Drittes Quartal

02. November 2017 06:38; Akt: 02.11.2017 10:27 Print

Credit Suisse reduziert Verlustgeschäfte

Von 41 auf 244 Millionen Franken Quartalsgewinn in einem Jahr: Der Aktienkurs der zweitgrössten Schweizer Bank reagiert positiv.

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Credit Suisse kann die Aufwärtsbewegung bestätigen: Das Unternehmen von CEO Tidjane Thiam macht 244 Millionen Franken Gewinn. (Bild: Keystone/Walter BieriJean-Christophe Bott)

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Die Credit Suisse hat von Juli bis September einen den Aktionären zurechenbaren Reingewinn von 244 Millionen Franken erreicht, wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit lediglich einem Plus von 41 Millionen ist das eine deutliche Steigerung. Im zweiten, traditionell ertragsstärkeren Quartal hatte die Bank einen Konzerngewinn von 303 Millionen Franken erreicht.

Das solide Ergebnis ist dabei vor allem das Resultat zweier Faktoren. So hat die Bank im Vergleich zum Vorjahr die Verluste aus den Geschäften, die die Bank auslaufen lässt, deutlich reduziert. Anstatt ein Minus von 852 Millionen Franken wie vor einem Jahr meldet die Credit Suisse für die so genannte Strategic Resolution Union noch einen Verlust von 578 Millionen Franken. Zusammen mit den Verlusten aus dem zentralen Diensten konnte die Grossbank alleine damit die Kosten im Vorquartalsvergleich um über 350 Millionen Franken senken.

Kostensenkung auf Kurs

Das Finanzinstitut hat aber auch beim übrigen Geschäft die Ausgaben wie geplant weiter senken können. So seien im dritten Quartal Kosteneinsparungen von rund 400 Millionen Franken erzielt worden, heisst es in der Mitteilung. Damit haben sich in den Sommermonaten die Kosten deutlich stärker reduziert als in den Vorquartalen. Gemäss Quartalsbericht sind sie gegenüber dem Vorjahresquartal um 11 Prozent auf 4,5 Milliarden Franken gesunken.

CS-Chef Tidjane Thiam ist denn laut der Mitteilung auch zuversichtlich, dass Ende Jahr die Kostenbasis der Bank unter dem früher angegeben Kostenziel zu liegen kommt. Dieses Ziel für 2017 liegt bei unter 18,5 Milliarden Franken. Bis Ende 2018 will die Bank die Basis auf unter 17 Milliarden Franken senken.

Schweizer Bank mit weniger Gewinn

Unter anderem dank diesen Einsparungen hat die Grossbank in den einzelnen Geschäftsfeldern trotz fast durchwegs tieferen Erträgen solide Resultate erzielt. So ist zwar im Schweizer Geschäft der Gewinn vor Steuern mit 426 Millionen Franken markant tiefer ausgefallen als vor einem Jahr. Der Grund dafür ist jedoch ein Sonderertrag im Vorjahr aus dem Verkauf des «Leuenhofs» an der Bahnhofstrasse in Zürich. Ohne diesen Sondereffekt fiel der Gewinn im Schweizer Geschäft um rund 4 Prozent höher aus.

Die Vorsteuergewinne erhöhen konnten auch das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft und die Asienbank. In der internationalen Vermögensverwaltung gelang es der Credit Suisse sogar die Erträge zu steigern. Der Vorsteuergewinn stieg um fast die Hälfte auf 355 Millionen Franken. In der Mitteilung begründet die Bank dies einerseits mit dem kontinuierlichen Wachstum in allen Region und einem Anstieg der Ausleihungen, der zu höheren Zinserträgen geführt habe.

Asienbank im Aufwind

Bei der Asienbank meldet die Credit Suisse mit einem Vorsteuergewinn von 218 Millionen Franken das beste Ergebnis im dritten Quartal seit 2014. Weil die Grossbank das Asiengeschäft als neuen Geschäftsschwerpunkt definiert hat, ist das für den CS-Chef Tidjane eine gute Nachricht. In den Quartalen zuvor lief nämlich das zuvor boomende Asiengeschäft nicht mehr so rund.

Saisonal bedingt deutlich schlechter als in den Vorquartalen dagegen schnitt die Investmentbank ab. Der Handel mit Wertpapieren macht mit einem Vorsteuergewinn von 71 Millionen Franken im dritten Quartal nicht mal einen Drittel des Gewinns der Vorquartale. Auf bereinigter Basis meldet die Credit Suisse jedoch im Vergleich mit dem Vorjahresquartal eine Verbesserung. So sei insbesondere der Handel mit Aktien und verbrieften Produkten besser gelaufen als vor Jahresfrist.

