Unterhaltung in der Schweiz

07. Januar 2018 09:29; Akt: 07.01.2018 13:27 Print

TV verliert Zuschauer, Netflix profitiert nicht

Junge schauen in der Schweiz immer weniger in die Röhre, dafür umso mehr Videos im Internet. Nur die Generation 60 plus ist dem Fernseher treu geblieben.

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Einst war der Fernseher ein von der ganzen Welt bevorzugtes Fenster zur Aussenwelt. In den Nuller-Jahren lag der TV-Konsum des Durchschnittsschweizers noch bei 145 Minuten pro Tag, wie Zahlen des Instituts Mediapulse belegen. Seit 2009 schwinden die Zahlen, zuletzt lagen sie bei 124 Minuten pro Tag.

Nur die Altergruppe 60 plus ist dem Fernseher noch treu. Sie ist es auch, welche die No-Billag-Initiative trotz des SRG-Zuschauerschwunds zum Scheitern bringen könnte. Laut dem Institut Fors der Universität Lausanne gehen über 60-Jährige doppelt so häufig an die Urne wie die 18- bis 39-Jährigen.

«Die junge Generation, die hat von zwei Dingen zu wenig: Geld und Zeit. Optionen hat sie unendlich», sagt der Schweizer Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger zum «Sonntagsblick».

Gratis Videos im Netz

Während die Senioren an Wochenenden fast vier Stunden pro Tag vor dem Fernseher sitzen, verbringen die 15- bis 29-Jährigen gerade einmal eine Stunde mit dem klassischen Medium. Sie bevorzugen Videos aus dem Internet, etwa solche von Youtube. Jeder kann dort uneingeschränkt gratis Inhalte beziehen.

Konkrete Nutzerzahlen veröffentlicht die zum Google-Imperium gehörende Streamingplattform allerdings nicht, wie der «Sonntagsblick» weiter schreibt. Moritz Büchi, Medienforscher von der Universität Zürich, hält diesbezüglich jedoch fest, dass 65 Prozent aller Internet-Nutzer Videos schauen. Nach seinen Erkenntnissen würden 100 Prozent aller 14- bis 19-Jährigen Videos per Internet konsumieren, allerdings nur 27 Prozent von den über 70-Jährigen.

110 Millionen Netflix-Abonnenten

Auch um den amerikanische Unterhaltungskonzern Netflix ist in den vergangenen Jahren ein Hype entstanden. Weltweit besitzen heute rund 110 Millionen Menschen ein Netflix-Abo. Doch läuft es in der Schweiz auch so gut?

Darüber gebe der Konzern laut Bericht keine Auskunft. Insidern zufolge sollen es aber gerade einmal fünf Prozent der Schweizer Haushalte sein, die ein Abo besitzen. Es besteht bei der Serien- und Filmeplattform hierzulande also noch Luft nach oben. Eine mögliche Erklärung: Netflix ist nach wie vor Nische, nicht Massenphänomen, so die Einschätzung des «Sonntagsblicks».

(kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elle am 07.01.2018 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Zeit gehen oder abbauen

    Und da fragt man sich, warum die "Jungen" keine TV-Zwangsgebühren mehr zahlen wollen.

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  • David am 07.01.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bandle vs. Kundennutzen

    Erstaunt mich nicht! Oft bezahlen wir für TV Pakete, wo hunderte von Sendern darin sind, die wir gar nicht brauchen. Ich möchte meine eigene Sender zusammensetzten und für diese dann auch bezahlen. Und ganz ehrlich, oft läuft immer das gleiche (Wiederholungen).

