Übernahme-Coup

27. November 2017 03:39; Akt: 27.11.2017 04:02 Print

Time-Verlag wird für 2 Milliarden verkauft

Der US-Medienkonzern Meredith wird den schwächelnden Rivalen Time für rund 1,8 Milliarden Dollar übernehmen.

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Auflagen sind geschrumpft, Werbekunden haben sich umorientiert: Time-Logo an der New Yorker Börse. (Archivbild) (Bild: Keystone/Richard Drew)

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Der schwächelnde Verlag Time wird für 1,84 Milliarden Dollar an den US-Rivalen Meredith verkauft. Das Unternehmen aus dem Bundesstaat Iowa wird dabei finanziell von den milliardenschweren Brüdern Charles und David Koch unterstützt.

Inklusive aller Schulden wird Time mit 2,8 Milliarden Dollar bewertet, wie die Firmen am Sonntag mitteilten. Durch die Übernahme erreichen die Titel beider Unternehmen zusammen 135 Millionen Leser. Der Deal soll in den ersten drei Monaten 2018 abgeschlossen werden.

Time wurde 2014 vom Medien- und Unterhaltungskonzern Time Warner abgespalten. Der Verlag ist neben dem gleichnamigen Magazin für «Sports Illustrated» und «Fortune» bekannt. Das Unternehmen schwächelt aber, weil die Auflage schrumpft und sich Werbekunden umorientieren.

Im dritten Quartal war der Umsatz um fast zehn Prozent auf 679 Millionen Dollar eingebrochen. Das Time-Management reagiert darauf mit Kostensenkungen, einer neuen Digital-Strategie und erwägt Verkäufe einzelner Titel. Meredith rechnet mit Einsparungen von 400 bis 500 Millionen Dollar in den ersten beiden Jahren nach der Transaktion. Die Übernahme ist ein Coup für den Medienkonzern.

Gelder von Mäzenen

Meredith war dieses Jahr und auch 2013 schon mit Verhandlungen über einen Time-Kauf gescheitert. Meredith teilte zudem mit, die Industriellenfamilie Koch fungiere als Geldgeber, bekomme aber kein Mitspracherecht bei journalistischen Fragen und Management-Entscheidungen.

In der Vergangenheit hatten die Kochs, die zu den reichsten Menschen der Welt gehören, Interesse am Kauf der Zeitungen «Los Angeles Times» und «Chicago Tribune» erkennen lassen. Meredith vertreibt unter anderem Magazine für Eigenheimbesitzer und Gartenfans sowie zu Familienthemen. Der Konzern kommt an der Börse auf einen Wert von 2,7 Milliarden Dollar. Time-Aktien kosteten an der Wall Street zuletzt 16,90 Dollar. Meredith wird nun je Anteilsschein 18,50 Dollar in bar zahlen.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pierre am 27.11.2017 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschau Medienvielfalt

    Die Werbeeinnahmen für die Printmedien werden immer dünner. Und die TV Werbung hilft dabei wacker mit. Siehe SRG, sie quält uns mit TV Spots und trotzdem bezahlen wir...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pierre am 27.11.2017 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschau Medienvielfalt

    Die Werbeeinnahmen für die Printmedien werden immer dünner. Und die TV Werbung hilft dabei wacker mit. Siehe SRG, sie quält uns mit TV Spots und trotzdem bezahlen wir...

    • Scherberger am 27.11.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Pierre

      Dürfte die SRG keine TV-Werbung senden, würden wir noch viel mehr Mediengebühr bezahlen.

    • Heiri am 27.11.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scherberger

      Falsch - die SRG müsste sich dann mit einem sparsamen Auftreten beschäftigen. Aber dies wird ja eh bald notwendig sein.

    • Peider am 27.11.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scherberger

      ...dürfte die SRG keine Werbung ausstrahlen, müsste sie ein schlankes Budget einhalten, ohne Zwangsgebühren.

    • Doris am 27.11.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scherberger

      Nur der guten Ordnung halber: Ihre Mediengebühr ist keine Gebühr, sondern eine verkappte Kopfsteuer.

    • Du Au am 27.11.2017 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Doris

      Nein, da auch Leute bezahlen müssen die keinen Kopf haben.

    • Scherberger am 27.11.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      An alle...

      ...die glauben, ohne TV-Werbung müsste die SRG ganz einfach ein schlankes Budget einhalten: Was glaubt ihr wohl, weshalb die ARD sowohl in Das Erste als auch in ihren Radioprogrammen Werbung ausstrahlen darf? Antwort: Damit die Mediengebühr relativ niedrig gehalten werden kann!

    • Pietro am 27.11.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scherberger

      ....falsch. Mit Werbeeinnahmen und überrissenen Zwangsgebühren leistet sich die SRG im als grösster Arbeitgeber des Kleinkantons TI dort zwei Programme und ein überflüssiges 3.Programm in der Deutschschweiz und zerstört nachweislich die Medienvielfalt.

    • Hemd am 27.11.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Pietro

      In der Schweiz gibt es punkto Fernsehen keine Medienvielfalt, weil wir Schweizer schlicht nicht in der Lage sind, gutes Fernsehen zu machen. Siehe den Einheitsbrei aller Lokalstationen. Da ist die SRG echt nicht schuld dran.

    • Greg am 27.11.2017 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pierre

      Ohne SRG wirds nicht besser, sondern schlimmer

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