1. Semester 2016

25. Juli 2016 08:22; Akt: 25.07.2016 09:50 Print

Julius Bär verachtfacht Gewinn

Die Gewinnzahlen der Privatbank glänzen. Die Steigerung ist aber nicht primär das Resultat einer sprunghaften Verbesserung des Geschäftsverlaufs.

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Freut sich über Gewinnsprung: CEO Boris Collardi, hier während einer Generalversammlung. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Die Privatbank Julius Bär hat im ersten Halbjahr den Gewinn gegenüber dem Vorjahr vervielfacht. Der Gewinnsprung ist jedoch vor allem das Resultat hoher Sonderkosten im ersten Semester 2015. Geschäftlich erreichte die Bank ein solides Resultat.

Die Bankengruppe Julius Bär hat ein gutes Halbjahr hinter sich. Der Konzerngewinn fiel mit 362,1 Millionen Franken mehr als achtmal höher aus als im Vorjahr. Die verwalteten Vermögen nahmen um 3,9 Prozent auf 311,4 Milliarden Franken zu. Entsprechend erfreut äussert sich Julius Bär Chef Boris Collardi. «Die neuerliche Ausrichtung auf organisches Wachstum, ohne mögliche Übernahmen auszuschliessen, zahlt sich mehr und mehr aus», lässt er sich in der Mitteilung vom Montag zitieren.

Sondereffekte

Die markante Verbesserung des Gewinns im ersten Halbjahr ist jedoch nicht primär das Resultat einer sprunghaften Verbesserung des Geschäftsverlaufs. Die Bank hat auch deutlich von Sondereffekten profitiert. So fiel im Vorhalbjahr eine Rückstellung von 326 Millionen Franken für die Beilegung des US-Steuerstreits an. Zudem haben sich die Ausgaben für Amortisationen und Abschreibungen halbiert (von 93,8 Millionen Franken auf 47,2 Millionen Franken).

Ohne diese Sondereffekte fällt das Ergebnis solide aus. Der bereinigte Gewinn stieg um 4,7 Prozent auf 402,0 Millionen Franken. Der Nettoneugeldzufluss betrug 5,5 Milliarden Franken nach 6,5 Milliarden Franken im Vorjahr. Der Betriebsertrag nahm um 1,2 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken zu.

Rückläufiges Handelsgeschäft

Im Verhältnis zum verwalteten Vermögen war die Bank weniger rentabel unterwegs als im Vorjahr. Die durchschnittlichen Vermögen sind nämlich mit 6,0 Prozent deutlich stärker als die Einkünfte gestiegen. Die Bank erklärt diesen Rückgang mit der niedrigeren Kundenaktivitäten als im Vorjahr. Damals hatte Julius Bär von der Aufhebung des Euromindestkurses profitiert, der den Handel belebte.

Tatsächlich reduzierte sich die Erträge aus dem Handelsgeschäft innert Jahresfrist um 12 Prozent auf 298 Millionen Franken. Beim ebenfalls von der Zurückhaltung der Kunden betroffenen Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft reduzierte sich der Erfolg um 7 Prozent auf 739 Millionen Franken. Deutlich um 26 Prozent auf 330 Millionen Franken dagegen nahmen die Erträge aus dem Zinsengeschäft zu.

Diese in Anbetracht der Negativzinsen erstaunliche Steigerung ist die Folge verschiedener Faktoren. So konnte die Privatbank das Volumen der Ausleihen um 12 Prozent steigern und gleichzeitig die Kreditmargen ausdehnen. Die Bank hat zudem bei der Kapitalbeschaffung und Bewirtschaftung Fortschritte gemacht.

Verbesserung erwartet

Auf der Ausgabenseite sticht ins Auge, dass die Privatbank trotz einem deutlichen Anstieg der Vollzeitstellen um 9,2 Prozent auf 5856 die Personalausgaben um 1 Prozent auf 623 Millionen Franken hat senken können. Grund dafür ist jedoch vor allem eine Anpassungen des Pensionskassenplans in der Schweiz, der die Kosten um 63 Millionen Franken reduziert hat. Ohne diese Anpassung erhöhte sich der Personalaufwand im Einklang mit der Zunahme der Angestellten um 9 Prozent.

Beim Ausblick erwartet die Bank gemäss den Unterlagen eine leichte Verbesserung des Geschäftsverlaufs im zweiten Halbjahr. So soll die um Sondereffekte bereinigte Kosten-Einkommensrate (CIR) von 71 Prozent im ersten Halbjahr auf 68 bis 69 Prozent für das Gesamtjahr sinken. Die Mittelfristziele lässt die Bank unverändert. So strebt Julius Bär nach wie vor eine CIR von 64 bis 68 Prozent an. Die Neugeld- und die Vorsteuermarge soll 4 bis 6 Prozent respektive mehr als 30 Basispunkte betragen.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ottokar von Böhmen am 25.07.2016 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reserven dringendst erforderlich!

    Diese Bank - wie auch alle übrigen - tut gut daran, hohe CHF-Reserven zu halten! Es ist eine Frage der Zeit, bis die EU-Gelddruckerei hochgeht und die Leute merken, was hinter dieser Währung steckt. Nämlich gar nichts! Die EU und ihre Banknotendrucker sind gerade dabei, Milliardenvermögen ihrer Bürger mutwillig zu zerstören! Eine Riesenkatastrophe droht!

