Syrien

25. Juli 2017 09:09; Akt: 25.07.2017 12:53 Print

Trump hält Rebellen-Hilfe für «Verschwendung»

Erstmals hat der US-Präsident den Bericht der «Washington Post» zum Ende der Unterstützung syrischer Rebellen bestätigt. Zumindest einen Aspekt davon, der Rest sei erlogen.

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Zahlungen seien zudem «gefährlich»: Trump bei einer Ansprache in West Virginia am 24. Juli 2017. (Bild: Keystone/Caerolyn Kaster)

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US-Präsident Donald Trump hat die Unterstützung seines Landes für die Rebellen in Syrien für gescheitert erklärt. Er habe die «massiven, gefährlichen und verschwenderischen Zahlungen an syrische Rebellen, die gegen Assad kämpfen, beendet», schrieb Trump in der Nacht auf heute im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Damit bestätigte der Präsident erstmals selbst, dass er die unter seinem Vorgänger Barack Obama gestartete Unterstützung gestoppt habe. Dabei kann er sich einen Tritt gegen die «Washington Post» nicht verkneifen, der er in zahlreichen weiteren Tweets unterstellt, Fake-News zu verbreiten sowie Handlangerin des US-Konzerns Amazon zu sein. Trumps Mitteilung wirft der Zeitung vor, in ihrem Bericht über den Unterstützungsstopp Fakten fabriziert zu haben.

Zahlungsstopp bestätigt

Im Artikel der «Washington Post» hiess es, dass die US-Regierung dem mit Russland verbündeten syrischen Präsidenten Bashar al-Assad die Kontrolle über weite Teile Zentral- und Südsyriens überlassen wolle. Im Gegenzug sollten Russland und seine Verbündeten den USA freie Hand bei der Verfolgung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) lassen.

Ein US-General hatte das Ende der Unterstützung für die bewaffneten Regierungsgegner in Syrien am Wochenende bestätigt. Bislang hatten die USA in Syrien Rebellen unterstützt, die gegen Assad und damit auch gegen dessen Verbündeten Russland kämpften. Am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg hatten sich Russland und die USA bereits auf die Einrichtung von «Deeskalationszonen» im Süden Syriens verständigt.

Rückhalt lässt nach

Das Unterstützungsprogramm für die syrischen Rebellen war 2013 unter Trumps Amtsvorgänger Barack Obama gestartet worden. Seitdem wurden tausende Rebellenkämpfer ausgebildet und bewaffnet. Der politische Rückhalt für die islamistischen Rebellen liess in den USA allerdings nach.

Zum einen gewann für die US-Regierung in Syrien der Kampf gegen den IS an Bedeutung, der auch von Assads Armee bekämpft wird. Zum anderen wurden die Rebellen mit dem Verlust der nordsyrischen Metropole Aleppo an die syrische Armee Ende vergangenen Jahres strategisch weniger bedeutsam.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi G. am 25.07.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Mit der Bewaffnung von undurchschaubaren islamistischen Paramilitärs dreht man bloss an Gewaltspirale. Das zu beenden ist ein guter Entscheid.

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  • Cavi33 am 25.07.2017 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merkel und Co 

    Hat vollkommen recht, man hätte die Rebellen gar nie unterstützen sollen. In syrien Demokratie wollen das ist wie man einer Kuh das Klettern beibringen will. Ohne die Westeuropa ideen hätten wir nämlich keine Zusatzprobleme im Nahen Osten wie wenn da nicht schon genug los ist.

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  • Mira E. am 25.07.2017 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer Trump ;)

    Soso Trump stoppt also tatsächlich die Lieferung an die IS-Terroristen. Damit kommt jetzt Syrien endlich zur Ruhe. Die ganze US-Politikerkaste ist natürlich gar nicht erfreut darüber. Umso mehr dürfen sich jene freuen, die auf der Erde keinen Weltenbrand sehen wollen. Die ganzen Vorwürfe gegen Trump sind doch nur Schall und Rauch, sonst wäre der doch schon längst aus dem Amt. Und nun greifen sie jeden anderen an, der zu seinem Team gehört. Das ist von den US-Medien nicht nur feige, sondern hinterhältig. Ganz mies.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anony Mouse am 25.07.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt wissen wir

    Worüber Trump und Putin beim "Geheimtreffen" gesprochen haben. Schätze Putin wird ihm ein Ultimatum gestellt haben, entweder Rebellen verraten oder die Dokumente zur Russland Affaire werden veröffentlicht.

