Oxfam-Studie

16. Januar 2017 02:55; Akt: 17.01.2017 09:43 Print

8 Männer besitzen mehr als die halbe Menschheit

Die Schere zwischen Reich und Arm ist laut einer neuen Studie weitaus grösser als bisher angenommen.

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Die acht reichsten Männer besitzen zusammen mehr Geld als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Das geht aus einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam hervor. Die weltweite soziale Ungleichheit ist demnach grösser als angenommen.

Bill Gates, Amancio Ortega, Warren Buffett, Carlos Slim Helu, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Larry Ellison und Michael Bloomberg: Sie besassen im vergangenen Jahr 426 Milliarden Dollar – 3,6 Milliarden Menschen kamen dagegen zusammen auf lediglich 409 Milliarden Dollar, wie Oxfam am Montag zum Auftakt des WEF in Davos schreibt.

Vor einem Jahr hatte die Organisation noch vorgerechnet, das Verhältnis liege bei 62 Personen, deren Vermögen jenem der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung entspreche. Neue Vermögensdaten, insbesondere aus China und Indien, würden nun aber zeigen, dass die Ärmeren deutlich weniger Vermögen besitzen als bislang angenommen. So wären es damals bloss neun Milliardäre gewesen, die das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung aufwogen.

Diese Entwicklung hängt laut der Organisation mit Möglichkeiten reicher Menschen und internationaler Konzerne zusammen, sich «Vorteile auf Kosten des Allgemeinwohls zu verschaffen». Dies gelinge etwa durch aggressive Steuervermeidungstechniken oder die Nutzung von Steueroasen und treibe Staaten in einen «ruinösen Wettlauf um Niedrigsteuersätze».

Die zehn grössten Konzerne hätten im vergangenen Jahr mehr Einnahmen erzielt als 180 Staaten zusammen. Oxfam kritisiert weiter die Tendenz bei Unternehmen, Gewinne für Aktionäre zu maximieren. Seien in Grossbritannien 1970 noch 10 Prozent der Gewinne an Anteilseigner ausgeschüttet worden, stehe die Zahl heute bei 70 Prozent. Das funktioniere besonders für die Reichen, da die Mehrheit der Aktionäre zu den Wohlhabendsten der Gesellschaft zählten.

«Feinde einer solidarischen Gesellschaft»

Der wachsende Graben beschädige den sozialen Zusammenhalt, behindere den Kampf gegen Armut und untergrabe den Glauben an die Demokratie, warnt die Organisation. «So bereitet Ungleichheit den Boden für Rechtspopulisten und andere Feinde einer solidarischen Gesellschaft.»

Oxfam fordert einen weltweiten Mindeststeuersatz für Konzerne, die Schliessung von Steueroasen, Transparenz bei Gewinnen und Steuerzahlungen internationaler Konzerne sowie Steuern auf sehr hohe Einkommen und Vermögen. Die Regierungen müssten «für die 99 Prozent» arbeiten.

Die neusten Daten beruhen auf dem Credit Suisse Global Wealth Databook 2016 und der aktuellen Forbes-Milliardärsliste.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Iceman422 am 16.01.2017 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie blind muss man sein

    Und das wundert jemanden ernsthaft? Und unsere Politiker und insbesondere die FDP machen da fleissig mit. Schon mal gemerkt das die KMUs die absolut meisten Arbeitnehmer beschäftigen? Genau diese schauen noch auf ihre Mitarbeiter, weil sie die Leute kennen. Bei Grossunternehmen ist das eben nicht nehr so. Ds wird einfach gestrichen und die Politik ist nicht bereit und Willens dem Einhalt zu gebieten. Vor lauter Angst bestimmen Grossunternehmen was wir zu tun haben. Und dann fragen sich alle , warum die Menschen extremer werden. Wie blind muss man sein.

  • greenlife-ch am 16.01.2017 05:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Gewinn = mehr Armut

    Ja die Schere wird immer größer, wie auch andere Probleme in unserer Gesellschaft. Konzerne per Gesetze zu mehr Solidarität bewegen, und weniger Dividenden ausschütten. Grosse Herausforderungen werden dafür sorgen, dass unsere Nachkommen unsere fatalen Entscheidungen von heute ausbaden dürfen!

    einklappen einklappen
  • sergio branco am 16.01.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalismus

    So funktioniert das SYSTEM!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B.K. am 16.01.2017 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NICHTS

    Zu viele haben zu wenig oder gar nichts, das ist das eigentliche Problem!

  • Delphin64 am 16.01.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Dass das überhaupt möchglich ist, bestätigt den Leerlauf der Finanzpolitik!

  • Martin Hinterberger am 16.01.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Beklagt Euch nicht.

    USR II angenommen, Erbschaftsteuer abgelehnt. Da dürft ihr Euch jetzt aber nicht beklagen.

  • dudli am 16.01.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so what

    und jetzt? wo ist das problem? diese leute haben konzerne gegründet die wir alle fast täglich benutzen, und dann motzen wir das es ungerecht ist. schaut doch auf euch selbst und lasst die anderen in ruhe, oder ist euer leben soooo ungerecht. ich bin auch nicht reich, aber mit dem was ich habe bin ich glücklich, so sollte es euch auch gehen!

  • Tabea am 16.01.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Geht so nicht

    Ich finde die sollten einen gewissen prozentsatz abgeben müssen. Nicht an den Staat, als Spende für die Armen!