Bürgenstock NW

17. Mai 2017 18:58; Akt: 17.05.2017 19:02 Print

550 Mio Franken für Luxushotels der Scheichs

Der neue Residenzort auf dem Bürgenstock befindet sich auf der Zielgeraden. Vom grossen Komplex profitiert auch der Konzern Siemens.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die ersten beiden neu gebauten Hotels auf dem Bürgenstock sollen im August eröffnet werden. Ein genaues Datum wollte Bruno Schöpfer, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Katara Hospitality Switzerland, am Mittwoch am Rande einer Führung durch die gewaltige Anlage im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda nicht nennen. Bisher war lediglich von einer Eröffnung im Sommer 2017 die Rede gewesen.

Während das eine von den drei neuen Hotels, das Palace, schon recht fertig aussieht, sind anderswo die Bauarbeiten noch voll im Gang. Vielerorts stehen Gerüste. Bauarbeiter hämmern, bohren, schneiden. Kabel hängen von der Decke und schlängeln sich am Boden.

30 Gebäude und Sportanlagen

Mittlerweile habe man etwa 80 bis 90 Prozent des Resorts fertiggestellt, sagte der Leiter des Projektmanagements, Roland Wyrsch. Die Tourismusanlage auf dem Bürgenstock umfasst 30 Gebäude und Sportanlagen. Dazu gehören vier Hotels mit rund 400 Zimmern und 68 Residenzsuiten sowie ein Dutzend Restaurant und Bars.

Hinzu kommen ein Medizinal- und Wellnesskomplex, eine grosse Spa-Anlage, ein Konferenzzentrum sowie eine Shoppingzeile, wo der Uhrenkonzern Swatch einen guten Teil der Ladenflächen gemietet hat, wie Wyrsch erzählt. Der Kern der Anlage erstreckt sich auf über einem Kilometer.

Eröffnung im August

Im August sollen die beiden Hotels Palace und Bürgenstock die Türen öffnen. Ganz fertig sein wird das Hotel Bürgenstock allerdings noch nicht. In den oberen Stöcken dürfte noch gearbeitet werden, darunter auch in der 1500 Quadratmeter grossen Präsidentensuite mit ihren sechs Schlafzimmern, sagte Wyrsch. Das Waldhotel solle dann im Oktober Gäste empfangen.

Die ganze Anlage dürfte grosso modo bis Ende Jahr fertiggestellt sein, sagte Wyrsch. Eigentlich war als Eröffnungstermin 2014 vorgesehen gewesen. Dies hat sich als zu optimistisch erwiesen. Man habe 147 Baugesuche einreichen müssen und es mit zwei Zonen- und Gestaltungsplänen zu tun gehabt, sagte Schöpfer.

Alleine die Bewilligungsphase habe drei Jahre gedauert. Dabei habe es keine einzige Einsprache gegeben. «Sonst wären wir noch nirgends», sagte Schöpfer.

Mehr als halbe Milliarde investiert

Insgesamt würden 550 Millionen Franken ins Resort investiert, sagte Schöpfer. Das Geld kommt vom katarischen Staatsfonds, der hinter der Betreibergesellschaft Katara Hospitality mit Sitz in Zug steht. Neben dem Bürgenstock Resort gehören auch die Luxushotels Schweizerhof in Bern und das Royal Savoy in Lausanne zu Katara Hospitality.

Beim Bürgenstock Resort werden jährlich 100'000 Tagesgäste und 150'000 Übernachtungen erwartet. Das Resort wird 650 Vollzeitstellen anbieten und soll in drei bis vier Jahren nach der Eröffnung einen Jahresumsatz von 100 Millionen Franken erwirtschaften.

Einzigartig in der Schweiz dürfte die Wasseranlage sein, die nicht nur fürs Trinkwasser, sondern auch fürs Heizen des ganzen Resorts im Winter und für Kühlen im Sommer verwendet wird. Das Wasser wird aus dem Vierwaldstättersee gut 500 Meter nach oben auf den Berg gepumpt. Gesteuert wird die ganze Energiezentrale und Gebäudetechnik mit Systemen von Siemens. Die Aufträge vom Bürgenstock dürften Siemens rund 10 Millionen Franken Umsatz gebracht haben, sagte Siemens Schweiz-Chef Siegfried Gerlach der sda.

