Pilotversuch

10. März 2017 20:31; Akt: 11.03.2017 07:42 Print

SBB streicht Zugdurchsagen

Weniger, dafür präzisere Durchsagen in Zügen – die Pläne der SBB stossen auf Kritik.

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«Der Ausstieg befindet sich in Fahrtrichtung rechts.» Solche Zugdurchsagen gehören womöglich schon bald der Vergangenheit an. Wie die SRF-«Tagesschau» berichtet, will die SBB die Durchsagen in Zügen reduzieren.

Auf der Strecke Zürich – St. Gallen läuft bis Ende April ein entsprechender Pilotversuch. Nur noch aussergewöhnliche Ereignisse – wie etwa eine Gleisänderung – werden per Lautsprecher kommuniziert. Informationen über Anschlüsse fallen in den Zügen wie auch auf dem Perron weg. «In der Regel geben wir nur noch durch, welches der nächste Bahnhof ist», sagt Mediensprecher Reto Schärli in der Sendung.

Für Sehbehinderte wichtig

Was will die SBB damit erreichen? Störungsmeldungen sollen so besser wahrgenommen werden. «Im Gegenzug bauen wir deshalb die Informationen im Störungsfall aus», erklärt Schärli.

Bei den Behindertenverbänden läuten die Alarmglocken. Gerade für Personen mit Sehbehinderung oder betagte Personen seien die Durchsagen von Wichtigkeit, sagt Oswald Bachmann von Agile. Er hat deshalb einen Brief an Jeannine Pilloud, Chefin Personenverkehr, verfasst. Auch Bundesbern muss sich bald mit dem Thema befassen. CVP-Nationalrat Christian Lohr reicht am Montag eine Interpellation ein, um zu klären, ob die SBB-Pläne mit dem Behinderten-Gleichstellungsgesetz konform sind.

Das sagt die SBB zur Kritik

Schärli antwortet zur Kritik: «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Reisenden vor Antritt der Zugfahrt sehr genau informieren, wann und wo sie umsteigen müssen.» Ausserdem würde die SBB-App für Sehbehinderte ausgebaut.

Ob die SBB tatsächlich die Durchsagen schweizweit reduziert, wird sich Ende April weisen. Dann wird die SBB, auch nach Anhörung der Behindertenverbände, Bilanz ziehen.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Samuel Koch am 10.03.2017 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    SBB quo vadis?

    Unglaublich wie man ein nationales, Sprachregionen verbindenes Symbol in so kurzer Zeit kaputt sanieren und Tot optmieren kann. Hauptsache der Lohn von Meyer und Co. stimmt.

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  • Geronimo am 10.03.2017 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spass...

    wenn man nur 3-4min Zeit hat zum umsteigen und zuerst noch an irgendeiner Tafel nachschauen muss auf welchem Gleis der Anschlusszug denn abfährt. Gerade auf grösseren Bahnhöfen wie Zürich oder Winterthur verliert man dann schnell mal zuviel Zeit und verpasst dann den Zug. Wieder mal ein sehr "kundenfreundlicher" Gedanke der SBB. Irgendwann dürfen wir dann im Zug wohl noch auf einem Pedalo strampeln um den Zug mit Strom zu versorgen....

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  • Heiko am 10.03.2017 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelegentlicher Zugfahrer

    Ich, 58, fahre nur gelegentlich Zug. Ich war immer dankbar für die Infos im Zug auf welchem Perron ich umsteigen muss.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A. L. am 11.03.2017 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Durchsagen mehr?

    Bald wird es vermutlich kaum mehr Durchsagen geben, alles wird automatisch folgen. Im 1969 arbeiteten bei der SBB ca. 50000 Mitarbeiter. Heute gibt es ca. nur noch die Hälfte. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der Züge verdreifacht. Ist das logisch? Warum wollen die Politiker (Bundesräte) die Kosten nicht mehr finanzieren? Weil es keinen Profit macht. Etwas, dass wir alle mit unseren Steuern zahlen. Das heisst Railfit, von Politikern und die Abzocker der Firma McKinsey ausgedacht worden ist...

  • Kein Motzer..meine Meinung.... am 11.03.2017 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiesodie vielen Frustschreiben..

    Fahr viel mit dem Zug..die meisten Durchsagen werden kaum wahrgenommen..da lautes Tel..Überlaute Privatgespräche so oder so alles übertönen..(weniger Durchsagen..dafür in einer Lautstärke...das diejenigen die es brauchen auch verstehen.. das auch die Lauthals reden..evt.kurz mal still sind...

  • J.B. am 11.03.2017 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Verwirrend und unnötig im 21. Jahrhundert

    Die vielen Zugdurchsagen verwirren nur und man verpasst wichtige Informationen: Durchsagen sollten auf Haltestellen und Zwischenfälle/Notfälle begrenzt werden. Die meisten Reisenden planen ihre Reisen im Voraus oder ändern die Route dank App oder Homepage der SBB. Wer dazu nicht im Stande ist, sollte ohnehin nicht alleine, sondern nur in Begleitung reisen.

    • Junis am 11.03.2017 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      Sooo right!!!

      Du sorichst mir aus dem Herzen!

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  • Apfelmus am 11.03.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut

    Auf keinen Fall. Viele sind darauf angewiesen und dankbar für diese Zugdurchsagen! Teure Billette und immer wie weniger Leistung für die Kunden. Ich finds zum Schämen.

  • Maria am 11.03.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    Immer wie teurer und immer wie weniger Service. Wo führt das hin?

    • Joun am 11.03.2017 19:04 Report Diesen Beitrag melden

      Geplapper als Service- Nein Danke!

      Wer schätzt schon das dauernde gelaber als Serviceleistung?Die paar Gelegenheitsfahrer oder eingeschränkte Personen???also ich und meine 90% pendlerkollegen stören uns eher ab diesem unnützen geplapper als das es einen Service wäre...

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