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  • Milan am 25.07.2016 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerstreit

    Letztes Jahr währe der Gewinn beinahe der gleiche gewesen, jedoch mussten Sie durch den US Steuerstreit sehr viele Rückstellungen vornehmen was die Bilanz verkleinerte. Dies mussten Sie in diesem Jahr nicht tun.

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  • finanz platz am 25.07.2016 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sind die zahlen wirklich so gut?

    schauen wir mal wie die experten zu dieser leistung stellung nehmen werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Makatitom am 25.07.2016 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Was, nur verachtfacht?

    da müssen dringendst tausende von Stellen unten abgebaut werden, sonst muss der arme CEO plötzlich noch mit einem Bonus, welcher sich nur im zweistelligen Mio-bereich bewegt, zufrieden sein

    • N/W am 26.07.2016 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Makatitom

      Es handelt sich bei dieser Bank um ein rein privates Unternehmen. Und dieses darf mit seinem Geld nun mal machen was es will. Ob es Ihnen passt oder nicht.

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  • Milan am 25.07.2016 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerstreit

    Letztes Jahr währe der Gewinn beinahe der gleiche gewesen, jedoch mussten Sie durch den US Steuerstreit sehr viele Rückstellungen vornehmen was die Bilanz verkleinerte. Dies mussten Sie in diesem Jahr nicht tun.

    • Rosi am 25.07.2016 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Milan

      Wen interessiert das schon ausser die Banker, 8 mal mehr um Bonus zu verteilen, das wars dann. Da bleibe ich meiner Bank Treu und erhalte wenigstens noch 6% Zins.

    • Cartman1993 am 25.07.2016 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rosi

      6% bei welcher Verfügbarkeit?

    • Supermario am 25.07.2016 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Das Brett vor...

      Genau das steht ja auch im Artikel, wenn man ihn denn ganz durchlesen würde!

    • Will Tell am 25.07.2016 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rosi

      Höchstens in deinen Träumen kriegst du 6% Zins von deiner Bank.

    • Rosi am 25.07.2016 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman1993

      Ein ganz normales Depot für 1, 2, 3, 4 Jahre ganz beliebig wie wie ich will, kann natürlich auch länger. Garantiert 6% ob du es glaubst oder nicht, ist aber Tatsache.

    • Simone am 25.07.2016 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rosi

      Welche Bank zahlt 6% Zinsen? Ich glaube nicht dass duein so grosses Vermögen hast, dass du solche Spezialkonditionen aushandeln konntest.. :-D Wenn ja, schön für dich aber reibs doch dem Normalo nicht unter die Nase... aber warscheinlicher ist ja dass du hier deine Wunschträume niederschreinst. haha

    • Simone am 25.07.2016 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rosi

      Da hatte der Banker aber schöne Augen gel ;-)

    • Supermario am 26.07.2016 08:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Rosi und Simone

      Ob gross oder klein; solche Zinsen erhältst Du risikolos ausschliesslich in Schrottwährungen oder mit Schrottanlagen! Wer was anderes behauptet hat schlicht und einfach ein Brett vor den Augen.

    • Anleger am 26.07.2016 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      hahaha bester Witz

      @Rosi sooooo ein Schwachsinn 6% und das vermutlich auch ohne irgend ein Risiko oder? Jemand träumt ein bisschen zu viel oder hast du der Stein der Weisen gefunden hahahaha Naja viel Spass

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  • Ottokar von Böhmen am 25.07.2016 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reserven dringendst erforderlich!

    Diese Bank - wie auch alle übrigen - tut gut daran, hohe CHF-Reserven zu halten! Es ist eine Frage der Zeit, bis die EU-Gelddruckerei hochgeht und die Leute merken, was hinter dieser Währung steckt. Nämlich gar nichts! Die EU und ihre Banknotendrucker sind gerade dabei, Milliardenvermögen ihrer Bürger mutwillig zu zerstören! Eine Riesenkatastrophe droht!

    • Heinz Maier am 25.07.2016 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Ottokar von Böhmen

      dafür gibt es ja gesetzliche und freie Reserven, welche die bank tätigen muss. bei jeder dividendenausschüttung, tantiemen etc. müssen je nach vorhandenen reserven oder eben über den gesetzlichen Reserven hinweg, wie z.b. bei superdividenden, neue reserven gebildet werden. kurze info für alle jene, welche wieder behaupten, dass der gesamte gewinn an die aktionäre ausgeschüttet werden kann.

    • Cartman1993 am 25.07.2016 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ottokar von Böhmen

      Werden Reserven nicht immer in der lokal Währung gebildet?

    • Supermario am 25.07.2016 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Experte Otto

      Bär ist in allererster Linie eine Vermögensverwaltungsbank! Die müssen eben primär die Gelder ihrer Kunden ANLEGEN; in welchen Währungen und Instrumenten genau von denen auch gewünscht werden!

    • Armes Au am 25.07.2016 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ottokar von Böhmen

      Und Sie glauben es wird nicht 1:1 in der Schweiz wiederspiegeln, was?

    • Kari am 28.07.2016 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      Ottokar

      Wieviel Geld muss ich einzahlen, dass ich zur Baer-Bank kann?....,o.k.,ich traue eh keener Bank mehr, mein Geld habe ich im Garten vergraben fuer bessere Zeiten!

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  • finanz platz am 25.07.2016 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sind die zahlen wirklich so gut?

    schauen wir mal wie die experten zu dieser leistung stellung nehmen werden.