Virtual-Reality-Games

02. September 2017 13:34; Akt: 02.09.2017 13:40 Print

Der VR-Hype ist vorbei, doch die Hoffnung lebt

2017 sollte das grosse Jahr der VR-Games werden. Zeit, nach den beiden grossen Spielmessen eine Bilanz zu ziehen.

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Ende 2016 wurde das Virtual-Reality-Zeitalter ausgerufen. Playstation VR, Oculus Rift und HTC Vive sollten Spieler in Massen in die neue Game-Realität entführen. Doch mittlerweile hat sich der Hype gelegt. Microsoft – in Sachen VR zögerlich unterwegs – verkündete an der E3 in Los Angeles sogar: «VR ist noch nicht im Wohnzimmer angekommen.»

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Dennoch: An der kürzlich zu Ende gegangenen Gamescom in Köln war VR nach wie vor eins der Hauptthemen. Allerdings ist die Euphorie über die technischen Möglichkeiten einem eher nüchternen Realismus in Bezug auf die Frage gewichen, wie und wann der VR-Durchbruch zu erreichen ist.

Eile mit Weile

Der Geschäftsführer des deutschen Bundesverbands für Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) etwa sagt VR laut der Deutschen Pressagentur weiterhin eine rosige Zukunft voraus. Allerdings nach dem Motto «Eile mit Weile»: «Bei Virtual Reality handelt es sich um eine völlig neue Plattform. Das geht nicht so schnell wie ursprünglich gedacht.»

Tatsächlich warte die Branche in Sachen VR noch auf den «iPhone-Moment», wie die «Welt» schreibt. Also auf ein Spiel oder ein Gerät, das die grosse Masse für die Technologie begeistert. Doch: «Der Markt ist noch nicht so weit», urteilt auch der Europachef von Ubisoft im Interview mit der Zeitung. Jede neue Technik brauche nun mal Zeit.

Sony prescht voran

Am besten lief es in den vergangenen Monaten für Sonys Playstation VR. Die Japaner konnten seit dem Verkaufsstart im Oktober 2016 mehr als eine Million ihrer PS-VR-Headsets verkaufen. Im direkten Vergleich mit 60 Millionen verkauften PS4-Konsolen ist das zwar nicht viel. Doch ein hoffnungsvoller Start ist gemacht.

Entsprechend selbstbewusst setzten die Japaner an der Gamescom auf VR. Zum üblichen Auftritt hatte man dieses Jahr einen eigenen VR-Stand aufgebaut. Sony ist überzeugt, dass sich die Technologie durchsetzen wird. So sagte der Sony-Vizepräsident der «Bild», dass VR «auch für Entwickler spannend» sei. Doch: «Für viele Designer ist es ein Lernprozess, wie Spiele für die virtuelle Realität gestaltet werden müssen.»

Noch keine VR-Blockbuster

Das Dilemma der Industrie ist, dass man sich gewissermassen im Kreis dreht. Denn solange nicht genug Hardware verkauft wird, halten sich die Entwickler mit Investitionen in grosse Spiele zurück. Doch ohne einen echten Blockbuster werden sich VR-Games nicht durchsetzen.

Highlights gibt es trotzdem schon. «Fallout VR» etwa, das auf der Gamescom als bestes VR-Spiel ausgezeichnet wurde. Oder «The Elder Scrolls 5: Skyrim VR». Auch Sony zeigte neue VR-Spiele: In «The Inpatient» muss man – an einen Rollstuhl gefesselt – einem Horror-Szenario entkommen. Und in «Bravo Team» geht man entweder allein oder im Koop-Modus auf die Jagd nach Feinden. Das Besondere: Geschossen wird nicht per Controller, sondern mit einem gewehrähnlichen Zielgerät.

Preise fallen, Hoffnung steigt

Steigende Hoffnung gibt es auch dank sinkenden Preisen. Oculus Rift und HTC Vive werden erschwinglicher, daneben arbeiten Hersteller wie Sony an Headsets ohne Kabel-Wirrwarr. Dazu kommt, dass VR immer stärker in gewisse Wirtschaftsbereiche vordringt, etwa in die Medizinaltechnik oder den Maschinenbau.

Nicht zuletzt deshalb hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der Game-Industrie an der Gamescom eine Vorreiterrolle zugesprochen und Unterstützung versprochen. Doch den langen Weg von VR in die Zocker-Stube kann auch die Kanzlerin nicht verkürzen.

(srt)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • schmiffe am 02.09.2017 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    der erfolg killer war einfach der preis. niemand zahlt 400-600 chf um eine brille zu besitzen auf der es noch nicht viel mehr gibt als achterbahn simulationen

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  • Günther am 02.09.2017 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guguus

    Solange VR so extrem teuer ist wird es auch die breite Masse nicht kaufen!

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  • Marco 33 am 02.09.2017 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Hype bitte

    Es war noch nie ein Hype. Aber manche Medien machen aus einer Neuheit einfach einen draus. Es braucht Zeit, für die Arbeit wird es Benötigt, für Spiele macht es auch Sinn, aber für 360 Grad Filme macht es keinen Sinn. Die Filme werden irgendwann genau so uninteressant wie 3D Filme. Hingegen Bilder in 3D sind noch immer der Hammer. Wartet es ab VR wird sich bis auf Filme durchsetzen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 11.09.2017 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teufelspreis

    Es ist zu teuer und aus diesem Grund kauft sich kaum jemand diese Brillen. Weil sich niemand die Brille kauft gibt es auch kaum Spiele. Und so lange sich niemand die Brille kauft wird es auch keine Spiele geben bzw. werden die Dinger günstiger.

  • Meyer am 06.09.2017 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Die Auflösung

    ist grottenschlecht. Ich muss wohl noch mindestens 2 Generationen warten bis ich überzeugt bin.

    • Soso am 09.09.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nun!

      In der Zwischenzeit geniesse ich jetzt schon VR. Wenn nämlich die Immersion stimmt, ist das Erlebnis schon jetzt zum Teil top!

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  • PROLLTRASH am 04.09.2017 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lol

    der hype vorbei? mittlerweile kommen erst einige titel die es sich zu kaufen lohnt und auch etwas mehr bieten als nur rumspielerei.

  • 3D Fan am 04.09.2017 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    com on

    Bin als early buyer (Oculus DK2) seit vielen Monaten sehr unzufrieden mit der schlechten Bilanz. Jahrelang (seit den 90er Jahren) habe ich auf solch einen "bezahlbaren und machbaren" Durchbruch gehofft. Vielleicht bin ich heute selber zu vewöhnt, um das "Glück" zu verstehen. Es bleibt wohl bei einem Nischenprodukt für Freaks. Auch finde ich die Technik noch zu anspruchsvoll um komerziell durchzustarten...3D Home-Kino funktioniert heute aber sehr gut zuhause!

  • Schi Ilige am 04.09.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Leute normal heutzutage kommt nur müll auf den markt die game macher geben sich wenig mühe (nicht alle) 70% sicher

    • Gamer92 am 04.09.2017 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch

      So ein Blödsinn. Ausserdem kennen Sie doch nicht einmal 100% aller Games, dementsprechend, können sie auch nicht wissen wie viel 70% davon sind. Sie müssen schon spezifizieren. Sagen wir 70% der 10 grössten AAA-Titeln, dann würde ich zustimmen. Global gesehen aber definitiv nicht.

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