Sally Jones

04. Juli 2017 19:17; Akt: 05.07.2017 09:44 Print

Ex-Punkrockerin und Jihadistin will wieder heim

Sie steht weit oben auf der Pentagon-Todesliste: Die Britin Sally Jones, die sich vor vier Jahren der Terrormiliz IS angeschlossen hat, will unbedingt wieder nach Hause.

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Einst war sie Musikerin in einer Punkrock-Band, dann nahm ihre Karriere weit radikalere Züge an: Die Britin Sally Jones konvertierte zum Islam und schloss sich 2013 der Terrormiliz Islamischer Staat an. Sie posierte für diese mit Kutte und Waffe (siehe Bildstrecke). Anfang Mai setzte das Pentagon die zweifache Mutter auf seine Liste der Top-Terroristen. Sie soll in mehr als ein Dutzend Anschlagspläne involviert gewesen sein und Nachwuchs für den IS rekrutiert haben.

Jetzt berichten Freunde, die 49-Jährige, die mit einem ihrer Söhne nach Syrien gegangen war, wolle der Jihadistengruppe den Rücken kehren. Die Witwe des 2015 bei einem US-Drohnenangriff getöteten Junaid Hussain sehne sich verzweifelt danach, in ihre Heimat zurückzukehren.

«Sie weinte und will nach Grossbritannien zurückkehren», sagte eine Freundin, die sich Aisha nennt und ebenfalls mit einem IS-Kämpfer verheiratet ist, dem Sender Sky News. Aber der IS lasse das nicht zu, weil Jones nun «eine Militärfrau» sei.

Dutzende IS-Kämpferinnen rekrutiert

Jones erlangte Berühmtheit, als sie 2013 mit ihrem jüngeren Sohn nach Syrien floh. «Sky News» zufolge dürfte Jojo, der von der Konvertitin Hamza genannt wird, nun ungefähr 12 Jahre alt sein. Ihren älteren Sohn liess sie in Grossbritannien zurück. In der IS-Hochburg Raqqa heiratete die Britin dann den Terroristen und aus Birmingham stammenden Hacker Junaid Hussain und war fortan auch unter dem Kampfnamen Umm Hussain al-Britani bekannt.

Dem Paar wird vorgeworfen, in zahlreiche terroristische Akte verwickelt gewesen zu sein, darunter Entführungen, Enthauptungen vor laufender Kamera und eine vereitelte Attacke auf einen Nachtclub, die von einem Teenager hätte durchgeführt werden sollen, berichtet «Daily Mail».

Die Behörden gehen davon aus, dass Jones via soziale Medien Dutzende Frauen für die Terrormiliz rekrutierte, bevor sämtliche ihrer Konten gesperrt wurden. Sie soll auch die al-Khanassaa-Brigade angeführt haben, die ausschliesslich aus IS-Kämpferinnen besteht.

1300 Namen von US-Militärs veröffentlicht

Auf der US-Liste der meistgesuchten Terroristen landete die zweifache Mutter ausserdem, weil sie mehr als 1300 Namen von US-Militärangehörigen veröffentlichte, die auf einem britischen Stützpunkt im Einsatz waren – gehackt von Junaid Hussain.

Nach dem Tod ihres Ehemannes twitterte Jones, sie sei «stolz, dass mein Ehemann vom grössten Feind Allahs getötet wurde, möge Allah ihn beschützen».

(kko)