Mörder aus Georgia

17. Mai 2017 22:22; Akt: 17.05.2017 22:22 Print

Hingerichtet nach 5000-Kalorien-Henkersmahlzeit

J. W. Ledford wollte durch ein Erschiessungskommando exekutiert werden. Dem wurde nicht stattgegeben. Seinen letzten kulinarischen Wünschen schon.

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J. W. Ledford wurde zum Tode verurteilt, weil er 1992 seinen 73-jährigen Nachbarn erstochen hatte. Vor seiner Hinrichtung hatte der 45-Jährige nach einer opulenten Henkersmahlzeit verlangt: in Speck gewickeltes Filet Mignon, Pouletgeschnetzeltes in Sauce, frittierte Schweinskoteletts, frittierte Zwiebeln, Pommes frites, einen Pecan-Nuss-Kuchen mit Vanille-Glace, Limonade und Sprite.

Dem letzten Wunsch nach dieser 5000-Kalorienbombe kam die Haftanstalt nach – nicht aber dem Antrag, nach dem Ledford durch ein Erschiessungskommando und nicht durch die Giftspritze sterben wollte. Ledford und seine Anwälte hatten geltend gemacht, dass der Verurteilte durch die langjährige Einnahme eines starken Medikamentes eine Toleranz gegen das verwendete Hinrichtungsmittel Pentobarbital entwickelt hatte. Sie befürchteten, dass Ledford deswegen einen schmerzvollen Tod bei vollem Bewusstsein erleben würde.

«Ihr könnt meinen weissen Hintern küssen»

Ledford wurde in der Nacht auf Mittwoch um 1.17 Uhr Ortszeit im Gefängnis in Jackson hingerichtet. Ob Ledfords Befürchtungen oder sonstige Komplikationen eingetreten sind, ist nicht bekannt. Nach seinen letzten Worten gefragt, soll er lächelnd gesagt haben: «Ihr könnt meinen weissen Hintern küssen.»

«Herr der Ringe»-Trilogie vor Erschiessung

Der 45-Jährige wurde mehr als sechs Stunden nach seinem ursprünglichen Hinrichtungstermin für tot erklärt. Die Hinrichtung hatte sich verzögert, weil auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gewartet wurde, der dann Ledfords Antrag auf Aussetzung ablehnte. Ledfords Hinrichtung ist die erste Exekution im US-Bundesstaat Georgia in diesem Jahr.

Die letzte Exekution mit einem Erschiessungskommando fand 2010 in Utah statt: Ronnie Lee Gardner, der laut Wikipedia «zu den gefährlichsten Straftätern in der Geschichte von Utah» zählte, wurde wegen zweifachen Mordes und nach fast 25 Jahren im Todestrakt des Utah State Prison erschossen. Seine letzte Mahlzeit bestand aus Steak, Hummer, Apfelkuchen, Vanille-Glace und 7Up. 48 Stunden vor seiner Hinrichtung nahm er nichts mehr zu sich und schaute sich stattdessen alle Teile der «Herr der Ringe»-Trilogie an.

(gux/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Re/Su am 18.05.2017 03:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nach so langer Zeit

    Über die Todesstrafe kann man ja diskutieren. Aber was macht es für einen Sinn jemanden so lange zu inhaftieren und dann zu töten? Das kostet doch Unmengen von Geld.

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  • Es am 18.05.2017 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langer Todesweg

    Er war also zum Zeitpunkt des Mordes 20... und wurde nun als 45-jähriger hingerichtet? ... Das ist echt krass...

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  • Flørigni am 17.05.2017 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was wünscht man sich vor dem Tod?

    ... Genau: Ein fettes Schnitzel, Trinken und Fernsehn. Mir soll also niemand sagen ich würde damit mein Leben verschwenden!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Biker am 18.05.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten/Nutzen ?

    Es gibt Leute, die behaupten, die Todesstrafe wäre teurer als lebenslänglich. Ein Gefangener in CH kostet ca. CHF 400.-/Tag. Der Mann war 25 im Knast. Das sind rund 3,6 Mio. Zuzüglich Anwalts- und Gerichtskosten (bei Revisionen etc.), die er nicht bezahlen muss, da er kein Einkommen hat. Nach 25 Jahren sind wir dann wohl irgendwo bei 4 ,5 Mio. Alles vom Steuerzahler finanziert. Auch Angehörige der Opfer sind Steuerzahler. Kann mir jemand die Gegenrechnung präsentieren, die zeigt, dass die Todesstrafe teurer ist ? Danke. P.S. viel Reue zeigte er nicht, am Ende

  • Girly60 am 18.05.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtige Entscheidung !

    Ich frage mich ob der Mörder aus Georgia sein 72 Jähriges Opfer auch gefragt hat wie er sterben soll ! Ich finde es richtig dass er durch die Giftspritze hingerichtet wurde ! Wer jemandem das Leben nimmt , dem soll es auch genommen werden ! Ich weiss dass ich jetzt auf derbe Kritik stosse , aber ich stehe zu meiner Meinung , sorry !

  • Hmmm am 18.05.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Motive zur Tat

    Nach meiner Meinung ist es viel verwerflicher, wenn zB ein Staatsoberhaupt zur Sicherung seiner Macht politische Gegner 'verschwinden' lässt, als wenn ein Mensch wegen seiner psychischen Defekte dazu getrieben wird, jemanden umzubringen. Verwahrung mit dem Versuch zu therapieren ja, aber keine blinde Vergeltung. Ein Staat definiert sich stark über seine Rechtssprechung!

  • Steff am 18.05.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu teuer

    Die Todesstrafe in einem nach westlichen Werten aufgebauten Justizsystem ist viel zu teuer! Eine Studie hat z.B. herausgefunden, dass jede vollstreckte Todesstrafe in Florida den Steuerzahler rund 100 Millionen kostet! Da sind die Kosten aller Verfahren, in denen die Todesstrafe hätte verhängt werden können und wirklich verhängt worden ist, dividiert durch vollstreckte Urteile... Also entweder man nimmt in Kauf (noch mehr) Unschuldige hinzurichten (als in den USA) oder man muss gewaltige Kosten bereit sein zu tragen. Die moralische Diskussion noch aussen vor, was ja auch noch zu lösen wäre.

    • P.Eter am 18.05.2017 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steff

      Man sollte es so machen wie in China. Wenn man sich zu 100% sicher ist (nicht 99%), dass jemand einen Mord begangen hat, wird man dort nur 48h nach dem Urteil hingerichtet. In den USA geht es meistens mindestens 15 Jahre und es hat immer wieder unschuldige dabei.

    • qwertz am 18.05.2017 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      "eine Studie hat bewiesen..."

      allein dies vor eine Behauptung zu setzen macht selbige noch nicht wahr. Wer hat diese Studie in Auftrag gegeben, wer hat sie durchgeführt, mit welchen Methoden? Irgendwelche Quellen? Namen? Universtität? Irgendetwas womit man den Gehalt deiner Aussage überprüfen kann?

    • GG am 18.05.2017 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @qwertz

      Die Todesstrafe kostet die Staaten im Schnitt pro Jahr zehn Millionen Dollar mehr als lebenslange Haftstrafen. Kalifornien gibt jährlich ça. 137 Millionen Dollar für die Hinrichtungen aus. Berichte darüber finden Sie im Netz, diverse Quellen

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  • payassli am 18.05.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig mit Aug um Aug

    Die beste Verarbeitung für alle ist Vergebung.