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  • Women's Feet lover am 07.01.2018 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    früher

    die Zeiten wo die ganze Familie ob gross oder klein den gleichen Film schauen, sind leider vorbei.ich liebte es mit meinen Eltern Bonanza und so zu schauen:-))

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Die neusten Leser-Kommentare

  • schmiffe am 08.01.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Das Angebot von Netflix Schweiz ist einfach nicht so gut. Gäbe es eine Auswahl an Filmen und Serien wie in der Englischen version würde ich es mir sofort holen, aber für schlechte Filme und eine Handvoll gute Serien gebe ich keine monatliche Gebühr aus. Kann ich gratis im Internet schauen auch wenn ich dann bei der Bildqualität abstriche machen muss. Aber gibt heutzutage auch schon HD Streams.

  • Gratisisnix am 08.01.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Geldkreislauf

    Zitat: «Die junge Generation, die hat von zwei Dingen zu wenig: Geld und Zeit. Optionen hat sie unendlich»....je mehr sie das wenige Geld noch in Geldkreisläufe investiert, wovon sie anschliessend nichts mehr sieht (z.B. in Netflix) desto mehr Zeit wird sie haben, mit wenig Geld zu leben.

    • Tante Emma am 08.01.2018 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      Märkte funktionieren so

      In diese Geldkreisläufe wird investiert weil die SRG trozt BillAG Zwang nichts auf die Reihe bekommt. Gäbe es ein schweizer Netflix wäre dies auch recht. Aber in der Schweiz muss man wohl die Filme noch in der Bibliothek als Mikrofilm suchen und dazu den Text vom Blatt lesen.

    • schmiffe am 08.01.2018 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gratisisnix

      warum sollten sie davon nichts sehen. du weisst ja nicht als was sie später arbeiten.

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  • Mim am 08.01.2018 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben..

    Denn in den statistiken die 40 - 59 jährigen? Die werden auch in den anderen artikeln nicht erwähnt. Meiner meinung nach eine stimmstarke gruppe. Ich selbst bald 50 habe mein tv verhalten in den letzten jahren massiv verändert. Zeitversetzt, streamen und netflix. Srf schaue ich nur ganz gezielt und meist informationssendungen, wie rundschau etc. bleibe gespannt auf die abstimmung!

  • StreamMe am 07.01.2018 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix rentiert noch lange nicht!

    Es ist zu hoffen, dass Netflix kräftig an Abonennten zulegt. Bei den 5 Milliarden Schluden, die Netflix hat fragt sich, wie lange die Aktionäre dem Dienst nich die Stange halten! Oder dann halt wieder einmal die Abopreise erhöhen. Wär ja nichts neues. Schöne neue, rentable Streaming Welt ;)

    • Andreas am 08.01.2018 03:08 Report Diesen Beitrag melden

      @StramMe

      Netflix ist ja ganz nett. Hat aber nix, garnix mit Public Service zu tun. Ausgewogene Berichterstattung zur Meinungsbildung (nicht Meinungslenkung liebe SGR), das ist der Auftrag.

    • Peter M am 08.01.2018 07:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas

      Und der ganze Artikel hat eigentlich null mit Service Public zu tun bzw. euer Lieblingsthema Billag.

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  • Oliver R. am 07.01.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch ganz einfach

    Ach das ganze Billag-Gestürme nervt, dabei ist doch ganz einfach. Nach der Abstimmung schaltet die SRG auf Pay-TV/Radio um. Sämtliche Nein-Stimmer teilen sich dann die "Abogebühr", die Ja-Stimmer zahlen nix und sehen/hören auch nix mehr. Die Künstler und Kulturschaffende zahlen sicher einen freiwilligen Zusatzobolus. Und schon sind alle glücklich und zu frieden.

    • Peter M am 08.01.2018 07:27 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig aber auch für andere Staatsender

      Da ja dann die Ja-Stimmer keine öffentlich rechtliche aus Gebühren finanziert wollen, sollten auch die anderen staatlichen (gebührenfinanzierten) Sender gesperrt werden. Da wären dann also RAI, ORF, ARD, ZDF (inkl. Spartenprogramme), BBC, etc. etc. Dann wäre es fair.

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