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30. Oktober 2017 07:36; Akt: 30.10.2017 17:48 Print

Novartis kauft Krebs-Firma für fast vier Milliarden

Der Pharmakonzern will mit der Firma Advanced Accelerator Applications Wissen im Bereich Nuklearmedizin erwerben. Eine Therapie der Franzosen ist seit kurzem zugelassen.

Im Bereich der personalisierten Krebstherapie tätig: Video der Firma AAA.
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Der Pharmakonzern Novartis will das französische Pharmaunternehmen Advanced Accelerator Applications (AAA) für 3,9 Milliarden Dollar kaufen und damit sein Krebsgeschäft ausbauen. AAA ist auf Nuklearmedizin spezialisiert.

Novartis hat mit AAA eine entsprechende Vereinbarung, ein Memorandum of Understanding, unterschrieben, wie der Konzern heute mitteilte. Das Gebot soll nach der Konsultation mit den Arbeitnehmervertretern veröffentlicht werden.

Demzufolge will Novartis den Aktionären des radiopharmazeutischen Unternehmens 41 Dollar pro Stammaktie bieten sowie 82 Dollar pro American Depositary Share, die zwei Aktien entsprechen. Die Aktien von AAA werden an der Technologiebörse Nasdaq in New York gehandelt. Unter anderem hält das Zuger Beteiligungsunternehmen HBM Healthcare Anteile an AAA.

550 Mitarbeitende

AAA ist auf die molekulare Nuklearmedizin spezialisiert, die unter anderem schwere Krebserkrankungen diagnostiziert und behandelt. AAA verfügt insbesondere über die RadioLigand-Therapie (RLT) Lutather, die seit September in Europa zugelassen ist. Zudem wird derzeit ein Gesuch in den USA geprüft. Mit dem Medikament werden neuroendokrine Tumore behandelt.

Im vergangenen Jahr hat AAA 109 Millionen Euro umgesetzt. Die Gruppe betreibt 21 Produktions- und Forschungsstätten. Rund 550 Angestellte in 13 Ländern, darunter auch in der Schweiz, arbeiten für das Unternehmen.

Der Zukauf stärke das Krebsgeschäft von Novartis nicht nur mit bevorstehenden Produktlancierungen, sondern auch einer neuen Technologieplattform mit möglichen Anwendungen für eine Reihe von onkologischen Programmen in der Frühentwicklung, heisst es in der Mitteilung.

Wachstumsphase ab 2018

Novartis hat sich in den letzten Jahren stark umgebaut. Einige Geschäftsbereiche wurden abgestossen, andere verstärkt. Allerdings war Novartis eher zurückhaltend bei grossen Übernahmen.

Ab dem nächsten Jahr soll der Konzern nun gemäss Ankündigung der Führungsspitze in eine neue Wachstumsphase eintreten. Konzernchef Joe Jimenez übergibt im Februar sein Amt an Vasant Narasimhan, der momentan die Medikamentenentwicklung leitet.

(rub/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Truth am 30.10.2017 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Na toll das heisst es wird mehr überteuerte Medikamente made in Switzerland. Die grossen Pharmaka neme mehr und mehr Monopol stellungen. Ein Hoch auf die Freie Marktwirtschaft.

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  • Stefan W. am 30.10.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext

    Die Schweizer Kunden bezahlen dies dann wie gewohnt mit Abzocker-Preisen.

  • Justina am 30.10.2017 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Geldmacherei

    Genau deswegen ist Methadon nicht für die Krebstherapie "zugelassen" und Forschung dazu wird nicht nur, nicht unterstützt sondern sogar bewusst verhindert. Informiert euch mal über Methadon im Zusammenhang mit Chemo.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cyrill Hotz Luzern am 31.10.2017 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaufen

    Bravo! Ist doch grossartig! Was gibt es da wieder zu kritisieren?!

  • Simon am 31.10.2017 04:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    seit dem

    Seit meine Freundin in Genf lebt kaufe ich in Frankreich ein. Zu 90 % Schweizer Produkte zu 100% Bio. Wenn Waschmittel und Medikamente dazu kommen bezahle ich für 3 Wochen Einkauf knapp über 100 Euro. wie lange will man die Leute hier noch für dumm verkaufen? Stetig steigende Preise und stetig schrumpfende löhne dank Teuerung + nicht vorhandene Lohnerhöhung. Aber der Schweizer glaubt immer noch es sind die hohen schweizer Löhne die einen 10 fach höheren preis der produkte rechtfertigen? klar.... Ausserdem leben wir doch in einer Globalisierten welt. Von dem her...

    • Solche Menschen lieben... am 31.10.2017 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      Über die hohen Preise jammern, dann aber einen entsprechenden Hochlohn beziehen und ab ins Nachbarland einkaufen gehen. Das ist Rosinenpickerei und erst noch schädlich für unsre Volkswirtschaft.

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  • simi am 30.10.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir werden belogen und betrogen

    das gleiche ist mit HIV, ich bin überzeugt, dass es ein Gegenmittel gibt, aber würden sie es preisgeben dann fließen keine Gelder mehr für die Forschung .

  • Funny Price am 30.10.2017 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    KrankenKassen

    Freunde, nicht nur Medikamente, denkt daran, auch die Krankenkassen werden dann erst recht umso teurer!!!

  • Christian am 30.10.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Glyphosomat-Verbot

    Das Verbot von diversen Pestiziden würde wohl mehr bringen als die Pharma mit ihren viel zu teuren Medis.

    • Schöns Tägli am 31.10.2017 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christian

      Ich weiss nicht, was amüsanter ist: Dein Glyphosomat (eig. Glyphosat) oder die 57 Leute, die Daumen hoch drückten :)

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