Fragiler Hype

04. Dezember 2017 12:41; Akt: 04.12.2017 14:28 Print

Das könnte die Bitcoin-Blase zum Platzen bringen

von Dominic Benz - Der Kurs der digitalen Währung hat Rekordwerte erreicht. Aus diesen fünf Gründen könnte der Höhenflug aber bald vorbei sein.

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Nach dem jüngsten Rekordhoch befindet sich der Bitcoin-Kurs wieder auf einer wilden Berg- und Talfahrt. Die starken Kursschwankungen zeigen denn auch: Der Bitcoin-Boom ist extrem fragil. Was könnte dem Hype ein Ende bereiten? 20 Minuten hat fünf Gründe gefunden:

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Konkurrenz-Währungen
Bitcoin ist zwar die bekannteste, aber nicht die einzige virtuelle Währung. So gibt es beispielsweise auch Ether, hinter Bitcoin die Nummer zwei auf dem Markt. Würde Ether oder eine andere Kryptowährung plötzlich einen nachhaltigen Boom erleben, könnte dieser die Bitcoin-Blase zum Platzen bringen. Investitionen in Bitcoins würden dann plötzlich woanders hinfliessen.

Stärkere Regulierungen
Viele Experten sind überzeugt: Das gigantische Kurs-Plus ist nur möglich, weil der Handel mit Kryptowährungen kaum reguliert ist. Das könnte sich ändern. Häufige Hacker-Angriffe, der Kauf von Waffen mit Bitcoins oder die immer grösser werdende Ähnlichkeit mit dem regulären Börsenhandel rufen weltweit die Regulierungsbehörden auf den Plan.

Auch die Schweizerische Finanzmarktaufsicht (Finma) beobachtet die Entwicklungen genau. Mark Haefele, Investmentchef der UBS, sagt zur Nachrichtenagentur Bloomberg: «Alles, was es bräuchte, wäre ein mit Bitcoins finanzierter Terroranschlag in den USA.» Dann würden die US-Behörden schnell mit Regeln einschreiten.

Diebstahl durch Hacker
Immer wieder klauen Hacker die virtuellen Vergmögenswerte. So ging 2014 die in Tokio ansässige Bitcoin-Börse Mt. Gox pleite und behauptete, Cyperkriminelle hätten rund eine halbe Milliarde Dollar an Bitcoins gestohlen. Die Folge: Der Bitcoin-Kurs rasselte in die Tiefe.

Dasselbe geschah, als die Handelsplattform Bitfinex in Hongkong im letzten Jahr den Diebstahl von rund 70 Millionen Dollar bekannt gab. Ein massiver Hacker-Angriff auf eine prominente Bitcoin-Plattform könnte den Kurs erneut auf Talfahrt schicken.

Gewinnmitnahmen
Als am vergangenen Mittwoch der Bitcoin die Marke von 11'000 Dollar knackte, kollabierten zwei der grössten Handelsplattformen in der USA. Grund: Die Nutzerzahlen waren laut Angaben der Betreiber zu hoch. Das zeigt die starke spekulative Dynamik hinter dem Preisanstieg.

Die gleiche Kraft könnte aber auch das Gegenteil bewirken und den Kurs in den Keller rauschen lassen. Insbesondere dann, wenn gewisse Rekordmarken geknackt wurden. Investoren könnten jetzt die Gewinne ins Trockene bringen. Diese Gewinnmitnahmen könnten gemäss der Nachrichtenagentur starke Rückgänge und einen Verkaufsdruck verursachen.

Fehlender Realwert
Hinter dem Bitcoin-Wahnsinn steckt eine Goldgräberstimmung, die mit Logik nichts zu tun hat. Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fordert daher ein Bitcoin-Verbot. Die Kryptowährung erfülle «keinerlei sinnvolle soziale Funktion», sagte er zu Bloomberg. Das Problem: Im Gegensatz zu normalen Währungen oder Aktien fehlt dem Bitcoin ein realer Gegenwert. Welcher Preis gerechtfertigt ist, lässt sich demnach gar nicht genau sagen.

