Macht für Konservative

14. November 2017 09:58; Akt: 14.11.2017 10:17 Print

«Law-and Order»-Sheriffs stärken Trump den Rücken

Konservative Gesetzeshüter stützen Donald Trumps politische Agenda. Allen voran: ländliche Sheriffs und Bundesrichter, die der US-Präsident einsetzt.

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Auf Facebook gibt sich Sheriff Wayne Ivey aus Florida volksnah. Er ist ein «Law-and-Order»-Mann – und Fan von Donald Trump. Ivey schätzt an Trump den Widerstand gegen politische Korrektheit. Das brauche es heute, glaubt er – wie auch viele andere Sheriffs vor allem aus ländlichen Gebieten der USA. Ivey lässt seine Leute als Kraftprotze posieren. Auf Facebook präsentiert er Fotos von gesuchten Verdächtigen ... ... Werden sie festgenommen, erhalten sie die Aufschrift: «Busted» – erwischt. Dieser Festgenommene hat sich selbst der Polizei gestellt. Er «tat das Richtige», steht über dem Foto. Ein Vorbild der harten Sheriffs ist Joe Arpaio aus Arizona. Damit es Untersuchungsgefangene bei ihm nicht zu schön haben, steckte er sie in Zelte ohne Klimaanlage. (23. Juni 2012) Arpaio setzte sich im Wahlkampf für Trump ein. Als er im Sommer wegen Missachtung von Gerichtsbefehlen verurteilt wurde, begnadigte ihn Trump umgehend. (Bild: in Marshalltown, Iowa, am 26. Januar 2016) Ein anderes Vorbild für viele Sheriffs ist David Clarke vom Milwaukee County. Bild: Clarke spricht am 23. Februar 2017 an einer konservativen Konferenz in National Harbor, Maryland. Unterstützung erhält Trump auch von Bundesrichtern. Er setzt möglichst viele davon selbst ein. Den Anfang machte er mit dem konservativen obersten Bundesrichter Neil Gorsuch. (31. Januar 2017) Auch untere Chargen in Bundesgerichten besetzt Trump eifrig mit Konservativen. Teils ernennt er junge Juristen mit wenig Erfahrung. Den 36-jährigen Brett Talley bezeichnete die Standesorganisation als «nicht qualifiziert». Er wurde dennoch nominiert.

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Die Medien hat Donald Trump gegen sich, ebenso Frauen, Minderheiten und Bewohner grösserer Städte. Der angefeindete US-Präsident findet jedoch wichtige Stützen unter Amerikas über 3000 Sheriffs und bei konservativen Bundesrichtern. Dass letztere zahlreicher werden, dafür sorgt Trump mit einer rekordhohen Zahl neuer Ernennungen.

Ein typischer Pro-Trump-Sheriff ist Wayne Ivey. Der wie die meisten seiner Kollegen vom Volk gewählte Gesetzeshüter herrscht über den Polizeibezirk Broward County in Florida. Nach einem Bericht in der «Washington Post» schätzt Ivey Trumps harte Haltung. «Er gibt nicht nach», sagte Ivey. «Er hat keine Angst, eine Position einzunehmen, und genau das brauchen wir heute.»

Volksnah, hart zugreifend

Auf Iveys Facebook-Seite befindet sich laut «Post» ein Foto von Trump mit dem Schriftzug: «Lasst unseren Präsidenten in Ruhe.» Der volksnahe, aber hart zugreifende Sheriff hat sich auf seinem linken Arm die Präambel der amerikanischen Verfassung tätowieren lassen. Er bezeichnet sich selbst als den «politisch unkorrektesten Sheriff im Land».

Ivey liess 2012 als erster Sheriff von Florida Gefangene in einer «Chain Gang» aneinanderketten und in gestreiften Overalls öffentlich Arbeiten verrichten. Er brüstet sich damit, dass das Untersuchungsgefängnis des Bezirks mit 99 Cent pro Mahlzeit so wenig wie möglich für das Essen Inhaftierter ausgibt. Wöchentlich präsentiert Ivey auf Facebook neue Gesichter von Gesuchten.

