E-Sport

06. September 2017 23:09; Akt: 07.09.2017 10:18 Print

Diese 11 Gamer vertreten die Schweiz an der WM

von Jan Graber - Elf Schweizer E-Sportler reisen im November an die WM nach Südkorea. Nicht allein wegen des Sieges ist die Teilnahme wichtig.

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Gion «Merca» Janett, 20, Team Berzerk - «Counter Strike: Global Offensive». Spielt seit vier Jahren «CS:GO», seit zwei Jahren im E-Sport. Gilt als eher aggressiver Spieler, der sich als Erster ins Gefecht stürzt. Aleksandar «eleKz» Trajkov, 28, Team Berzerk - «Counter Strike: Global Offensive». Der Allrounder, der überall aushilft, wo er gerade benötigt wird. Meriton «Mali» Ibrahimi, 18, Team Berzerk - «Counter Strike: Global Offensive». Spielt seit Ende 2015 kompetitiv. Sieger einiger LAN-Parties. Spielt als Rifler (treffsicherer Schütze mit blitzschnellen Reflexen) und Scharfschütze. Michael «carlsoN» Journot, 25, Team Berzerk - «Counter Strike: Global Offensive». Begann als 12-Jähriger «Counter Strike» zu spielen und ist stolz, die Romandie im Team zu vertreten. Manuel «SolEk» Zeindler, 30, Team-Captain Berzerk - «Counter Strike: Global Offensive». Spielt seit 13 Jahren «Counter Strike», war früher in einem deutschen Team und gewann mehrere Turniere. Bei Bezerk ist der erfahrene E-Sportler Captain und Stratege. Marin «GoldenGod» Pudic , 17, Lausanne eSports - «League of Legends». Spielt in LoL den Scharfschützen, zu seiner Aufgabe gehört, möglichst viel Schaden anzurichten. Joshua «WildJoshy» Lim, 21, Lausanne eSports - «League of Legends». Als Supporter kümmert er sich um die «Carries» – Figuren, die sehr viel Schaden anrichten oder über matchentscheidende Fähigkeiten verfügen. Jerome «Nu Eta Da» Amoros, 25, Lausanne eSports - «League of Legends». Als sogenannter Jungler ist er nicht an eine spezifische Stelle im Spiel gebunden, agiert oft unsichtbar und gehört zu den Schlüsselfiguren im frühen Stadium des Spiels. Mahdi «Pride» Nasserzsadeh, 19, Lausanne eSports - «League of Legends». Lebt und arbeitet als IT-Experte in Zürich und spielt in LoL als sogenannter Top Laner, der das Feuer der Gegner auf sich zieht, um dem restlichen Team Luft zu verschaffen. Er ist der Bruder des Team-Captains. Ali «Lagily» Nasserzadeh, 23, Team-Captain Lausanne eSports - «League of Legends». Als Team-Captain ist er verantwortlich für die Aufstellung des Teams und spielt in der Mid-Lane-Position in einer unterstützenden Rolle. Mathieu «KiraKira» Nguyen, 24, mYinsanity - «Tekken 7». Zu Nguyens Spezialitäten in Beat'em-up-Games zählt seine Nervenstärke, um auch unter Stress schwere Kombo-Attacken auszuführen.

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Er gehört derzeit zu den heissesten digitalen Trends: der E-Sport, das professionelle Spielen. Topspieler streichen Jahreslöhne im sechsstelligen Bereich ein. Gewinnen sie grosse Turniere, kann schon das Preisgeld auch mal ein Betrag in Millionenhöhe sein. Für weitsichtige Investoren wird sich das Geschäft in naher Zukunft ebenfalls auszahlen, TV-Sender, Entwickler von E-Sport-Games wie Blizzard und gameaffine Medien bringen sich schon mal in Stellung.

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Stiefmütterlich behandelt

Auf den grossen Reibach können die elf Spieler aus der Schweiz, die an die E-Sport-Weltmeisterschaft in Busan, Südkorea, reisen, indessen nicht hoffen. «Die WM gehört im E-Sport nicht zu den lukrativen Turnieren», sagt Vinzenz Kögler, Präsident des schweizerischen E-Sport-Verbands. Das grosse Geld sei eher an Meisterschaften wie dem «Dota 2»-Turnier «The International» und der «League of Legends Championship Series» zu verdienen. Für die Schweizer E-Sportler ist die WM in Südkorea aber nicht minder wichtig.