Daisuke Yasaku, Finanzexperte am Daiwa-Institut in Tokio, bringt es auf den Punkt: «Wir können im Moment nicht so einfach sagen, ob die Blase platzen wird oder ob es sich überhaupt um eine Blase handelt.» Laut Bloomberg könnte es aber enden wie bei der Dotcom-Blase im Jahr 2000: Damals hatten die Investoren ebenfalls keine Ahnung, wie viel Wert ihre Anlagen tatsächlich hatten. Das Platzen der Blase war daher nur eine Frage der Zeit.

Sie wurden mit Bitcoins schweinisch reich

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gnihihihi am 04.12.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gnihihihi

    Lest den Artikel nochmals durch :-) Fast alle Aussagen treffen auch auf normale Währungen zu. Nur weil Bitcoin neu und anders ist, muss er ja nicht gleich scheitern...

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  • Milan am 04.12.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    BITCOIN NICHT VERTEUFELN

    1. Es ist ja genau der Sinn der Sache, dass Cryptowährungen nicht reguliert sind! 2. Auf einer Hardwallet sind deine Coins sicher vor Diebstahl - wer das nicht versteht soll das Thema Blockchain noch einmal genau anschauen 3. Der Franken hat auch nur einen Wert weil die SNB sagt, dass Zettel, auf denen SNB steht etwas wert sind Ich würde Cryptocurrencys sicher vorsichtig betrachten, aber nicht die ganze Zeit die Apokalypse prophezeien, nur um rechtzufertigen, dass man nicht investiert!

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  • m, 41, CH am 04.12.2017 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mir passts

    Genau das gleiche wurde vor einem Jahr und den Jahren zuvor geschrieben. Klar haben die klassischen Banken keine Freude am BTC, aber es ist nunmal die Zukunft. Irgendwann wenn alle BTC's geschürft wurden, wird sich der Preis einpendeln. Ich z.B. schaue gerne alle paar Stunden in meine Wallet um zu sehen wie er gestiegen ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • dudli am 04.12.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo?

    könnt ihr mir gute seiten vorschlagen wo ich ether oder bitcoins kaufen kann? auszahlen soll möglichst einfach gehen bitte (hab gelesen das einige seiten schwierigkeiten machen) ich möchte eben paae 100 fränkli investieren.

  • Diogenes am 04.12.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papier nimmt alles an

    Man hört immer nur von denen die billig gekauft und jetzt einen Riesen Kursgewinn gemacht haben. Eines ist jetzt schon klar , dass beim platzen der Blase sie natürlich im richtigen Moment abgesprungen sind und verkauft haben;-))))

  • Intressierter am 04.12.2017 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Blockchain

    Btc ist ja schon mindestens 3mal (meineswissens) geplatzt. Und genau das ist ja der sinn der sache. Nur mit dem grossen unterschied das es eine begrenzte währung ist. Klar kann man technisch gesehen noch mehr bitcoins kreieren aber dafür müssten alle blocks mitmachen, und das ist jetzt schon nahezu unmöglich. Derzwit gibt es 16.6millionen btc, bis 2030 soll es 21millionen btc geben.. mehr nicht. Bis dahin wird es auch noch einige blasen geben die platzen... wer aktuell investiert, investiert vor allem in die blochchain technologie. Und die finde ich revolutionär. Auch für andere bereiche.

  • Ethereum am 04.12.2017 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ethereum for the win

    Schaut euch mal Ethereum an :) Bessere Technik, weniger Transaktionskosten.

  • Jeffrey Spector am 04.12.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weckruf an die Mächtigen

    So wie manche Exponenten von Hochfinanz, Ökonomen, Regierungen und Behörden gegen Bitcoin und andere Kryptowährungen schiessen, muss ihnen der Schreck über die entgleitende Kontrolle ganz gehörig in die Glieder fahren. Gut so, das bestärkt viele Leute jetzt erst recht weiterzumachen. Wenn 50 Millionen Leute für 100 Krypto kaufen ist das eine Graswurzelbewegung. Es wird das Finanz und Steuersystem nachhaltig verändern - zum Besseren.