Neue Rubel-Werte

13. Oktober 2017 08:33; Akt: 13.10.2017 10:08 Print

Russland provoziert mit neuen Krim-Banknoten

Moskau hat zwei neue Noten geschaffen. Die Werte 200 Rubel und 2000 Rubel gab es bislang nicht.

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Russland hat seinen Anspruch auf die annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim mit neuen Banknoten mit Motiven der Region untermauert. Üblicherweise werden auf russischen Geldscheinen Sehenswürdigkeiten und historisch wichtige Persönlichkeiten des Landes abgebildet.

Russland hatte sich die ukrainische Halbinsel 2014 einverleibt. International wird sie nicht als russisches Gebiet anerkannt und das Vorgehen als Völkerrechtsbruch gewertet.

«Volk wählt Symbole aus»

Der Schein im Wert von 200 Rubel (rund 3,35 Franken) werde zunächst in dieser Region in Umlauf gebracht, sagte Notenbankchefin Elvira Nabiullina am Donnerstag in Moskau der Agentur Tass zufolge. Russlandweit sollen die Banknoten zum Jahresende erscheinen.

Strasse von Kertsch: Russland baut an der Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer eine Brücke auf die Halbinsel Krim. (11. Oktober 2017) Bild: Keystone/EPA

Die Zentralbank hatte die Einführung neuer Rubelscheine vergangenes Jahr in Auftrag gegeben. Tausende Vorschläge mit russischen Sehenswürdigkeiten wurden eingebracht, im Internet wählten die Russen ihre Favoriten aus. «Das russische Volk hat diese Symbole ausgewählt», sagte Nabiullina.

Nach Annexion gedruckt

Auf der grünen Note sind die antiken Chersones-Ruinen nahe der Stadt Sewastopol dargestellt. Auch die blauen 2000-Rubel-Banknoten, auf denen die monumentale Brücke bei der Stadt Wladiwostok gezeigt wird, werden vorab im Fernen Osten eingeführt.

Wladiwostok ist die grösste russische Stadt am Pazifik. Karte: Google

Bislang gab es keine Scheine im Wert von 200 und 2000 Rubel. Nach der Annexion liess Moskau Sonderbanknoten drucken und Münzen mit Krim-Motiven prägen. Bereits 2015 wurde eine 100-Rubel-Note mit Bildern der Krim in begrenzter Zahl in Umlauf gebracht.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tito am 13.10.2017 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Russlandfan

    Bin alles andere als ein Russlandfan, aber warum lässt man die Leute in der Krim nicht einfach richtig abstimmen (Alle stimmen mit, keine Enthaltungen und wird von der UN überwacht)? Wenn sie zu Russland wollen, lasst sie. Verstehe diese Probleme nicht..

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  • Teddy64 am 13.10.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk hat gewählt!

    Die Halbinsel war von 1783 bis 1954 ein Teil von Russland, bis die sowjetische Führung die Halbinsel an die damalige Ukrainische Sowjetrepublik übertrug. Es galt als Geschenk zum 300. Jubiläum des ukrainischen Beitritts zu Russland im Jahr 1654. Die Verantwortlichen auf der Krim erklärten ihre Unabhängigkeit und führten zur eigenen Legitimierung ein Referendum durch: 95,6 Prozent der Wähler stimmten dafür, dass die Halbinsel der Russischen Föderation beitreten solle. Das Volk hat gewählt!

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  • Stefan am 13.10.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich...

    heisst es nicht Annexion sondern Wiedervereinigung. Die Bevölkerung der Krim hat abgestimmt und ist jetzt wieder ein Teil von Russland.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 16.10.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Blick in die Geschichte

    Russlands grosser geographischer Nachteil war das Fehlen ganzjährig eisfreier Seehäfen und der freie Zugang zu den Weltmeeren. Zar Peter I. legte sich deshalb mit Schweden an, gründete Sankt Petersburg. Unter Zarin Katharina expandierte Russland zum Schwarzen Meer. Seit etwa 1800 blockierte das British Empire jede weitere russische Expansion (Krimkrieg, Kolonialkriege am Hindukush) um die eigene maritine Monopolstellung zu halten. Heute hat die NATO die Rolle des früheren Empire übernommen und kontrolliert nach wie vor den Sund, den Bosporus, die Strasse von Gibraltar.

  • Ed am 14.10.2017 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ratz fatz kann so was gehen

    Zumindest dauert es in Russland nicht 10 jahre um eine neue geldnote zu kreieren wie bei uns..

  • Propaganda ohne Ende am 14.10.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Der Ball bald platzt

    Russland ist wie eine Seifenblase, die ist schon so gross geworden ist, dass sie unvermeindlich platzt. Wenn jemand in den Medien in Russland gearbeitet hat, der versteht mich was ist meine. Alles ist absolut unecht. Alles ist nur eine sehr grosse Show.

    • Nykki am 15.10.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Back in UdSSR

      RUSSLAND ist am Ende. Russland treibt mit ihrer Propaganda, der Innen,- und Aussenpolitik das Land i.d. nächsten Ruin. Russland braucht eigentlich keine Feinde, denn der grösster und schlimmster Fein ist sie selbst.

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  • Steffen am 14.10.2017 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na so was

    Die Nanknoten sehen ja fast aus wie unsere. Hat Russland etwa spioniert? ;-)

  • Beaver am 14.10.2017 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlen

    Es wird im Forum folgendes vergessen. Nicht die Wähler sind bestimmend, sondern die Stimmen zählt. Deshalb funktioniert Demokratie in repressive Ländern relativ gut und deshalb fürchten sich praktisch alle EU Länder vor Volksabstimmungen. Sicher ist, dass das Verhalten der EU und Nato in Georgien , Ukraine die den Konflikt angeheizt haben und darauf Russland reagiert hat....

    • FSB lässt grüssen am 14.10.2017 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      schätze richtig deine Feinde ein, Dummko

      alle ist das Gegenteil. Analysiere zuerst wie zu der "Abstimmtung" überhaupt dazu gekommen ist und unter welcher Bewachung es staatgefunden hat. Gruss von Girkin

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