Wettermanipulation

26. Januar 2017 16:31; Akt: 26.01.2017 16:31 Print

China startet Programm für künstlichen Regen

Auf einer Fläche zweimal so gross wie Frankreich will China es künftig stärker regnen und schneien lassen. Das lässt sich das Land einiges kosten.

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Im Nordwesten Chinas soll künftig mehr Regen fallen. Erreichen will das die Regierung mit einem 168-Millionen-Franken-Programm zur Wettermanipulation. (im Bild: Ein Arbeiter feuert 2011 in Huangpi Chemikalien auf Wolken) Wie hier nahe Dunhuang in der Provinz Gansu führen fehlende Niederschläge oft zu Dürre. Erfahrung mit dem sogenannten Cloud Seeding haben die Chinesen. Bereits während der Olympischen Spiele in Peking 2008 wurde es eingesetzt, damit der Himmel klar bleibt. Sie feuerten Chemikalien in den Himmel, um die Wolken zu vertreiben. (Bild: meteorologische Forschungsstation bei Peking, 2007) Für das geplante Programm schafft China vier Flugzeuge an, baut acht bereits existierende Maschinen um, entwickelt 897 Raketenabschussvorrichtungen und verbindet 1856 Vorrichtungen mit digitalen Kontrollsystemen. Im Norden Chinas führen Dürren schon lange zu Wassermangel und landwirtschaftlichen Ernteeinbussen. Cloud Seeding betreibt China aber auch, um den Smog in seinen Grossstädten zu bekämpfen. Durch künstlich herbeigeführten Regen klart die Luft wieder auf. (im Bild: Smog in der Stadt Sanhe am 5. Januar 2017) Wie hier in Peking gehen viele Leute wegen der Luftverschmutzung nur noch mit Atemmaske vor die Tür. In Peking ist fehlender Regen allerdings kaum ein Problem. Besonders in den Sommermonaten regnet es viel. Zwischen 2006 und 2016 soll künstlich ausgelöster Regen die Niederschlagsmenge im Land um 55 Milliarden Kubikmeter erhöht haben. (im Bild: Regen in Peking) Chemikalien wie Silberjodid und Trockeneis am Himmel sollen auch im Nordwesten des Landes für mehr Niederschlag sorgen.

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Bereits während der Olympischen Spiele in Peking 2008 hat China künstlich das Wetter beeinflusst, um während des Feuerwerks für einen klaren Himmel zu sorgen.

Jetzt geht das Land bei der Wetterkontrolle einen bedeutenden Schritt weiter: Die Regierung hat ein Programm lanciert, das es in grossem Stil regnen lassen soll. Auf einer Fläche, die zweimal grösser ist als Frankreich, will Peking der vorherrschenden Trockenheit mit künstlichem Regen und Schnee begegnen.

Umsetzung dauert drei Jahre

Das Rezept dafür: das sogenannte Cloud Seeding («Impfung» von Wolken). Die Regierung investiert umgerechnet rund 168 Millionen Franken, um es im Nordwesten des Landes regnen und schneien zu lassen, berichtet die «South China Morning Post».

Dafür schafft China binnen drei Jahren vier Flugzeuge an, baut acht bereits existierende Maschinen um, entwickelt 897 Raketenabschussvorrichtungen und verbindet 1856 Vorrichtungen mit digitalen Kontrollsystemen.

Zehn Prozent des Landes

Die Flugzeuge versprühen Chemikalien wie Silberiodid und Trockeneis am Himmel, um so mehr Niederschlag zu generieren. Die Maschinen beschiessen etwa kleine Wolkenformationen mit Salz, um die Verdunstung zu erhöhen und Niederschläge auszulösen. Das Silberiodid ist im gefallenen Regen in geringsten Mengen nachweisbar, für den Menschen aber ungefährlich. Die Massnahmen will China auf einem Gebiet von 960'000 Quadratkilometern ergreifen – das entspricht einem Zehntel des gesamten Staatsterritoriums.

