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Lieber Phil Geld

30. August 2015 08:39; Akt: 30.08.2015 11:21 Print

Rangelei im Ausgang – wer bezahlt die Spitalkosten?

Moritz (22) ist in eine Rangelei geraten. Er wurde mit Kopfverletzungen ins Spital gebracht. Wer bezahlt die Behandlungskosten?

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Verletzt man sich bei einer Schlägerei, gilt das als Unfall: Rangelei zwischen Jugendlichen. (Archivbild) (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Lieber Phil Geld
Ich bin letztes Wochenende im Ausgang unverschuldet in eine Rangelei geraten und wurde am Kopf verletzt. Aus zeitlichen Gründen und weil der Aufwand viel zu hoch gewesen wäre, habe ich auf eine Anzeige verzichtet. Wie erreiche ich nun, dass ich meine Spitalkosten nicht bezahlen muss? Ich finde, es kann nicht sein, dass ich als Opfer die Behandlung bezahlen muss.

Lieber Moritz

Das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), das Unfallversicherungsgesetz (UVG) und das Krankenversicherungsgesetz (KVG) regeln die Frage, bei welchen Körperschädigungen die Unfallversicherung und bei welchen die Krankenkasse leistungspflichtig ist.

Alle Arbeitnehmenden in der Schweiz sind gegen Unfall und Berufskrankheit versichert. Als Unfall gilt aus rechtlicher Sicht jede plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die Einwirkung muss einmalig und unvorhersehbar sein.

Die Versicherungsprämie für Berufsunfälle und -krankheiten trägt der Arbeitgeber, jene für Nichtberufsunfälle der Arbeitnehmer. Die Ausgleichskasse kontrolliert allerdings nur, ob eine Versicherung besteht. Die obligatorische Unfallversicherung übernimmt nach Unfällen und bei Berufskrankheiten die Kosten für die medizinische Behandlung und leistet finanzielle Unterstützung. Versichert sind alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden. Dazu gehören auch Volontärinnen und Volontäre, Schnupperlehrlinge und Angestellte im Privathaushalt. Nicht versichert sind allerdings mitarbeitende Familienmitglieder, die keinen Barlohn beziehen und keine Beiträge an die AHV entrichten.

Wer mindestens acht Stunden pro Woche arbeitet, ist nicht nur gegen Berufsunfälle und Berufskrankheiten versichert, sondern auch gegen Nichtberufsunfälle. Der Arbeitgeber kann allerdings die Prämie für Nichtberufsunfälle vom Lohn des Arbeitnehmers abziehen.

Nichtberufsunfälle sind dem direkten Vorgesetzten oder der Betriebsleitung zu melden – selbst dann, wenn die Arbeit nicht unterbrochen werden muss. Der Arbeitgeber hat seinerseits die Pflicht, den Unfall sofort mit Unfallmeldung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva zu melden.

Wenn du dich also in einem Angestelltenverhältnis befindest, werden die Spitalkosten von der Heilungskosten-Versicherung der obligatorischen Unfallversicherung übernommen. Das gilt unabhängig davon, ob du eine Anzeige erstattest hast oder nicht.

Bist du nicht angestellt, sollten Unfälle in der Krankenkassenversicherung eingeschlossen werden. In diesem Fall gilt allerdings dieselbe Zahlungspflicht für Selbstbehalt, Franchise und allfällige Spitalbeiträge wie bei Krankheit. Diesen Anteil musst du selbst berappen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 30.08.2015 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Der Aufwand war dir zu hoch?!?! Tja Pech gehabt! Das Spital verzichtet wegen deiner Bequemlichkeit bestimmt nicht auf die Kosten!

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  • Borat am 30.08.2015 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverschuldet?

    Bei einer Rangelei muss man auch nicht ins Spital, wohl eher bei Körperverletzung. Dabei keine Anzeige zu erstatten weil zu viel Aufwand, lässt die ganze Story nicht gerade glaubhaft erscheinen.

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  • Joe Bachmann am 30.08.2015 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Verursacher sollte zahlen.

    Es ist zu bedauern, dass keine Anzeige erfolgte. Der Verursacher sollte die Kosten bezahlen. Jetzt müssen wir alle über unsere Prämien einen Anteil leisten. Denn in der Regel übernimmt die Unfallversicherung die Kosten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sam Süffi am 31.08.2015 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlagen? Zahlen!

    Das Gericht soll der Verursacher dazu verdonnern, der Krankenversicherung des Opfers vollständig zurückzuerstatten. Sonst Knast bei nicht-Bezahlung. Genugtuung über Zivilprozess. So einfach geht das. Schläger dürften sichs zwei mal überlegen.

  • Muttersöhnchen am 31.08.2015 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Definitionsproblem des Wortes der Rangelei

    Das muss dann aber eine sehr harte "Rangelei" gewesen sein!

  • Walter Spahni am 31.08.2015 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nur ganz 'Doofe' geraten unverschuldet

    in eine Rangelei. Das ist eigentlich fast nicht möglich. Wenn 'gerangelt' wird, gehe ich weg und nicht DAHIN.

  • Ueli am 31.08.2015 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Anonyme Anzeige

    Das Problem ist doch, dass man nicht anonym bleiben kann bei einer Anzeige. Ich wurde von Rechtsradikalen überfallen. Jedoch auf dem Posten wurde mir gesagt, dass eine Anonyme Anzeige nicht möglich sei. Der Täter kann jederzeit akteneinsicht verlangen und so meinen Namen und Adresse ausfindig machen. Ich will weder aufgeschlitze Reifen noch schlimmeres - jeder weiss wie gewisse Kreise auf eine solche Anzeige reagieren. Wir wussten sogar, wer es war....Körperverletzung sollte auch in diesen Fällen ein Offizialdelikt sein und nicht nur auf Anzeige geahndet werden!

  • W.ZImmermann am 31.08.2015 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    KK-Prämie nicht bezahlt

    Pech, wenn die Mutter einer Minderjährigen die KK-Prämie nicht bezahlt hat. CSS zahlt nicht, verlangt aber Jahre später von der Volljährigen die Nachzahlung der Prämie. Volljährige zahlt schlussendlich Prämie und Spitalkosten!

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