Reaktionen zu Martin Ains Tod

22. Oktober 2017 17:31; Akt: 22.10.2017 18:12 Print

«Machs gut, alter Freund»

Martin Ain, Gründer der Metalband Celtic Frost, ist tot. Der Musiker und Gastronom hinterlässt ein grosses musikalisches Erbe – auch mit seinen Clubs. Fans weltweit trauern.

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Martin Stricker ist tot. Der Gründer von Hellhammer und Celtic Frost starb am Samstag überraschend an einem Herzinfarkt, er brach zusammen, als er in der Stadt Zürich unterwegs war. Der Musiker hat den Heavy Metal massgeblich geprägt und verändert. Der kompromisslos harte, dunkle Sound von Celtic Frost wird noch heute von vielen Bands der Szene als grosser Einfluss genannt.

Die Kindheit auf dem Land, das Kaff, sei Voraussetzung für ihre Musik gewesen, sagte Stricker einmal. Mit Thrashmetal hätten sie sich auch gegen das gesellschaftliche Diktat von Ruhe und Ordnung abgrenzen wollen, erklärte er in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Die «damals bereits wieder abflachende Punkbewegung war für uns zudem politisch verseucht. Politische Korrektheit im Überformat.»

Stars im Ausland, unbekannt zu Hause

So kam es, dass der Bassist unter dem Künstlernamen Martin Eric Ain zusammen mit Tom G. Warrior und Stephen Priestly mit Celtic Frost ab 1985 mehrere Alben veröffentlichten, mit denen die Zürcher Band weltweit für Aufsehen sorgte. In der Schweiz hingegen wurde die Metal-Band lange Zeit nicht gross wahrgenommen. Das änderte sich erst 1987, nachdem sie «Into the Pandemonium» veröffentlicht hatten.

Dabei galten die EP «Morbid Tales» (1984) und das Album «To Mega Therion» (1985) als richtungsweisende Platten des Death und Black Metal. Die Band tourte auf der ganzen Welt, scheiterte aber an finanziellen und persönlichen Problemen und löste sich 1993 auf.

Zerbrochen am Erfolg

Das Comeback gelang Celtic Frost mit dem Album «Monotheist» 2006. Es folgte eine Welttournee mit 128 Shows. Der grosse Erfolg und die stressige Tour führte erneut zum Scheitern: Die Band löste sich 2008 wieder auf. Die Geschichte ist in dem Film «A Dying God» dokumentiert.

Mittlerweile darf man behaupten, dass Celtic Frost wohl eine der erfolgreichsten Schweizer Bands waren. Vielleicht nicht kommerziell – aber sicher vom Einfluss her haben sie ein grosses musikalisches Erbe hinterlassen.

Nun ist einer der Überväter des Metal gestorben. Martin Eric Ain, der neben seiner musikalischen Karrieren massgeblich das Zürcher Nachtleben geprägt hatte, ist tot. Was bleibt, ist seine Musik und seine von ihm mit gegründeten Clubs und Bars wie Mascotte, Acapulco und Plaza in Zürich.

Sein Bandkollege trauert still

Der andere kreative Kopf von Celtic Frost, Tom G. Warrior, produziert derweil weiter seine düsteren Klangwelten. Mit seiner neuen Band Tryptikon führt er das Erbe von Celtic Frost fort. Zum Tod seines Weggefährten hat er auf Twitter ein Bild gepostet, das er 2006 von ihm gemacht hat.


Auf Twitter und Facebook bekunden zahlreiche Celtic-Frost-Fans aus aller Welt ihre Trauer, auf Szene-Plattformen werden Nachrufe geteilt.

«Was für ein Verlust! Machs gut, alter Freund.»


«Seine endlose Grosszügigkeit und Brillanz lassen sich nicht in Worte fassen.»


«Eine weitere Legende, die uns zu früh genommen wurde.»



«Legende.»


«Er war Teil einer Band, die meinen musikalischen Horizont unwiderruflich erweitert hat, wofür ich sehr dankbar bin.»


«Celtic Frost, die beste Band aller Zeiten, meiner bescheidenen Ansicht nach.»


«Ruhe in Kraft. Du hast mitgeholfen, die Musiklandschaft für immer zu verändern.»


Hier lassen wir noch einmal seine Musik sprechen: Der Song «A Dying God Coming Into Human Flesh» vom Comeback-Album «Monotheist» (2006).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • metaller am 22.10.2017 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beste schweizer band

    celtic frost war die wichtigste schweizer band überhaupt. der einfluss auf andere bands ist riesig, leider bekamen sie nie den nötigen respekt dafür. zu mindest in der schweiz. ein riesiger verlust für die ganze metalszene. rip martin

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  • Peter V. am 22.10.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ausnahmemusiker von Ausnahmeband

    Hat Stricker mit seinen Mitstreitern um Tom Gabriel Fischer in der Metal-, ja Rockmusikszene sehr viel bewirkt. Und ja, Celtic Frost war für sehr viele andere Bands eine Inspiration, ein musikalisches Vorbild (Nirvana, Metallica, Crimson Glory usw.). Möge er seinen Frieden gefunden haben. Schade dass Celtic Frost die verdiente Reputation gerade in der Schweiz nie erhalten hat.

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  • Amina123 am 22.10.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    präger metal szene

    mein beileid :-( hab celtic frost geliebt in meinen 'harten' zeiten mit kreator,sepultura,messiah,slayer etc. wieder ein stück kulturgut verloren :-((

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S.E am 23.10.2017 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Pioniere!!!!

    Die gesamte Black/ Death Metal Welt wurde von Hellhammer und Celtic Frost beeinflusst! Ich wurde sogar schon in Mexiko darauf angesprochen,dass ich aus dem Celtic Frost Land komme!

  • alt-punk am 23.10.2017 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sie spielten das beste

    Mexican Radio Cover nach den Vanille Muffins!! ;-)

  • skydiver68sg am 23.10.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    RIP Eric

    Lange ist es her, wie ich die damaligen Hellhammers im Sunnerain Birchwil beim proben gesehen habe. Tom und die Band haben etwas Geniales geschaffen, auch wenn es nicht mein Musikstil war. Beileid an Tom und die Bandmitglieder. Eric, RIP!

  • Marcu am 23.10.2017 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dabei, bis zuletzt

    Brille von Fielmann.

  • Rene G. am 23.10.2017 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    herje

    so wie der verlinkte YouTube Song klang celtic Frost aber nicht. Wenn ich jemandem Metallica erklären will nehme ich auch nicht das LOAD Album. RIP Martin