Im Magazin «Aeropolitics»

15. März 2015 11:02; Akt: 15.03.2015 11:02 Print

Swiss warnt vor einem neuen Grounding

Die Schweizer Fluggesellschaft spricht offen von der Gefahr eines Groundings. Hintergrund sind die angenommene Masseneinwanderungsinitiative und die Folgen für die Luftfahrt.

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Die Schweizer Fluggesellschaft spricht in einem eigenem Beitrag von der Gefahr eines Groundings, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Das Wort Grounding gelte bei der Swiss als rotes Tuch, angesichts der Erinnerungen an das Schicksalsereignis der Vorgängerin Swissair im Herbst 2001. Daher sei ein Artikel im aktuellen Lobbying-Magazin der Swiss, «Aeropolitics», umso überraschender. Darin warnt die Swiss vor einer Zäsur für die Schweizer Luftfahrt, «vergleichbar mit dem Swissair Grounding».

Hintergrund für den Artikel sei die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative vor einem Jahr. Sie stellt die bilateralen Verträge mit der EU infrage – und damit den Fortbestand des Luftverkehrsabkommens mit der EU.

«Luftverkehr in aviatische Steinzeit verabschiedet»

«Da diese Diskussion in den kommenden Monaten zwingend geführt werden muss, möchten wir Meinungsführer auf potenzielle Auswirkungen auf die Luftfahrt hinweisen», sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller in der «Schweiz am Sonntag».

Das Luftverkehrsabkommen ist über die Guillotine-Klausel mit anderen Abkommen wie jenem über die Personenfreizügigkeit verbunden. Sollte diese gekündigt werden, wird sechs Monate später laut der Swiss auch das Luftverkehrsabkommen ausser Kraft treten. Mit der Folge, dass die Schweiz mit jedem einzelnen EU-Mitgliedstaat eigene Verträge aushandeln müsste.

Für die Swiss ein Horrorszenario: «Der Luftverkehr zwischen der Schweiz und Europa würde – zumindest über eine gewisse Zeit – in die aviatische Steinzeit verabschiedet», heisst es im Artikel. Das Angebot an Verbindungen nach Europa würde erheblich abnehmen. Entsprechend geht die Swiss davon aus, dass Flugzeuge stillgelegt und Personal reduziert werden müsste. Es sei klar, dass die Swiss ohne das Abkommen nicht in der heutigen Form, Grösse und Angebotsvielfalt weiter bestehen könnte.

(gux)