Minister gesteht

06. Dezember 2017 21:42; Akt: 07.12.2017 08:11 Print

London hat Folgen des Brexit nicht analysiert

Die britische Regierung hat es verpasst, die wirtschaftlichen Folgen des EU-Austritts durchzurechnen. Das räumte Brexit-Minister David Davis jetzt ein.

Weiss nicht, welche Folgen der Brexit für sein Land haben wird: Brexit-Minister David Davis. (Video: Tamedia/AFP)
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Nur schleppend kommen die Brexit-Verhandlungen voran. Erst am Montag sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: «Ein Abschluss der ersten Verhandlungsphase ist nicht möglich.» Allerdings sei er zuversichtlich, dass noch in dieser Woche eine Vereinbarung getroffen werden könnte, fügte Juncker hinzu.

Was genau auf die britische Wirtschaft nach dem EU-Austritt zukommt, hat die Regierung um Premierministerin Theresa May offenbar nicht analysiert. Brexit-Minister David Davis sagte am Mittwoch vor einem Unterhaus-Ausschuss in London, man habe keine Prognosen erstellt. Und weiter: «Ich bin kein Anhänger ökonomischer Modelle, denn sie haben sich alle als falsch erwiesen.»

«Keine Ahnung, was mit dem Land passieren wird»

Das Land solle auf einen «Paradigmenwechsel» bei der Funktionsweise der britischen Wirtschaft vorbereitet sein, sagte er am Mittwoch dem Brexit-Ausschuss des Unterhauses in London. Doch eine Einschätzung zur Automobil-, Luftfahrt-, Finanz- oder anderen Branchen wäre nach Davis' Aussage nicht «informativ».

Parlamentarierin Wera Hobhouse, die im Ausschuss sitzt, war laut «Independent» entsetzt: «Unglaublich, dass die gross angekündigten Analysen der Brexit-Folgen nicht einmal existieren. Die Regierung hat keine Ahnung, was mit dem Land passieren wird.» Nun müssten schnellstmöglich die Fakten auf den Tisch gelegt werden.

Davis hatte Analysen angedeutet

Davis hatte bei früheren Gelegenheiten angedeutet, dass Risikoanalysen für verschiedene Wirtschaftszweige im Gang seien. So sagte er etwa in einem Fernsehinterview im Juni: «In meinem Beruf spekuliert man nicht. Ich entscheide, gestützt auf Daten. Wir haben schon fast 60 Sektoranalysen fertiggestellt.» Und im Oktober versicherte er dem Unterhaus-Ausschuss, Theresa May habe Zusammenfassungen dieser Analysen vorliegen, die «bis ins kleinste Detail» gingen.

(nk/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Myrjam Sieber am 06.12.2017 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, die armen Briten

    Das ist jetzt aber nicht wahr! Die lügen nicht einmal, sondern haben einfach gar keine Ahnung. Natürlich ist kein wirtschafltiches Modell exakt, da wär man ja Gott und könnte die Zukunft voraussehen. Aber es lassen sich schon Prognosen mit guten Modellen erstellen, dafür beauftragt man normalerweise Spezialisten. Fragt mal an der London School of Economics an, da arbeiten diese Leute. So geht man doch nicht mit einer ganzen Nation um!

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  • Jacks am 06.12.2017 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Grund zur Sorge

    die Regierung hatte ja bereits vor der Brexit Abstimmung keine Ahnung, wies mit dem Land weitergehen soll. Ist also alles wie immer.

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  • Mr_Daywalker1995 am 06.12.2017 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    ...also PM May sagte schon ganz am Anfang, dass das alles nicht einfach sein wird. vor allem für die Briten wird das eine schwierige und Ungewisse Zeit werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jeffrey am 08.12.2017 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Konkurrenz

    GB wird alle Mittel anwenden,um nach dem Brexit den Wirtschaftsstandor, Steuer- und v.a. Finanzplatz zu stärken. Für die CH wird GB zu einem noch grösseren Konkurrenten, der hier einiges abgrasen wird.