Bereits in der Vergangenheit hat China mit dem Wetter experimentiert, etwa auch, um den Smog in den Metropolen zu verringern. Zwischen 2006 und 2016 habe künstlich ausgelöster Regen die Niederschlagsmenge im Land um 55 Milliarden Kubikmeter erhöht, sagte ein ranghoher Beamter aus der Provinz Qinghai der Zeitung. Das nun angekündigte Projekt gehört aber zu den grössten seiner Art.

Es soll helfen, in den Provinzen Gansu, Shaanxi, Qinghai, Ningxia, Xinjiang und Innere Mongolei Wasserressourcen besser zu verteilen, Waldbrände zu verhindern und Dürren zu bekämpfen.

Dicke Luft gibt es in Peking trotz Regen immer wieder, wie dieses Video vom Dezember 2015 zeigt:

(Video: AFP)

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FriedeFreude... am 26.01.2017 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz

    Ich seh schon, der Umweltschutz liegt den Genossen ganz besonders am Herzen.

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  • Lukas am 26.01.2017 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Natur

    Wehrt sich die Natur nicht genug???Wäre schön dass nie aufhört regen jnd schneien in China..

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  • GK am 26.01.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regentanz

    Ich kann den Regentanz. Das ist auch günstiger!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 27.01.2017 06:29 Report Diesen Beitrag melden

    Rubel rollt

    Phu bin ich froh müssen wir nicht mit dieser ekligen Natur auskommen und uns integrieren... ist viel einfacher alles zu manipulieren, die Folgen (welche uns natürlich unbekannt sind, das ist ja immer das Spannendste daran) müssen dann unsere Kinder tragen, aber hey, wen interessierts solange der Rubel rollt?

  • Josef am 27.01.2017 04:36 Report Diesen Beitrag melden

    Total falscher Weg

    China würde lieber das Geld für Geburtenkontrolle ausgeben. Das wäre für die Umwelt langzeitig das Beste. Jede Frau und jeder Mann, die keine Kinder wollen, sollten sich gratis unterbinden lassen können, und ein Leben lang Geld vom Staat kriegen.

    • Nitro am 27.01.2017 06:09 Report Diesen Beitrag melden

      Einkindpolitik

      Die Einkind Politik wurde von einem Jahr aufgehoben. Weil sonst im Versicherungs- und Altersvorsorgesystem zu wenig Junge Leute vorhanden sind. Eine Geburtenkontrolle ist nicht so einfach wie sie sich das vorstellen.

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  • Tina am 27.01.2017 01:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Spiritualität, Verantwortung und Lieblosi

    Diese gigantische Luftverschmutzung ist ein Verbrechen ungeheuren Ausmasses an die Menschlichkeit. Die grosse Gottlosigkeit lässt den Körper und die Seele ersticken.

    • Nitro am 27.01.2017 06:12 Report Diesen Beitrag melden

      Verantwortung

      Nur leider sind wir dafür genau so Verantwortlich. Die meisten schweizer Firmen produzieren in China. Aber dann mit dem Finger auf die bösen Chinesen zeigen. Wir sollten unser Verhalten genau so hinterfragen.

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  • Köbi Meieriesli am 27.01.2017 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt Greenpeace dazu?

    Oh die bekannten Kommentatoren sind ja noch gar nicht aktiv. Liegt sicher daran, dass man gegen das Mutterland der Solarzellen nichts Schlechtes schreiben will?! Könnte natürlich auch sein, dass ich mich irre und gewisse Abteilungen bei Greenpeace viel vernünftiger sind, als andere... Jänu: Die Silberjodid-Methode ist bekannt, aber auf so einer grossen Fläche wurde sie noch nie angewendet. Wenn in China mal die Sonne zu stark scheint, zünden sie dann Atombomben um Staub aufzuwirbeln?

  • Tim Taler am 26.01.2017 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Irgendwo wird der Regen dann fehlen.

    • Maximus am 27.01.2017 01:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kommunismus zerstört die Umwelt

      Der Regen fehlt, weil der Regenwald fehlt.

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