Kanadischer Premierminister

12. Oktober 2017 03:36; Akt: 12.10.2017 06:54 Print

«Nafta-Verhandlungen mit den USA sind schwierig»

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau gibt sich bei seinem Besuch in Washington «optimistisch».

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Bei seinem Besuch in den USA hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau die Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) zwischen den USA, Kanada und Mexiko als schwierig bezeichnet. Trudeau stellte am Mittwoch vor Medienvertretern in Washington fest, «dass die Verhandlungen schwierig sind und weiter schwierig bleiben werden und manchmal sogar unvorhersehbar». Dennoch bleibe er «optimistisch», «denn wir wissen, dass die Nutzen (des Handelsabkommens) die Bürger beider Länder spüren».

Die USA und Kanada haben sich über die Zukunft des Nordamerikanischen Freihandelsabkommen eher vage geäussert. Kanada sei bereit für «alles», sagte Premierminister Justin Trudeau nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Mittwoch. «Ich denke, es ist klar, dass die Umstände oft herausfordernd sind und das wir für alles bereit sein müssen», sagte Trudeau. Er hoffe jedoch, dass alle Seiten von dem Abkommen profitieren könnten. Neben Kanada und den USA ist Mexiko dritter Partner des Handelsdeals.

«Wir werden sehen, was passiert»

Das Treffen zwischen den beiden nordamerikanischen Regierungschefs am Mittwoch kam zu Beginn einer neuen Runde der Verhandlungen über Nafta. Die Verhandlungsgespräche in Washington in dieser Woche waren wackelig gestartet. Die US-Handelskammer warnte, die Trump-Regierung könnte die Verhandlungen mit unrealistischen Vorschlägen sabotieren.

Trump hatte zuvor gedroht, sich ganz aus dem Abkommen zurückzuziehen, wenn er keinen besseren Deal bekomme. «Wir werden sehen, was passiert», sagte Trump bezüglich Nafta zu Beginn seiner Gespräche mit Trudeau. «Es ist möglich, dass wir kein Abkommen abschliessen können und es ist möglich, dass wir eines abschliessen können.»

Trudeau sagte, die beiden Verbündeten hätten eine «gute Partnerschaft». Ein «andauerndes, konstruktives Verhältnis» zwischen ihm und Trump sei wirklich wichtig. «Wir müssen unsere Arbeiter beschützen und mit aller Fairness, der Premierminister möchte auch Kanada und sein Volk beschützen», sagte Trump. Das Abkommen müsse «fair für beide Seiten» sein.

Auf Strafzölle verzichten

Trudeau forderte die USA eindringlich auf, die Strafzölle auf Flugzeuge des kanadischen Unternehmens Bombardier zu streichen. Anderenfalls werde seine Regierung nicht wie geplant von dem US-Flugzeugbauer Boeing 18 Kampfjets vom Typ Super Hornet kaufen.

Boeing wirft dem kanadischen Konkurrenten Bombardier vor, er werde von der kanadischen Regierung subventioniert und exportiere seine Maschinen zu einem Preis unter Wert. Die US-Regierung belegte daher die Bombardier-Maschinen CS100 und CS300 mit Strafzöllen in Höhe von 220 Prozent. Auch der kanadischen Holzwirtschaft wirft Washington Dumpingmethoden vor.

Der kanadische Premierminister besucht am Donnerstag voraussichtlich Mexiko, das ebenfalls in die Nafta-Verhandlungen eingebunden ist. Die Neuverhandlung von Nafta hatte Mitte August begonnen. In den bislang drei Verhandlungsrunden wurden noch keine grösseren Fortschritte erzielt.

(chk/ap/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fair Trade am 12.10.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Trumps leere Versprechungen

    Einen Tag nach Amtsantritt wollte er die NAFTA-Verträge kündigen. Genau so lautete sein vollmundiges Versprechen. Trump verspricht viel. Sobald es um die Umsetzung geht zeigt sich, dass diese Welt viel zu kompliziert ist. Für Donald Trump, seine Anhänger und die vielen Leserbriefschreiber, die ihn "verehren".

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  • Antonio Giovenni am 12.10.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die einzigen

    die daran Glauben sind unsere (CH, EU) Politiker die USA und die Wirtschaftsbosse die daran sehr viel verdienen werden. Der Bürger darf dann das ganze verseuchte zeug essen was wir dann importieren müssen. Schlussendlich wird dies nicht nur Kanada betreffen.

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  • weissesned am 12.10.2017 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu Freihandelsabkommen!

    Freihandelsabkommen sind generell sehr schädlich. Die Folgen: Mittelschicht wird immer ärmer, die Reichen immer reicher, die Armen werden immer mehr ausgebeutet, die Qualität der Produkte sinkt massiv, das Angebot an Produkten ebenfalls und die Länder mit den höchsten Subventionen und / oder den (für den Arbeitnehmer) schlechtesten Arbeitsbedingungen profitieren als einzige wirtschaftlich, wobei der Normalbürger davon nicht spürt resp. darunter leidet. Im Endeffekt bedeutet es auch, dass ein Land resp. dessen Regierung komplett die Kontrolle über die Wirtschaft verliert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Prepper am 12.10.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Isoglucose

    in Deutschland z.b ist seit dem 1.Oktober dieses Jahres, ISOGlucose zugelassen. Lieben Gruss aus denn USA, wenn wir jetzt in Europa auch so Rund werden. Wir werden tagtäglich vergiftet.