  • Vogtländer am 07.12.2017 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr interessant, wie gut sich hier...

    ...sehr viele Schwyzer mit der eigenen, aber auch mit der europäischen Wirtschaftspolitik auskennen. Ich bin echt begeistert. Erschreckend finde ich hier einige, ich nenne sie mal, Stammtischparolen(-kommentare. Einfach Kommentar loslassen unter Umgehung des Gehirns oder anders gesagt....Welches geistes Kind wohl hier manche sind ..... Von nichts eine Ahnung haben und davon sehr viel.........

  • Gary Sauber am 07.12.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Prognose für die Hose

    Das ist natürlich nicht wie bei uns wo selbsternannte Superexperten jederzeit den Weltuntergang bei Nicht-EU Beitritt auf den Rappen genau vorhersagen können. Leider alles komplett falsch aber Hauptsache man hat eine Prognose.

  • Rolf Stalder am 07.12.2017 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die Konsequenzen eines Brexits sind...

    ... ganz einfach: Aus Sicht der EU ist es fundamental wichtig, dass es den Briten nach dem Brexit schlechter geht als vorher. Falls es den Briten gleich gut gehen würde oder sogar besser, würde die EU durch weitere Austritte schlicht implodieren. Fazit: Es wird die Briten schmerzen, alles andere wird die EU nicht zulassen, bzw. wahrscheinlich nicht überleben.

  • Remy Studer aus Biel am 07.12.2017 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Boomende Witschaft in der BRD

    Ich weis nicht so genau warum Ihr Euch alle so uber den möglichen Brexit freud. Die Engländer wollen eigentlich nur Ihr Bankensystem auf Steueroasen verstärken. Was der CH starke Konkurenz bedeuten wird. Wenn man genau auf die Haushaltszahlen schaut stellt sich heraus das 80% der Steueeinnahmen von Banken stammt. Sie denken das es so weiter geht. Ich denke das nicht. Weil die EU das System durchschaut hat. Was das produzierende Gewerbe angeht, da hat GB die Rechnung ohne die EU gemacht. Ich finde in England herrscht Chaos. Und wow, was kostet der Austritt? Und dann kaufen sie sich wieder ein.

    • Giobroc am 07.12.2017 21:34 Report Diesen Beitrag melden

      Die BRD ...

      gibt es seit 28 Jahren nicht mehr!

    • Rüedu am 07.12.2017 22:48 Report Diesen Beitrag melden

      Giobroc

      Die DDR hat am 15. Märt 91, durch Ratifizierung des 2+4 Vertrags durch die Duma als letztes Land der ehemaligen Besatzungsmächte, aufgehört zu existieren. Die BRD ist der offizielle Namen Deutschlands seit 49 und hat auch nach Wiedervereinigung diesen Namen beibehalten. Die offizielle Bezeichung ist völkerrechtlich und verfassungsrechtlich "Bundesrepublik Deutschland"

    • Wessi am 07.12.2017 23:35 Report Diesen Beitrag melden

      BR Deutschland

      BRD war in der DDR die Abkürzung der Bundesrepublik Deutschland (also West-Deutschland). Im Westen wurde diese Abkürzung nie von offizieller Seite verwendet.

    • Rüedu am 08.12.2017 00:10 Report Diesen Beitrag melden

      Wessi

      Falsch! Die Verfassung der BRD, das Grundgesetz benennt seit 49 das vereinigte Staatsgebiet der Bundesländer als Bundesrepublik Deutschland. Die Bezeichnung BRD wurde auch international genutzt z.B. Sport als FRG, Federal Republic of Germany, um die Unterscheidung zur DDR zu machen. In der DDR wurde in der Anfangszeit mit der 2 Staatenansicht die BRD als Westdeutschland bezeichnet. Erst mit den Jahren wurde im offiziellen Sprachgebrauch der DDR der Begriff BRD oder Bundesrepublik verwendet. Keder Jeder Flieger der Regieung ist mit "Bundesrepublik Deutschland " gelabelt!

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