Anschlag in New York

01. November 2017 10:42; Akt: 01.11.2017 14:16 Print

Erst Uber-Fahrer, dann Fahrer im Namen des IS

Der tatverdächtige Sayfullo Saipov arbeitete er erst als Truck-Fahrer, später als Uber-Fahrer. Eine Notiz im Tatwagen legt nahe, dass er seine Tat im Namen des IS ausführte.

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Stilles Schweigen: Passanten haben entlang der Strecke des Velowegs Blumen niedergelegt, auf dem der Attentäter mit einem Mietauto acht Menschen getötet hatte. (31. Oktober 2017, Ortszeit) Der mutmassliche Attentäter Sayfullo Saipov ist erstmals vor Gericht erschienen. Er soll gesagt haben, dass er auf seine Tat stolz ist. (1. November 2017, Ortszeit) Polizeibeamte und Journalisten stehen vor dem Haus in Paterson, New Jersey, in dem der mutmassliche Attentäter Sayfullo Saipov gewohnt haben soll. (1. November 2017) Das Sicherheitsaufgebot in Manhattan ist sichtbar, wie hier auf der Brooklyn-Bridge. (1. November 2017) Polizisten patrouillieren in der Nähe des Anschlagsorts im Südwesten Manhattans. (1. November 2017) Der West Side Highway blieb auch am Tag nach dem Anschlag geschlossen. (1. November 2017) Ein Bild auf Twitter zeigt die Festnahme des Attentäters. (31. Oktober 2017) Polizeiaufnahme des mutmasslichen Täters von New York: Sayfullo Habibullaevic Saipov. Das zerbeulte Täterfahrzeug hinter einer Polizeiabsperrung: Die Ermittlungen am Tatort dauern bis in die Nacht. (31. Oktober 2017) Trotz des Anschlags wurde die New Yorker Halloween-Parade nicht abgesagt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. (31. Oktober 2017) Die Polizei hat während er Nacht (Ortszeit) ein rund 3,2 Kilometer langes Stück der Strasse abgesperrt, um den Tatort zu untersuchen: Der abgesperrt Tatort. (31. Oktober 2017) Die Spitze des One World Trade Center erscheint in den Farben der US-Flagge in Gedenken an die Opfer. Menschen aus Argentinien und Belgien unter den Toten: Der demolierte Lieferwagen des Attentäters. (31. Oktober 2017) Das Gebiet um den Tatort in New York wurde weiträumig abgesperrt. (31. Oktober 2017) Passanten und Medienvertreter verfolgen die Ermittlungen von der Absperrung aus. (31. Oktober 2017) Ein Mann bringt seine zwei Kinder in Sicherheit. (31. Oktober 2017) Pick-up rammt Passanten: Ein anderes Fahrzeug wurde ebenfalls angefahren, Augenzeugen zufolge dieser Schulbus. Polizei und Ambulanz am Tatort. Die Einsatzkräfte räumen den Tatort. Eine Person sei in Gewahrsam genommen worden, es werde nach niemand anderem mehr gefahndet. Rettungsmediziner bei einer Person unter einem weissen Tuch. Der beschädigte Pick-up nach dem Vorfall in der West Street in Manhattan. (31. Oktober 2017) epa06300674 Emergency personnel remove a victim's body after an incident were a man reportedly drove a pick up truck along a bike lane in downtown New York, New York, USA, 31 October 2017. Six people were reportedly killed in the incident, at least 11 were injured, and the driver of the truck was in custody. EPA/JUSTIN LANE

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Der Mann, der in New York bei einer Terrorattacke mit einem Lieferwagen mindestens acht Menschen getötet haben soll, heisst Sayfullo Habibullaevic Saipov (29) und stammt aus Taschkent in Usbekistan.

Er kam 2010 mit einer Green Card im Bundesstaat Ohio an, wo er zunächst bei einer anderen usbekischen Familie wohnte: «Er war ein Guter damals», sagt Bekhzod Abdusamatov der «New York Times». «Aber ich konnte natürlich nicht in ihn hineinsehen.»

1400 Fahrten für Uber in sechs Monaten

Saipov habe sich auf Jobsuche gemacht und sich bemüht, sein Englisch zu verbessern. «Er mochte die USA und schien glücklich.» In Ohio war er für zwei Transportunternehmen als Fahrer tätig.

Auch andere Bekannte beschreiben den Tatverdächtigen laut «Daily Mail Online» als einen freundlichen Mann, der gut mit Kindern umgehen konnte. Jedoch sei er nicht gern fotografiert worden.

Später zog Saipov erst nach Tampa, Florida, und dann nach New Jersey, wo er als Uber-Fahrer arbeitete. Uber zufolge bestand der 29-Jährige den Background-Check durch die Firma. Er habe in einem halben Jahr 1400 Fahrten gemacht.

«Er wurde sehr schnell wütend

In seiner Nachbarschaft in New Jersey galt der Usbeke als eher unfreundlich: «Er regte sich immer auf und begann Diskussionen mit den Verkäufern», berichtet der Manager einer Supermarktkette der «New York Post». Saipov sei sehr schnell wütend geworden.

«Er hatte Vorurteile gegenüber den Kassiererinnen – ob sie nun ein Kopftuch trugen oder nicht, er machte sie runter, nannte sie dumm und ungebildet, schimpfte, sie könnten nicht mal die Waren einscannen.»

Notiz im Tatwagen

Zurzeit wird der 29-Jährige wegen einer Schusswunde behandelt.
Ermittler fanden Medienberichten zufolge einen handgeschriebenen Brief im Fahrzeug, mit dem Saipov Passanten niedergemäht hat. Offenbar bekennt er sich darin zum «Islamischen Staat» (IS), in dessen Namen er die Tat ausführen wollte.

Der IS hat sich noch nicht zur Tat bekannt, ruft mit Verlust seines Territoriums in Syrien und im Irak schon länger zu Attacken in den USA und Europa auf.

Saipov hatte am Dienstagnachmittag in Manhattan acht Personen mit einem Pick-up-Truck getötet. Die Polizei stoppte ihn auf der Flucht mit Schüssen.

(chk/gux)