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Lieber Phil Geld

09. Januar 2018 11:14; Akt: 09.01.2018 11:14 Print

Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Nora (19) möchte ein Studium beginnen. Das Geld ihrer Eltern reicht dafür nicht. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

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Auch mit beschränkten finanziellen Mitteln kann ein Studium möglich sein. (Bild: Szene aus Community / NBC)

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Lieber Phil Geld
Ich würde gern ein Studium beginnen. Das Geld meiner Eltern reicht leider nicht aus, um mein Studium zu finanzieren. Ich könnte zwar neben dem Vollzeitstudium 20 Prozent arbeiten, aber auch dieses Geld würde nicht ausreichen. Was kann ich tun? Kann ich ein Stipendium beantragen?

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Wirst oder wurdest du während deines Studiums finanziell unterstützt?

Liebe Nora

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung gibt es keine absolute Altersgrenze, bis zu der die Eltern ihre Kinder finanziell zu unterstützen haben. Gemäss Art. 277 Abs. 1 ZGB dauert die Unterhaltspflicht der Eltern grundsätzlich bis zur Volljährigkeit des Kindes. Hat das Kind bis dahin noch keine angemessene Ausbildung, haben sie, soweit es ihnen zugemutet werden kann, für seinen Unterhalt aufzukommen. Dies gilt, bis eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB ).

Was unter einer «angemessenen Ausbildung» zu verstehen ist, steht nicht im Gesetz. Unbestritten ist, dass die gymnasiale Matura noch keine angemessene Erstausbildung darstellt, da sie nicht dazu befähigt, einen Beruf auszuüben. Tritt das Kind nach der Matura ein Studium an der ETH/Universität an, sind die Eltern grundsätzlich bis zum Masterabschluss verpflichtet, für den Unterhalt des Kindes aufzukommen. Die Eltern sind gegenüber dem volljährigen Kind auch dann zur Unterhaltszahlung verpflichtet, wenn Prüfungen nicht bestanden werden – oder der Studiengang gewechselt wird. Das setzt allerdings voraus, dass das Kind seine Ausbildung gewissenhaft und folglich ernsthaft und zielstrebig verfolgt.

Sind Eltern nicht in der Lage, ihr(e) Kind(er) finanziell zu unterstützen, gibt es die Möglichkeit, kantonale Stipendien zu beantragen. Zuständig dafür sind in der Regel die kantonalen Stipendienstellen am Wohnsitz der Eltern. Da das Stipendienwesen in der Schweiz kantonal geregelt ist, variieren die Kriterien sowie die Höhe der ausbezahlten Stipendienbeträge von Kanton zu Kanton. Auf den entsprechenden kantonalen Websites finden sich Informationen zu den Kriterien für ein Stipendium (Liste kantonaler Stipendienstellen).

Neben den kantonalen Stipendien gibt es auch zahlreiche privatrechtliche Stiftungen und Fonds. So zum Beispiel die Schweizerische Studienstiftung oder die Pestalozzi-Stiftung, die weitere Möglichkeiten zur Studienfinanzierung bieten. Zudem besteht unter Umständen bei der Wohngemeinde oder bei der besuchten Bildungsinstitution direkt die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Tipp: Um einen Stipendienbetrag zu erhalten, sollte man sich möglichst früh darum kümmern. Die Stipendienstellen brauchen meist mehrere Monate für die Bearbeitung eines Gesuchs.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(phd/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 09.01.2018 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Unfair?

    Das Stipendienwesen müsste allgemein nochmals überarbeitet werden. Wenn deine Eltern genug verdienen geht man automatisch davon aus, dass sie dir auch alles finanzieren...ist aber nicht immer so. Nur weil das Geld da ist, ist nicht unbedingt auch der Wille da, dem Kind alles zu finanzieren.

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  • Marcello 1152 am 09.01.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kantönligeist

    das stipendienwesen ist leider dem kanton übergeben. da gibt es zuviele unterschiede und das sollte abgeschafft werden

  • Josef P. am 09.01.2018 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bildung

    Ich finde es immer wieder traurig, wie die Schweizer gegen Schule/Studium sind. Ein Studium bringt eh nix, Lehre und Arbeiten ist wichtiger und besser. Dann wieder rumheulen weil so viele Fachkräfte aus dem Ausland kommen müssen. Wie soll ich als Zahnarzt werden ohne ein Studium? Für den letzten Satz bekomme ich "Daumen runter": Bildung ist wichtiger als Geld.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herdöpfel am 11.01.2018 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken können auch real existieren

    Teilzeit Studiengang dauert selbsterklärend länger, weniger Ausgang in den kommenden Semestern schadet bestimmt auch nicht, sowie unsinniger Konsum würde auch dazu beitragen das Ziel greifbarer werden zu lassen.

  • Mac Faultier am 10.01.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft gefragt?

    Taxichauffeur, Servieren/Kellnern, kleine nebenjops usw. oder man ist bei den Jusos.

  • DiDi am 09.01.2018 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    ETH Master-Studentin

    Ich spreche jetzt von der Sicht einer Eth Studentin, die So. 19 (hoffentlich) den Masterabschluss macht. Meine Eltern haben mich über das ganze Studium hin immer wieder unterstützt. Im 1. Jahr habe ich mich nur aufs Studium konzentriert. Ab dem 2. Jahr habe ich nur halb so viele Module belegt wie vorgeschrieben d.h. ich hatte Zeit um einige Studen arbeiten zu gehen (Putzen, Nachhilfe, ich hab sogar Übungsstunden an der eth gehalte). Natürlich hat mich das mehr Zeit gekostst, damit meine ich, dass ich das Studium anstelle der 5Jahre erst in 7Jahre abschliesse. Aber ichkonnte was dazu beitragen.

    • Didi am 09.01.2018 23:41 Report Diesen Beitrag melden

      Nur kein Neid

      Es ist machbar, aber anstrengend. Jedoch verurteile ich niemanden, der das Glück hatte im Studium zu 100% finanziell unterstützt wurde. Alles hat Vor- und Nachteile

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  • Samuel L. am 09.01.2018 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vom Verkäufer zum Doktor

    Ich bin ein Fan von unserem dualen Bildungssystem. Von der Verkäuferlehre in der Migros bis zum Doktortitel. Es ist viel möglich in der Schweiz :)) Ausserdem halte ich von praxisorientierten Studenten extrem viel!

  • J. Woller am 09.01.2018 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld gibt es nur dort wo es schon vorhandenen ist

    Es ist doch so schön und einfach in der CH. Kein Geld kein Problem, der Staat finanziert dir alles. Das gilt leider nur für die die schon mehr als genug Geld haben und die Stipendien nicht brauchen. Denn die bekommen sie dann, alles erlebt. Meine Eltern sind geschieden und ich war 18, ich musste eine Lehre machen weil das Geld nicht reichte. Ich ging vor Gericht um das Geld von meinem Vater einzuklagen, denn nur meine Mutter unterstützte mich und meine zwei jüngeren Schwestern. Was raus kam war das ich mit 18 meine Kosten mit meinem Lehrlingslohn (800) bezahlen musste. Da das nie rechte musste nur meine Mutter mir helfen. Der alte kam ganz einfach davon! Der Staat weigerte sich auch mir zu helfen weil ich so viel verdiente!

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