  • CarpeDiem am 25.07.2017 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA, sehr schlechte Verbündete

    Beim Kampf gegen den IS unterstützen die USA die kurdischen YPG/PYD und die SDF. Schön und gut aber diese wurden viel zu stark bewaffnet dafür. Um eine einzige Stadt zu erobern ist das zur verfügung gestellte Arsenal viel zu übertrieben. Da liegen andere Pläne in der Luft. Im Gebiet der PYD haben die Amerikaner 10 Militärbasen errichtet, für amerikanische Soldaten. Das Ziel ist es nicht den IS zu vertreiben. Die Amerikaner planen einen längeren Aufenthalt in dieser Region. Schlecht ist, dass die Amis einen syrischen Flieger abknallten. Daraufhin sagte Russland den Kurden den "Kampf" an.

  • zuffi16 am 25.07.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr gut

    diese sogenannten rebellen sind nicht anderes als terroristen. und ich finde es super, dass diese nicht mehr unterstützt werden sollen, nur so als notiz, diese moderaten rebellen sind nichts anderes als die prorussischen separatisten, aber die eine sind gemäss unseren medien böse und die anderen sind super und kämpfen für demokratie. es sind genau das gleiche, wunderschönes beispiel für die herrliche doppelmoral in unserer qualitätspresse, genau wie bei aleppo (zivilistenmord) und mossul (befreiung).

  • EMM am 25.07.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    ((Zum einen gewann für die US-Regierung in Syrien der Kampf gegen den IS an Bedeutung, der auch von Assads Armee bekämpft wird. Zum anderen wurden die Rebellen mit dem Verlust der nordsyrischen Metropole Aleppo an die syrische Armee Ende vergangenen Jahres strategisch weniger bedeutsam)) Hmmm, und was ist mit Milliarden Waffendeal mit Saudi Arabien? Irgendwoher muss der IS Ressourcemässig, mächtig ins zeug gelegt haben, um ganze Staaten zu destabilisieren.

    • Steinwerfer am 25.07.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EMM

      Haben Sie eigentlich einmal genau darauf geachtet, was der IS an Waffen und Fahrzeugen benutzt? Das einzige Gefährt mit US-Herkunft sind Hmve. Der Rest SchüPa BPMN, Kampfpanzer T-55, T-62 und Ähnliche sind russische Modelle die aus irakischen und syrischen Beständen geklaut wurden.

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  • Revolutionär am 25.07.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Free Kurdistan, Free Syria, Free Irak

    Die USA hatten zuerst mit der Unterstützung von "Rebellen" angefangen, doch mussten sie nach kurzer Zeit einsehen dass damit die Islamistische Fraktion gestärkt wurde, nachveinigen Jahren hat die Unterstützung der Kurden (YPG, Suryoye, Sutoro ufn gewisse Zweige der FSA) unterstütz und es hat sich der Weltöffentlichkeit gezeigt das die einzigen die in Syrien Demokratie und Freiheit erbringen können die Kurden sind in Nordsyrien (Rojava) heute im Aktuellsten stand haben alle Kantone je 3 Minister einen Arabischen, einen Kurdische und einen Christlichen Minister!!!

    • CarpeDiem am 25.07.2017 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Revolutionär

      Geschwätz! Tausende politische Ermordungen, Anschläge hier und da, Folter und Peinigung, systematische Vertreibung von allem was nicht kurdisch ist. Und lasst uns nicht die ganzen gefangenen Kurden vergessen, die sich stark gegen die sozialistisch-anarchistische Politik eingesetzt haben. Was ist daran demokratisch? Kein Wunder können sich die Kurden aus Irak und die Kurden aus Syrien nicht leiden. Der Unterschied zu den Kurden und den Arabern in Syrien ist, dass die Kurden hier present sind und ihre Propaganda besser verkaufen.

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