Institutionelle ziehen Geld ab

Beim Neugeldzufluss meldet die Grossbank für das gesamte Vermögensverwaltungsgeschäft für Privatkunden ein Plus von 10,4 Milliarden Franken. Damit sind der Bank 0,8 Milliarden Franken mehr neue Gelder zugeflossen als im Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal 2017 betrug der Zufluss 10,8 Milliarden Franken.

Insgesamt, also inklusive institutionelle Anleger und Geschäftskunden, verbuchte die Grossbank im dritten Quartal jedoch einen Geldabfluss von 1,8 Milliarden Franken. Hauptgrund dafür ist gemäss dem Quartalsbericht, dass ein grosser institutioneller Anleger aus dem öffentlichen Sektor in der Schweiz 13,3 Milliarden Franken von der Credit Suisse abgezogen hat.

Entsprechend dem geschäftlichen Aufwärtstrend zeigt sich die Credit Suisse beim Ausblick optimistisch. Die Credit Suisse sollte vom insgesamt starken globalen Wirtschaftswachstum im vierten Quartal profitieren, heisst es in der Mitteilung. Der gesteigerte Gewinn und der optimistische Ausblick haben auch den Kurs der Credit Suisse Aktie beflügelt. Das Papier notierte um 9.45 Uhr 3,8 Prozent höher als am Vortag.

(roy/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pippi am 02.11.2017 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thiam super

    Super gratuliere!! Dann kann sich die teppichetage ja wieder einen super bonus auszahlen, während man den "normalen" mitarbeiter aushungern lässt und evtl sogar entlässt..

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  • Pascal Keller am 02.11.2017 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entlassungen

    und ende Jahr werden dann wieder ganz viele entlassen.

  • Ironie am 02.11.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollen wir jetzt klatschen?

    Ausgaben senken heisst:Der CEO reduziert sein Einkommen, Bonus,Extras und sonstige Vergünstigungen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.Wurz am 02.11.2017 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mit einer o mehr,

    wäre es eine Schlagzeile wert. Alles unter konstanten 5 Milliarden Reingewinn /Jahr ist für eine solche Bank nicht akzeptabel! Eine Unternehmung sollte sich schon um seine Mitarbeiter kümmern, doch was da abgeht ist, dass die sich nicht einmal mehr um all ihre Mitarbeiter kümmern, nein nur noch die die im oberen(sten) Management sind, wer jedoch das Geld verdient sind die unteren Hierarchiestufen! ->Was machen Sie den ganzen Tag? Bleiben sie doch besser Zuhause und arbeiten im Garten.

  • Ironie am 02.11.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollen wir jetzt klatschen?

    Ausgaben senken heisst:Der CEO reduziert sein Einkommen, Bonus,Extras und sonstige Vergünstigungen?

    • Sarkasmus am 02.11.2017 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Ironie

      Nope ! wird von verwaltngsrat ein orderntlicher Bonus gewährt. Bei allen anderen Mitarbeitern bleibt alles wie beim alten. Auf gute Arbeit in 2018

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  • Ruedi am 02.11.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere...

    die grossen US-Banken machen rund 15 Mia pro Jahr....das ist echt ne tolle Leistung von CS. Nein ehrlich, da kannst du einen KV-Lehrling hinstellen und der 'erwirtschaftet' etwa gleich viel wie das jetzige Management der CS.

    • Supermario am 03.11.2017 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      Gratuliere zum Kommentar

      Und arbeiten dazu noch ohne Bonus :-) Spass beiseite; immerhin ist die CS mehr oder weniger profitabel (wieder); solange aber der Fisch am Kopf stinkt, wird das wohl kaum nachhaltig sein. Vollkommener Bonusverzicht für die oberen 200 bis 300 (die sind auch so schon gut bezahlt) bis sie gleich rentabel sind, wie US- oder Asien-IB wäre die einzige Möglichkeit, um wieder einigermassen glaubhaft zu werden.

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  • Pippi am 02.11.2017 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thiam super

    Super gratuliere!! Dann kann sich die teppichetage ja wieder einen super bonus auszahlen, während man den "normalen" mitarbeiter aushungern lässt und evtl sogar entlässt..

    • Jackobauer am 02.11.2017 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pippi

      Du seisch es

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  • Pascal Keller am 02.11.2017 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entlassungen

    und ende Jahr werden dann wieder ganz viele entlassen.