Umfrage

03. August 2017 20:43; Akt: 07.08.2017 11:49 Print

Die Bedeutung von Karten wird in Zukunft zunehmen

Schweizer setzen nach wie vor gern auf Bargeld. Laut einer Umfrage wollen viele dies auch in Zukunft tun, doch steigt die Bedeutung der Karten.

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Die Bedeutung von Kreditkarten in der Schweiz nimmt zu. Das zeigt eine Umfrage von Marketagent.com. Viele Menschen mögen aber nach wie vor auch das klassische Bargeld. Weil Bargeld so beliebt ist, stiess auch die Präsentation des neuen 20er-Nötlis bei den Schweizern auf grosses Interesse. Im Bild: SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg und Thomas Wiedmer, stellvertretendes Mitglied des Direktoriums. Die neue 20er-Note ist sicherer als die alte. Das wirkt sich auch auf die Produktionskosten aus. Sie fallen mit rund 40 Rappen pro Note etwa 10 Rappen teurer aus als bisher. «Wir stellen fest, dass die Lancierung eines neuen bargeldlosen Zahlungssystems in der Regel zu Lasten eines bisherigen bargeldlosen Zahlungsmittels und nicht auf Kosten des Bargelds geht», sagt Zurbrügg. Die Ausgabe der neuen Note begann am 17. Mai 2017. Nach der 50er- und der 20er-Note folgt die 10er-Note: Sie wird am 11. Oktober präsentiert und eine Woche später, am 18. Oktober, erstmals ausgegeben. Die neue 20er-Note kurz nach der Präsentation in Bern. Sie ist etwas kleiner als die alte. Sie besteht wie die im Frühling 2016 lancierte 50er-Note aus dem Durasafe-Substrat. Dieses besteht aus zwei Baumwoll-Papierschichten und wird in der Mitte durch einen Polymer-Kern verstärkt. Es besteht ein grosses Medieninteresse an der neuen Banknote. So sah der Entwurf für die neue 20er-Note aus. Für die Umrüstung der Bancomaten mussten die Banken viel Geld ausgeben. Die 20er-Note ist der Kreativität gewidmet und enthält als Motive ein Prisma, eine Leinwand und Schmetterlinge. Die Entwürfe der Grafikerin Manuela Pfrunder aus dem Jahr 2005. Bis 2019 soll die neue Serie vollständig im Umlauf sein. So sah der Entwurf für die 50er-Note aus. Die Grundfarbe sowie Elemente wie der Gleitschirmflieger oder die Berge wurden übernommen. Die definitive Version unterscheidet sich allerdings in einigen Punkten vom Entwurf. Vor allem die Vorderseite ... ... wurde im Vergleich zum Entwurf nochmals deutlich umgestaltet. Nach der Lancierung der neuen 50er-Note zeigte sich, dass sie aufbrechen kann, wenn sie der Länge nach gefaltet wird. Auch gewisse Beschriftungen waren nicht sonderlich beständig. Zum Vergleich: So sah die 50er-Note der Vorgängerserie aus. Manuela Pfrunder, Gestalterin der neuen Banknotenserie, anlässlich der Präsentation der 50er-Note im April 2016.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Viele Transaktionen im Handel verlaufen heute digital. Gerade in der Schweiz ziehen viele Leute es aber vor, mit Bargeld zu bezahlen. Eine neue Umfrage von Marketagent.com zeigt nun: Auch in Zukunft dürfte das Bargeld beliebt bleiben. Gefragt, ob sie in zehn Jahren gern häufiger mit Karten oder Apps bezahlen möchten, antworteten knapp 17 Prozent der Befragten, dass sie lieber beim Bargeld bleiben würden.

Umfrage
Braucht es heute noch Bargeld?
86 %
12 %
2 %
Insgesamt 7869 Teilnehmer

Umgekehrt gibt es aber auch mehr und mehr Nutzer, die gerne mit der Karte bezahlen. So antworteten auf dieselbe Frage 18 Prozent, dass sie es sehr begrüssen würden, mehr mit der Karte zu zahlen, 26,4 Prozent würden es begrüssen. 38,8 Prozent gaben an, dass es ihnen egal wäre.

Experte sieht grosses Potenzial für Karten

Für Sandro Graf, dem Zahlungsexperten der ZHAW ist klar, «dass Kredit- und Debitkartenzahlungen weiter zunehmen. Dieser Trend wird sich fortsetzen.» Grund dafür seien die Einfachheit in der Handhabung beim Zahlen sowie technologische Innovationen.

Die Kontaktlos-Funktion, die die meisten Kredit- sowie einige Debitkarten inzwischen integriert haben, stösst bei einem Teil der Befragten auf Zustimmung. So finden 15,8 Prozent die Funktion gut und nutzen sie, wenn immer möglich. Immerhin eher sinnvoll finden sie 26,2 Prozent der Befragten. In Zukunft ist es den Teilnehmern umgekehrt vor allem wichtig, kleinere Anschaffungen weiterhin mit Bargeld bezahlen zu können – zum Beispiel Zeitungen oder Getränke am Kiosk.

Grössere Anschaffungen mit der Karte

Grössere Anschaffungen wie ein Auto oder ein Elektrogerät möchten hingegen nur 18 Prozent der Befragten weiterhin unbedingt mit Kreditkarte bezahlen können. Auch bei Kleidung (32 Prozent), alkoholischen Getränken (30 Prozent) oder Dienstleistungen wie Massage oder Therapien (26 Prozent) ist der Anteil derjenigen, die unbedingt bar bezahlen möchten, eher tief.