Der Grund: E-Sport wird in der Schweiz immer noch stiefmütterlich gehandelt. Laut Kögler kann gerade mal Mathieu «Maniac» Quiquerez, ein Spieler mit Schweizer Wurzeln, der aber in Norwegen lebt, vom professionellen Spielen leben. Die anderen einheimischen Spieler studieren daneben oder gehen Jobs nach. Zwar haben mittlerweile auch traditionelle Fussballklubs das Potenzial des E-Sports entdeckt und bauen eigene Teams auf. Kögler sieht darin in vielen Fällen aber eher ein Marketing-Instrument als ein volles Engagement. «Viele Klubs fördern ‹Fifa›-Spieler. Das Fussballgame gehört aber nicht zu den typischen E-Sport-Disziplinen», sagt er. Er befürchtet, dass durch das Engagement wichtige Gelder gebunden werden, die in anderen E-Sport-Disziplinen benötigt würden. Nur wenige Klubs investierten in echte E-Sport-Teams, ist Kögler überzeugt. Zu diesen gehören aber Servette und Lausanne Sports.

Internationale Erfahrung sammeln

Auch das «League of Legends»-Team, das sich vom 8. bis 12. November in Südkorea in seiner Disziplin misst, stammt von Lausanne Sports. Zum Team zählen fünf Mitglieder um den Captain Ali «Lagily» Nasserzadeh, der bereits in den zwei Jahren davor an der WM teilgenommen hatte und 2015 in Seoul den vierten Platz schaffte. Fünf weitere E-Sportler der Schweizer E-Sport-Nati gehören zum Berzerk-Team, das nicht von einem herkömmlichen Sportverein getragen wird und rund um Manuel «SolEk» Zeindler, einen der erfahrensten Schweizer E-Sportler, aufgebaut ist. Der elfte Spieler im Bund der Nationalmannschaft ist Mathieu «KiraKira» Nguyen, der im Prügelspiel «Tekken 7» antritt und zu einem der bekanntesten Schweizer Teams, MyInsanity, gehört.

«Es ist schwierig, die Chancen der Schweizer einzuschätzen», sagt Vinzenz Kögler. An der WM messen sich Spieler, die in nationalen Ausscheidungen reüssieren – darunter viele unbekannte Köpfe. Kögler vergleicht die WM mit den Fussballmatches an den olympischen Spielen, an denen auch nicht nur die Top-Mannschaften dabei sind. «Ein Erfolg wäre, die Gruppenausscheidungen zu überstehen», sagt der Verbands-Präsident. Ihm geht es zudem nicht in erster Linie um den Sieg: «Die Weltmeisterschaft ist eine der wenigen Möglichkeiten für Schweizer Spieler, an einem internationalen Turnier Erfahrungen zu sammeln.» Bringen sie gute Leistungen, sorgen sie zudem für Aufmerksamkeit, worauf sich mit viel Willen und ein bisschen Glück eine professionelle E-Sport-Karriere gründen lässt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerome Maag am 06.09.2017 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CSGO gibts seit 2012

    Falsche Angabe bei Bild 4. Als Michael 12 war, ist CS:GO noch gar nicht draussen gewesen. Müsste richtigerweise einfach nur CS oder Counterstrike heissen ;)

  • Manu el am 07.09.2017 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bild 4

    Mit 12 began er Counter Strike Global Offensive zu spielen? wahrscheinlich eher 1.6, wenn überhaupt.

  • Bernet lennard am 06.09.2017 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Esport ist schon lange da

    Esport ist in anderen eine viel grössere Sache wie sich die meisten Vorstellen können. Nur schon z.B bei CS:GO werden um Hundertausende gespielt was noch mikrig zu dem Pricepool vom "The International" klingt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • r.f. am 07.09.2017 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    toller titel

    nur so nebenbei, es gibt sehr viele games mit welchen e-sport betrieben wird und es gibt keine globale WM. ihr schreibt ja sonst auch nicht "diese sportler vertreten die schweiz an der WM", welche WM; fussball? hockey? frisbee? hotdog essen?

  • heinzgitz am 07.09.2017 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiten

    Geht mal Arbeiten, anstatt zu spielen.

  • Leeroy Jankins am 07.09.2017 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    ..auch spannend..

    ich zocke WoW..das reicht mir :-)))

  • Sad Life am 07.09.2017 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Switzerland 0 points

    Wieviele Leute sich hier negativ zum eSport äussern ist erschreckend. Sind wir Schweizer denn wirklich solch ein zurückgebliebenes Volk... Jeder der hier rumschreit es sei kein Sport hat sich wohl noch nie damit befasst. Erfolgreiche Organisationen lassen die Athleten auch körperlich von Fitnesscoaches trainieren. Ich möchte gerne sehen wie sich die Nörgler anstellen würden wenn sie sich 6h am Stück extremst konzentrieren müssten wenn tausende Leute im Stadion rumschreien.

  • Real Gamer am 07.09.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Aber wir annerkennen E-Sport nicht....

    Hahaha aber das wir seit nun mehr fast 3 Jahren dabei sind den E-Sport als legitime Sportart annerkennen zu lassen wird hier nicht geschrieben. Die schweiz ist weiter zurück was gamen anbelangt als JEDES Land rund um die Schweiz!!!!

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