Weniger Umsatz bei Siemens Schweiz

Siemens Schweiz gab anlässlich der Präsentation des Bürgenstock Resorts auch die Halbjahreszahlen bekannt. Der Umsatz der Regionalgesellschaft des deutschen Industriegiganten fiel von 514 Millionen auf 509 Millionen Franken.

Dennoch zeigte sich Gerlach zufrieden. Denn der Auftragseingang habe von 490 Millionen auf 574 Millionen Franken zugenommen. Deshalb werde der Umsatz in Zukunft auch wieder wachsen.

Er rechne mit einer Umsatzsteigerung von 3 bis 4 Prozent im gesamten Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September). Der Auftragseingang von Siemens Schweiz dürfte sogar um 6 bis 7 Prozent zulegen, sagte Gerlach, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

(fal/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal Keller am 17.05.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ausländer

    wir wir ja schon vor einiver Zeit erfahren haben werden von diesen zeitstellen fast 80% NICHT an schweizer Arbeitnehmer vergeben. lait betreiber gibt es in der Schweiz zu wenig Fachpersonal. wer 80% der Belegschaft aus dem Ausland bezieht kann es mit dem Standort Schweiz nicht wirklich ernst meinen. da geht es nur um das grosse Geld... dank unseren Gesetzen und userer Regierung ist dies aber absolut legitim. es kommt die Zeit wo ein Schweizer auf dem Arbeitsmarkt kaum bis nicht erwünscht ist. mein ehemaliger Arbeitgeber im bereich Gartenbau, Unterhalt und Architektur beschäftigt selber 70% Grenzgänger. da herrscht aber keineswegs Fachkräftemangel. aber schweizer arbejten hald nicht für 4500fr min Lohn mit jahrelanger erfahrung

    einklappen einklappen
  • Roger am 17.05.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dem Kapital geopfert

    So wird unsere Heimat für ausländische "Bonzen" verbaut und zubetoniert " ! Profitieren wird nur das Kapital, Schweizer Normalverdiener werden sich dort bestimmt keinen Aufenthalt leisten können,auch Arbeitsplätze bringt es,wie ja berichtet wurde, für Schweizer nur wenige! Dem Kapital wird alles geopfert und sollte dieses Grossprojekt dann doch nicht wie erwartet rentieren(wie Sawiris Andermatt-Projekt), bleibt der Schaden an der Schweiz hängen,zerstört ist einer der schönsten Plätze der Schweiz dann auf jeden Fall!

    einklappen einklappen
  • Gerry am 17.05.2017 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Gelingen

    Hoffe es kommt einheimisches Personal zum Einsatz und diese Hotels rentieren !

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gery am 25.05.2017 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bürgenstock

    Wer einmal in Dubai war, für den ist das Normal. Hier wird jeden Tag sowas aufgestellt. Khalifa in 6 Jahren fertig. Preis ist keine Frage.

  • werner am 19.05.2017 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Alles neu macht der Mai

    Alle 100Jahre einen Neu-Anfang...wie war es denn vor 100Jahren als die Engländer unsere Hotel-Paläste in den Schweizer-Bergen hochzogen mit Geld aus dem Ausland und englischsprechendes Personal einstellte...nun haben diese Paläste zum grossen Teil ausgedient und es beginnt Alles wieder von Vorne-seid doch froh zum Glück unserer Hotellerie in der Schweiz!!!

  • A.Wurz am 18.05.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    hat fast schon Tradition in Lu, dass

    ausländische Investoren Tradition-Häuser kaufen und dann anschließend sanieren (was ja beim Bürgebnstrock sehr lange dauerte, da war die Geduld in LU schon ziemlich strapaziert worden), später realisieren die Investoren das sie niemals die errechnete Rendite erwirtschaften werden und verkaufen wieder an einen Einheimischen! Die einzigen solchen "Luxus-Resorts" die hier überleben, sind "Hobbys/Leidenschaft" eines stink Reichen und nicht aus Profit gründen.

  • Alain Allam am 18.05.2017 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass, der Movenpick-Zerstörer ist wieder da

    Niemand erinnert sich daran. Einer der besten Beispiele von goldenem Fallschirme ist wieder da. Diesmal mindestens wird kein Schweizer Kapital vernichtet.

  • Alter Sack am 18.05.2017 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie rentabel

    Pleite schon geplant... wieder einmal will ein Investor 7 Prozent Rendite... (von 500 000 000... und der Gerant will auch noch leben... das wird wohl in die Hose gehen.