Vorbilder Clarke und Arpaio

Die Einstellung und die Praktiken Iveys gehen die gleiche Richtung wie jene vieler anderer ländlicher Sheriffs. Sie erinnern an die Vorgehensweisen von zwei Sheriffs, die nationale Prominenz erlangten und beide grosse Trump-Fans sind.

Der schwarze Sheriff David Clarke aus Milwaukee trat im Wahlkampf für Trump auf. Unlängst verlor er jedoch eine Anstellung in der Verwaltung. Joe Arpaio in Arizona wurde mit seinem Zeltlager für Festgenommene international bekannt. Weil er sich den Anordnungen der Immigrationsbehörde in Washington widersetzte und Jagd auf illegale Einwanderer machte, wurde er im Sommer verurteilt. Noch bevor der Richter das Strafmass festsetzen konnte, liess Trump jedoch Arpaio begnadigen.

Ausnahme: urbane Sheriffs

Anders als die Trump zugeneigten «Law-and-Order»-Sheriffs ticken viele Polizeibehörden-Leiter in grossen Städten. Dort werden oft weniger harte Polizeistrategien verfolgt. Aber insgesamt dominierten die konservativen Sheriffs, schreibt die «Post», weil es mehr von ihnen gebe.

Auf eine Vergrösserung der Zahl läuft auch Trumps Vorgehen bei der Ernennung neuer Bundesrichter hinaus. Wie die «New York Times» berichtet, beeilt sich der Präsident in Zusammenarbeit mit der republikanischen Mehrheit im US-Senat, möglichst rasch möglichst viele konservative Bundesrichter einzusetzen.

Qualifikation egal

In den Monaten seit Amtsantritt hat Trump nicht nur den neuen obersten Bundesrichter Neil Gorsuch ernannt. Bereits sind auch acht wichtige Posten für Appellationsrichter mit Juristen nach Trumps Geschmack besetzt worden, mehr, als frühere Präsidenten zustande brachten. Auch auf der unteren Stufe werden harte Konservative auf Richterposten gehievt. Mehrere, schreibt die «Times», seien von der Standesorganisation der Juristen als «nicht qualifiziert» eingestuft worden.

Das kann Trump und die Republikaner nicht bremsen. Sie sind entschlossen, mit den auf Lebenszeit gewählten Richtern jahrzehntelang für konservative Urteile zu sorgen.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon am 14.11.2017 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Was ist an einer harten Linie gegen Kriminelle denn so falsch? Ich wünschte mir man würde unsere Kriminellen nicht mit Samthandschuhen anfassen.

  • Texas am 14.11.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo.....!!!

    Mehr gibt es zu diesen korrekten Gesetzeshütern nicht zu sagen, ausser vielleicht weiter so!

  • Lars am 14.11.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht erstaunlich

    Naja von Trump eingesetzt. Kann man ja wohl davon ausgehen das diese Lümmeln den Trump unterstützen. Von daher nicht erstaunlich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lars am 14.11.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht erstaunlich

    Naja von Trump eingesetzt. Kann man ja wohl davon ausgehen das diese Lümmeln den Trump unterstützen. Von daher nicht erstaunlich.

  • Simon am 14.11.2017 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Was ist an einer harten Linie gegen Kriminelle denn so falsch? Ich wünschte mir man würde unsere Kriminellen nicht mit Samthandschuhen anfassen.

  • Texas am 14.11.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo.....!!!

    Mehr gibt es zu diesen korrekten Gesetzeshütern nicht zu sagen, ausser vielleicht weiter so!

  • marko 32 am 14.11.2017 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump

    Das finde ich sollte er nicht tun Den Rücken von Trump stärken

    • Cartman1993 am 14.11.2017 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Auch schon gemerkt, dass man seine Meinung zu einem Artikel nicht in einem Wort zusammenfassen kann....

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