkret. Doch offenbar sollen Käufer besonders schwerer E-Autos künftig tiefer in die Taschen greifen. Und das betrifft vor allem die Modelle von Tesla, wie es in einem Artikel der «Welt» heisst.

Elektro-Boom in den Griff kriegen

Mit der Steuer soll der leichteste Tesla, das Model S mit der geringsten verfügbaren Reichweite, umgerechnet rund 750 Euro teurer werden. Der Preis für das schwere Model X könnte sogar um rund 7500 Euro anziehen.

Norwegen will mit seinen Plänen offenbar versuchen, den Elektroauto-Boom im Land besser in den Griff zu bekommen und mehr Kontrolle darüber zu haben, welche Art Öko-Wagen auf die Strassen kommt.

Schlechte Ökobilanz bei Tesla-Akkus

Grund für die Steuer könnte auch eine schwedische Studie sein, die in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen sorgte, schreibt die «Welt» weiter. Die Studie kam zum Schluss: Die Klimabilanz von E-Autos ist aufgrund der extrem energieintensiven Akkuproduktion erst nach mehreren 10'000 Kilometern positiver als die eines klassischen Verbrennungsmotors.

So können die besonders schweren Batterien von Tesla zwar eine deutlich grössere Reichweite bieten als die Konkurrenz. Doch entsprechend schlechter fällt gleichzeitig die Ökobilanz aus.

Norwegen fährt auf Tesla ab

Erstaunlich ist, dass ausgerechnet Norwegen eine solche Steuer plant. In keinem anderen Land der Welt ist der Anteil von Öko-Autos höher. Auch Tesla boomt: Im letzten Jahr verkaufte der Elektroauto-Pionier allein in Norwegen 3500 Wagen, der Marktanteil lag bei 2,3 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Quote mit 1900 verkauften Tesla-Modellen bei 0,1 Prozent.

Auch in diesem Jahr stürzten sich die norwegischen Käufer auf Tesla. Im September verkauften die Amerikaner in dem skandinavischen Land fast so viele Auto wie der Marktführer Volkswagen.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas am 13.10.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Was an einem Tesla X mit 600kg Akku ökologisch sein soll gegenüber einem BMW i3 mit 240 kg war mir eh immer schleierhaft. Die Diskussion ist überfällig. Elektroauto heisst nicht = per se ökologisch.

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  • Van Dervlles am 13.10.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gründe und Entsorgung

    Mich würde noch Interessieren ,was die Entsorgung eines Akku`s von einem Telsa kostetet und wie man den Giftmüll Made of China zu Leibe rückt ?

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  • Peter Müller am 13.10.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Behind the curtain

    Find ich gut, Norwegen ist tausend Schritte weiter als jedes andere Land auf der Welt was ökologisches fahren angeht. Hier und anderswo Preisen sie immernoch egal welches elektrogefährt als super ökologisch an und gerade die dicken teslas werden über den Klee gelobt da vermeintlich das schlechte Gewissen beruhigt wird. Endlich mal ein Land, das hinter den Vorhang schaut und handelt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Winterwäldler am 14.10.2017 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Der Artikel...

    ist eine Katastrophe. statt mehreren 10'000 sind es in Tat und Wahrheit 80'000 Kilometer. Wieso kann man das nicht einfach so schreiben? Propaganda?

  • Alfred A. am 14.10.2017 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ist es wirklich wegen der Batterie?

    Wenn bei einem Marktanteil von 2,3% bereits von einem Boom geredet wird, weckt das schon mal Argwohn. Dies umso mehr als es wegen der Batterieproduktion sei. Man fragt sich, ob da nicht noch andere Gründe eine Rolle spielen. Zum Beispiel Sicherung von Marktanteilen europäischer Autobauer, die noch nichts Brauchbares im Portfolio haben.

  • Mage Co am 14.10.2017 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Tesla ist gut :P

    Ich würd mir, wenn ich zuviel Geld hätte, sofort einen P100D kaufen. Aber die Ökologie wäre mir sowas von egal lol

    • Martial2 am 14.10.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mage Co

      Wenn man sehr viel Geld im Portemonnaie hat, kauft man sich einen richtigen Auto, wie Mercedes, Jaguar oder Bentley... Aber doch kein Staubsauger am Kabel...!

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  • Tinu am 14.10.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Graueenergie

    Denkt mal wie ökologisch ein Tesla ist! Die Herstellung verschmutzt die Erde viel mehr und wo werden die Batterien produziert denkt mal daran, ein Tesla Auto ist nicht so ökologisch wie es immer dargestellt wird.

  • Laokon am 14.10.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Downgrade

    Heisst das jetzt, dass Doris Leuthardt einen Renault Twizy bekommt?

    • Martial2 am 14.10.2017 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Laokon

      Nein privat hat sich Frau Leuthard einen BMW geleistet, dies als Zweitwagen für alle BR genehmigt: Budget bis 100000 CHF!!

    • Newmind am 14.10.2017 23:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Laokon

      Von wegen Downgrade: Schon mal einen Twizy neben einem Porsche gesehen? Figur: Twizy stramm und hoch, Porsche flacher Sack. Genauer: Twizy 1.45m, Porsche 1.29m. Und dann kommt der Kleine noch frühzeitig, nach weniger als 5 Sekunden über 100. Kann das Spass machen? Der Twizyfahrer jedenfalls nimmts gelassen. Weil er weiss: ein Genie wird selten vor seinem Tod erkannt. Es zählt eben doch die Grösse.

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