Schliesslich gilt festzuhalten: Die Zahl der Kartennutzer steigt ständig. Dabei gilt laut Umfrage: Je solider die Ausbildung, desto beliebter ist die Nutzung der Karte (68 Prozent bei höherer Ausbildung).

Bargeld nicht überall gleich beliebt

Die Bargeldquote zwischen verschiedenen Ländern ist übrigens sehr unterschiedlich, wie vor kurzem ein internationaler Vergleich gezeigt hatte. Für diesen wurde der Wert des sich im Umlauf befindenden Bargelds von 20 Währungen ermittelt und in Bezug zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der jeweiligen Währungsregion gesetzt.

Das Beispiel des Euro zeigt: Der Gesamtwert aller Euro-Banknoten liegt bei rund 1,11 Billionen Euro. Der Euroraum hat ein BIP von 10,73 Billionen Euro. Der Anteil des Bargeldes an der Wirtschaftsleistung entspricht somit 10,34 Prozent.

Beim US-Dollar liegt der entsprechende Wert bei 8,37 Prozent, in der Schweiz liegt der Wert bei 11,17 Prozent. Die Schwedische Krone misst umgekehrt mit einer Quote von 1,24 Prozent den geringsten Wert der Untersuchung.

Skandinavier zahlen nur ungern Cash

Überhaupt, so zeigt die Untersuchung, sind die Skandinavier die grössten Bargeldmuffel weltweit. So beträgt die Quote bei den Norwegern 1,38 Prozent, bei den Dänen 3,29 Prozent und bei den Isländern 3,32 Prozent.

Update: Dieser Artikel wurde am 7. August um 11:37 Uhr angepasst. Die Antworten der Umfrageteilnehmer wurden detaillierter ausgeführt, der Titel verändert.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nubinu am 03.08.2017 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit

    Zum einen muss meine Bank nicht alles wissen und zum anderen finde ich, dass man so viel mehr realisiert, dass man Geld ausgegeben hat. Das ist mit der Kartenzahlung nicht so - schnell gibt man mehr aus als es manchmal gut ist.. Dennoch hat beides seine Berechtigung.

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  • Cris am 03.08.2017 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer würde profitieren?

    Bin ja mal gespannt ob die Bankenlobby unsere Regierung schlussendlich nicht doch herumkriegt. Gäbe es kein Bargeld mehr, gäbe es nur noch 'elektronisches' Buchgeld. Da dieses von privaten Banken aus dem Nichts (resp. Aus Schuld) selber hergestellt wird, hätten Banken die totale Kontrolle. Unser Geld wäre zu 100% privatisiert -statt wie heutzutage 'nur' zu 92%.

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  • Blerim am 03.08.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monatlicher bordellbesuch

    Also sagen wir so ich zahle gerne und fast alles mit karte, doch beim monatlichen bordellbesuch bevorzuge ich mit bargeld zu bezahlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 09.08.2017 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das so schwierig??

    Gemäss Umfrage sieht man hier wieder ein Mal, dass die Skandinavier meistens an ersten Stelle stehen, in Sache Innovation, praktisch und rationell handeln. Der Schweizer mit sehr langen Leitung und überlegen braucht meistens Jahrzehnten für seine Umstellung!!

  • Anonym am 06.08.2017 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt und macht was Ihr wollt!

    Ich bin noch nicht alt, aber ich horte immer Bargeld (auch Fremdwährungen) zuhause. In einem 500kg Safe, verschraubt in Wand und Boden. Den nutze ich auch für Waffenverschlüsse, Schmuck, Gold, Dokumente und Datensicherungen. Ich habe auch Debit- und Kreditkarten, nutze diese aber sehr selektiv. Es ist einfach ein gutes Gefühl immer flüssig zu sein. Und, mein Haus ist mit einer ausgezeichneten Alarmanlage gesichert und alles im Safe ist versichert und versteuert.

  • ALfred A. am 05.08.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Prepaid Kreditkarte TravelCash

    Gut für Wenigbenützer. Geringe Gebühren ohne Grundgebühr. Keine Kopplung an das Bankkonto. Null IST Null. Funktioniert ansonsten wie eine vollwertige MasterCard. Passt perfekt.

  • Martial2 am 05.08.2017 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Checks & Plastikgeld, fertig...

    Früher bezahlten wir öfters mittels Bankchecks, das war auch sehr praktisch. Keine grosse Summen an Bargeld in der Tasche...!

  • Martial2 am 05.08.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das war ein Mal...

    Mit Bargeld zahlen, das ist vorbei, passé... Wer tragt schon einige Hunderter Noten bei sich? Gefahr von Überfall, Verlust. In den USA sind die Banknoten absolut nicht willkommen, wegen Fälschungen und Schwarzgeld!

    • Kilian am 05.08.2017 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Glücklicherweise ..

      .. sind wir hier eben nicht in den USA! 200 bis 300 CHF trage ich normalerweise bei mir.

    • jasmin am 07.08.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      nö......

      nö nicht das ich wüsste MARTIAL2 ich sehe immer ganz viele die mit Bargeld zahlen. mir käme nie in den sinn mit KK zu zahlen. ich bezahle sogar in den immer alles in bar egal wo ich bin.

    • Martial2 am 09.08.2017 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kilian

      Und wenn Sie überfallen werden tragen Sie aus Verletzungen nichts mehr auf sich. Sehr gescheit überlegt, wie der Schweizer ist...!

    • Martial2 am 09.08.2017 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @jasmin

      Das ist Ihre Sache, wir bezahlen ab 50 CHF seit 25 Jahre alles mit KK/Bankkarte. Ende Monat ausführliche Abrechnung... Null Problemo, sogar für die, die ihre Finanzen nicht im Griff haben sollten!

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