  • Boris am 12.10.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Fragezeichen

    Alle Verhandlungen mit den U.S.A. sind schwierig seit der Blondscheitel vor dem roten Knopf sitzt.

  • Antonio Giovenni am 12.10.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die einzigen

    die daran Glauben sind unsere (CH, EU) Politiker die USA und die Wirtschaftsbosse die daran sehr viel verdienen werden. Der Bürger darf dann das ganze verseuchte zeug essen was wir dann importieren müssen. Schlussendlich wird dies nicht nur Kanada betreffen.

    • Rüedu am 12.10.2017 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Antonio Giovenni

      Genau. Das verseuchte Zeug aus Schweizer Landwirtschaft. Kleines Beispiel? Es wurden 268 Weine aus allen Regionen der Welt auf Pestizidrückstände getestet. 20 Weine wiesen hohe Pestizidrückstände auf. Lediglich 6 Weine haten Rückstände die über dem gesetzlichen Grenzwert lagen. Alle 6 Weine kamen aus der Schweiz... lassen sie sich weiter von der Bauernlobby und ihrer Mutterpartei SVP manipulieren. Mündige Bürger haben diese Propaganda längst durchschaut.

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  • Andi am 12.10.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Na und

    Was interessiert mich was Kanada, USA und Mexiko da drüben wursteln. Sollen sie sich gegenseitig über den Tisch ziehen oder nicht. Egal. Haben wir nicht genügend interessante Themen hier auf unserem Kontinent? Wenns um den TTIP gehen würde (Nein der ist leider noch nicht vom Tisch) wäre das was anderes, denn von dem sind wir direkt betroffen.

    • Cartman1993 am 12.10.2017 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andi

      Du weisst schon, dass wir ein exportland sind und in einer globalisierten welt leben oder?

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  • Fair Trade am 12.10.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Trumps leere Versprechungen

    Einen Tag nach Amtsantritt wollte er die NAFTA-Verträge kündigen. Genau so lautete sein vollmundiges Versprechen. Trump verspricht viel. Sobald es um die Umsetzung geht zeigt sich, dass diese Welt viel zu kompliziert ist. Für Donald Trump, seine Anhänger und die vielen Leserbriefschreiber, die ihn "verehren".

    • weissesned am 12.10.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fair Trade

      immerhin hat er nicht versprochen Guantanamo zu schliessen, knnerhalb eines (?) Jahres sämtliche Truppen aus dem Irak und Afghanistan zu ziehen, den Rassismus gegn Schwarze zu bekämpfen, Vorschriften für den Besitz von Schusswaffen zu verschärfen, etc. um nach 8 Kahren gar nichts davon erreicht zu haben.

    • Ich schon am 12.10.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @weissesned

      Weil Obama es nicht geschafft hat das Desaster seines Vorgängers völlig zu beheben, um damit sagen zu können er habe nicht alle seine Versprechen eingelöst? Der jetzige Potus, kündigt komplexe ausgehandelte Verträge, in die viel Zeit und Kompromiss gesteckt wurde auf. Eine grosse Leistung kann ich darin nicht erkennen. Sein grösserer Erfolg, ist es, in den Nahen Osten unendlich viel Waffen an Salafisten zu verkaufen. Diese Brisanz allein scheint seinen Anhängern irgendwie nicht bewusst zu werden. Vom vergifteten Ton ganz zu schweigen.

    • weissesned am 12.10.2017 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich schon

      Ind Trump mus das Desaster von seinem Vorgänger beheben. Aufgrund der Nicht-Veröffentlichung meines vorherigen Kommentars nehme ich an, dass es nicht erlaubt ist, diese hier aufzuzählen. Das ist wohl zu harter Tobak!

    • Ich schon am 12.10.2017 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @weissesned

      Das denke ich mir auch manchmal über meine Kommentare. Da steckt keine Verschwörung dahinter. ;-) Die Redaktion muss sich sicherlich häufig ziemlich viel Misst durchlesen. Aber mal ehrlich, vergleichst Du die Immobilien- und Bankenkrise jetzt echt mit.. mit was? Was musste der aktuelle Potus so vergleichbar schlimmes übernehmen? Reicht Dein Gedächtnis noch bis Amerikas ausgeglichenen Haushalt und der Phänomenal hohen Verschuldung aufgrund von 2 darauffolgenden, total unsinnigen Kriegen? Und jetzt wieder dieses Getöse und die, die das alles auch noch gut finden.

    • Rafael am 12.10.2017 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fair Trade

      liegts an Trump? Das Represetanten-Haus, hat über 300 Geschäfte an den Senat überwiesen. über 200 wurden noch nicht bearbeitet.

    • weissesned am 12.10.2017 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich schon

      Die hohen Schulden sind genau so ein Thema (mal schauen ob das publiziert wird!?): Bush hat diese von 5.5 auf 10 bio getrieben. Obama von 10 auf 20b. Die Ursache der Finanzkrise liegt nicht bei der Politik, sondern bei den Bänkern. Und wenn doch, dann bei Clinton. Während seiner Amtszeit begann die Immobilienblase zu wachsen. Für Obama war es ein Segen, da (wie man in jedem wirtschaftlich starken Land sieht) der Markt wieder selbst eingependelt hat und Obama das als seinen Erfolg verkaufen kann. Und Kriege ... dazu darf ich wohl nichts sagen, aber es gibt genügend Bericht wenn man danach sucht.

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